LKA ermittelt nach Droh-E-Mails an NRW-Politiker

Montage: Portrait Andreas Hollstein, Henriette Reker

LKA ermittelt nach Droh-E-Mails an NRW-Politiker

Von Jochen Hilgers und Frank Menke

  • Morddrohungen gegen NRW-Politiker Reker und Hollstein
  • E-Mails mit "Staatsstreichorchester" unterschrieben
  • Hollstein lehnt Personenschutz ab

Nach den Morddrohungen gegen die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) und den Bürgermeister der westfälischen Stadt Altena, Andreas Hollstein (CDU) ermitteln das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Berlin. Die Behörden prüfen nach eigenen Angaben, ob ein Zusammenhang zu anderen bundesweiten Drohschreiben mit rechtsextremistischem Hintergrund besteht.

Die rechte Szene in NRW: Extrem bis zum Mord?

WDR RheinBlick 21.06.2019 33:58 Min. WDR Online

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Reul: "Es eskaliert immer weiter"

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte am Freitag (21.06.2019) in einem Interview mit WDR 2 zu den Drohungen gegen Reker und Hollstein: "Wir wissen, dass es einer ist, der häufiger in den letzten Jahren mit solchen Mails aufgetaucht ist."

Es sei auffällig, dass er Geld fordere. "Das Ganze mit politischen Aussagen unterstützt. Der ganze Brief ist ja rechtsradikal formuliert und deswegen muss man das sich sehr genau angucken." Man müsse sorgfältig prüfen, ob die Gefahren konkret seien.

NRW-Innenminister Herbert Reul: "Das dürfen wir nicht länger zulassen"

WDR 2 21.06.2019 03:43 Min. WDR Online

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Monatelange Ermittlungen

Seit Monaten ermitteln die Berliner Strafverfolgungsbehörden gegen einen oder mehrere Urheber von Drohmails. Diese sind mit "Nationalsozialistische Offensive", "NSU 2.0", "Wehrmacht" oder "Staatsstreichorchester" unterschrieben.

Rund 200 Drohmails

Allein bis April sollen es rund 200 solcher E-Mails gewesen sein. Ein Tatverdächtiger wurde zwar festgenommen. Die Serie ging aber weiter. Die Schreiben an Reker und Hollstein sind mit "Staatsstreichorchester" gezeichnet. Die dem WDR vorliegenden E-Mails beinhalten eine offene Morddrohung gegen die beiden Kommunalpolitiker.

Darin wird ein Zusammenhang mit dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hergestellt. Es heißt unter anderem wörtlich: "Die Phase bevorstehender Säuberungen wurde mit Walter Lübcke eingeleitet."

Reker will sich nicht einschüchtern lassen

An den E-Mails fällt auf, dass sie strukturiert und fast ohne orthographische Fehler geschrieben sind. Außerdem haben sie einen großen Verteiler an Strafverfolger und Zeitungsredaktionen. Henriette Reker schrieb an den WDR, man dürfe sich ob der Drohung nicht verunsichern lassen und keinesfalls zurückweichen. Reker und Hollstein sind nicht zum ersten Mal mit Gewalt konfrontiert. Beide wurden bereits Opfer von Messerangriffen.

Für Hollstein hatte Reul zuletzt Personenschutz angeregt, den dieser aber ablehnt. Er brauche den direkten Kontakt zu den Bürgern. Mit Polizeischutz sei das nicht machbar. Außerdem gebe es 14.000 Bürgermeister in Deutschland - sie alle unter Schutz zu stellen, sei nicht möglich, sagte Hollstein am Freitag dem WDR.

Stand: 21.06.2019, 18:08

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