Räumung im Hambacher Forst geht weiter

Räumung im Hambacher Forst geht weiter

  • Räumung von Baumhäusern im Hambacher Forst geht weiter
  • Moratorium nach Unfalltod eines Journalisten damit beendet
  • Aktivisten blockieren Kohlebahn im Tagebau

Die Baumhäuser der Braunkohle-Gegner im Hambacher Forst werden wieder geräumt. Die Polizei appellierte an die Aktivisten, die Baumhäuser freiwillig zu verlassen. Der Unglücksfall des tödlich verunglückten Journalisten verdeutlich, dass eine Lebensgefahr für alle Beteiligten in den Baumhäusern bestehe, hieß es am Montag (24.09.2018) in einer Mitteilung. Den Angaben nach wurden Demonstranten auch weggetragen und Barrikaden auf Zufahrtsstraßen beseitigt.

Baumhäuser laut Ministerium gefährlich

Hambacher Forst, Demonstranten und Polizei

Räumung von Baumhäusern von Braunkohle-Gegnern im Hambacher Forst

"Da es sich um illegal errichtete und für die Nutzenden gefährliche Bauwerke handelt, werden nun auch die weiteren Baumhäuser entfernt", teilte das NRW-Innenministerium mit. Die Nutzung und Wiederherstellung der Objekte sei untersagt worden.

Blockade von Aktivisten

Aktivisten blockierten am Montag eine Kohlebahn im Tagebau Hambach und unterbrachen so die Kohle-Zufuhr in die Kraftwerke Neurath und Niederaußem. Acht Aktivisten hätten sich in beiden Richtungen unterhalb der Gleise im Braunkohlerevier verkettet, teilte ein RWE-Sprecher mit. Die Strecke konnte nach Polizeiangaben am späten Nachmittag wieder freigegeben werden.

Greenpeace-Gutachten: Rodung derzeit unzulässig

Hambacher Forst, Räumung

Polizeieinsatz am Montag

Ein neues Rechtsgutachten im Auftrag von Greenpeace kommt derweil zu dem Ergebnis, dass die geplante Rodung des Hambacher Forsts derzeit unzulässig ist. Die Verfasserin Cornelia Ziehm sagte, nur wenn es für den Betrieb des Tagebaus Hambach "erforderlich" beziehungsweise "unerlässlich" sei, dürfe der Energiekonzern RWE Bäume fällen. Beides sei nicht gegeben.

Räumung wurde zwischenzeitlich unterbrochen

Nach dem Unfalltod eines Journalisten am vergangenen Mittwoch war die Räumung vorerst unterbrochen worden. Der 27-Jährige war durch die Bretter einer mindestens 15 Meter hohen Hängebrücke gebrochen, die zwischen zwei Baumhäusern gespannt war. Er starb noch am Unglücksort. Die Landesregierung stoppte daraufhin vorübergehend die bis dahin laufende Räumung der Baumhütten im Wald.

Hambacher Forst schon lange Streitthema

Umweltschützer protestieren im Hambacher Forst seit Jahren dagegen, dass der Energiekonzerns RWE im Herbst weite Teile des uralten Waldes abholzen und die Braunkohleförderung fortsetzen will.

Stand: 24.09.2018, 18:48

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