Heller Hautkrebs – Patienten werden mehr und jünger

Haut und Sonnenschutz

Heller Hautkrebs – Patienten werden mehr und jünger

Von Karin Bensch

  • Sommersonne ist schön - aber auch gefährlich
  • Heller Hautkrebs nimmt zu
  • Neuer Report der Techniker Krankenkasse

Mit intensiver Sonneneinstrahlung steigt das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken - das ist hinlänglich bekannt. Dennoch steigt die Zahl der Erkrankungen, wie der Hautkrebsreport zeigt, den die Techniker Krankenkasse am Mittwoch (29.05.2019) vorgestellt hat. Demnach gab es zuletzt pro Jahr rund 270.000 Neuerkrankungen in Deutschland.

Auch die Kölner Hautärztin Uta Schlossberger stellt jedes Jahr öfter die Diagnose Hautkrebs. Oft kämen Patienten in ihre Praxis, weil ihnen eine Hautveränderung aufgefallen sei. "Dann stellt sich häufig heraus, dass es ein weißer Hautkrebs oder eine Vorstufe ist."

Heller Hautkrebs durch zu viel Sonne

Rundes schwzwarzes Melanom

Gefürchtet: Schwarzer Hautkrebs

Bekannter und gefürchtet, aber eher selten ist der schwarze Hautkrebs, der häufig genetisch bedingt ist. Heller Hautkrebs ist dagegen häufig heilbar. Er entsteht durch dauerhaft zu viel Sonne.

Bei vielen Patienten sei diese Tumorart ein Erbe aus der Vergangenheit, so Schlossberger: Sonnencremes hatten früher einen deutlich geringeren Lichtschutzfaktor, ein heftiger Sonnenbrand mindestens im Urlaub war nichts Ungewöhnliches. Außerdem boomten in den 1970er und 80er Jahren die Solarien: Ein tiefbrauner Teint war in Mode.

Mehr Freiluftsportler

Auch jüngere Patienten ab 30 Jahren seien mittlerweile deutlich häufiger betroffen. Der Grund: Mehr Menschen machen Urlaub im Süden oder treiben Sport im Freien - Radfahren, Wandern, Surfen oder Segeln - und sind dabei nicht ausreichend vor der intensiven Sonneneinstrahlung geschützt.

Arzt untersucht den Patienten

Vorbeugen durch regelmäßiges Haut-Screening

Ab 35 Jahren hat jeder Versicherte alle zwei Jahre Anspruch auf eine Hautkrebs-Untersuchung, die von der Krankenkasse bezahlt wird. Viel zu spät, meint Uwe Reinhold, Vorsitzender des Fachärzte-Netzwerks Onkoderm e.V. und Dermatologe in Bonn. Sinnvoll sei das Hautkrebs-Screening bereits ab dem 18. Lebensjahr. Denn gerade der gefährliche schwarze Hautkrebs trete häufiger bei jüngeren Menschen auf.

Regelmäßige Selbstuntersuchung

Auch der Berufsverband der deutschen Dermatologen rät: aufmerksam vorbeugen. Solarium ist tabu, sagt Vorstandsmitglied Ralph von Kiedrowksi. Außerdem seien regelmäßige Selbstuntersuchungen auf auffällige Veränderungen bei Leberflecken, Muttermalen oder Pigmentflecken sinnvoll.

Die Hautärztin Uta Schlossberger empfiehlt: Mittags nicht in die pralle Sonne legen, UV-schützende Kleidung tragen und ausreichend Creme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden. Das gelte besonders für Kinder, denn ihre Haut ist am empfindlichsten: "Je besser Kinder jetzt vor Sonne geschützt werden, desto geringer ist das Hautkrebsrisiko später."

Hinweis: In einer früheren Version des Textes haben wir geschrieben, dass es laut Techniker Krankenkasse rund 250.000 Neuerkrankungen pro Jahr gibt.

Stand: 29.05.2019, 06:00

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