Trotz Corona: Türkische Hennaparty mit mehr als 80 Gästen in Viersen

Trotz Corona: Türkische Hennaparty mit mehr als 80 Gästen in Viersen

In Viersen haben die Behörden eine Hochzeitsfeier mit 150 Personen genehmigt. Die aber stellte sich als Hennaparty heraus.

In Viersen haben die Behörden trotz steigender Coronawerte in NRW eine türkische Hochzeitsfeier mit 150 Personen genehmigt. Das ist soweit in Ordnung und wurde von der Stadt geregelt - bis zum 10. Oktober angemeldete Feiern dürfen im Oktober mit bis zu 150 Personen stattfinden, wenn der Inzidenzwert nicht höher als 35 ist.

Der Kreis hat moderate Infektionszahlen und liegt unter der Inzidenz von 35. Das bedeutet, weniger als 35 gerechnet auf 100.000 Menschen haben sich in den letzten sieben Tagen infiziert.

Henna-Party statt Hochzeit

Mitarbeiter des Ordnungsamt prüfen, ob sich die Teilnehmer einer Hennaparty an die Corona-Regeln halten.

Das Ordnungsamt bei einer Hennaparty in Viersen

Vor Ort stellt sich jedoch heraus: Es ist eine Henna-Party, eine türkische Tradition vergleichbar mit einem Junggesellinen-Abschied. Die Veranstaltung hätte also eigentlich vom Ordnungsamt aufgelöst werden müssen. Denn: Die Veranstaltung war offiziell als Hochzeit angemeldet, die als "herausragendes Ereignis" eingestuft wird. Sie wäre mit 150 Gästen erlaubt gewesen - eine "Henna-Party" aber gilt als private Veranstaltung.

Feier wird nicht aufgelöst

Das Ordnungsamt hat beide Augen zugedrückt, weil sich vor Ort alle bemüht haben, Abstände einzuhalten, Anwesenheitslisten geführt würden und die Veranstaltung ohnehin nur bis 23 Uhr angemeldet sei. Geschätzt seien etwa 80 bis 90 Personen vor Ort, alles Frauen.

Location-Besitzerin zufrieden mit Ablauf

Hülya Benzer, die Besitzerin der Location, zeigte sich mit dem Ablauf zufrieden: "Wir waren die ganze Zeit mit dem Ordnungsamt in Kontakt, sogar heute morgen noch und haben besprochen, wie viele Personen kommen dürfen und worauf wir achten müssen."

Stand: 16.10.2020, 21:17

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