Grotenburg: Fans helfen bei Stadion-Sanierung in Krefeld mit

Grotenburg: Fans helfen bei Stadion-Sanierung in Krefeld mit

Eine Fan-Initiative aus Handwerkern, Bauleitern und Ingenieuren will bei der Sanierung des maroden Krefelder Stadions kostenlos helfen. Die Stadt hat ihr Einverständnis gegeben.

"Das Feedback der Stadt war sehr positiv, wirklich toll", sagt Martin Kühr, von Beruf Bauleiter und einer der Initiatoren der Faninitiative. Gerade haben er und sein Mitstreiter Marius Savic das Go von der Stadt bekommen: Gemeinsam mit rund 150 Unterstützern - darunter Handwerker, Bauleiter und Ingenieure - werden sie dabei helfen, das marode Stadion zu sanieren - und zwar ehrenamtlich.

150 Fans wollen die Grotenburg in Schuss bringen

Kühr ist seit seiner Kindheit Fan des KFC Uerdingen, deren Heimatstätte die Grotenburg ist. Das Schicksal des Stadions lässt ihm keine Ruhe. Seit Mai 2018 dürfen hier aus Sicherheitsgründen keine Spiele mehr stattfinden. Der Verein musste nach Duisburg, Düsseldorf und zuletzt Lotte ausweichen.

Für seine Idee, der Stadt bei der Sanierung der maroden Grotenburg unter die Arme zu greifen, hat Kühr online geworben. Inzwischen habe er schon 150 Unterstützerinnen und Unterstützer. "Da waren sogar mehrere dabei, die dafür Urlaub nehmen würden", sagt Kühr. Er sei sehr stolz auf die Fanszene vom KFC.

Fans wollen bei Stadiumbau in Krefeld mithelfen

Sie wollen, dass in der Grotenburg bald wieder Fußball gespielt wird: Martin Kühr und Marius Savic

Kleinere Projekte im Stadion sollen in die Hände der Fans

Vier bis fünf kleinere Projekte sollen die Fans in Eigenregie übernehmen können, so Kühr. Zum Beispiel kleinere Maurerarbeiten, die Demontage der Zaunbegrenzung und die Renovierung des Spielereinlaufs. Die Arbeiten der Faninitiative sollen im Mai starten und im Laufe des Sommers abgeschlossen werden.

Vorbild für Stadionumbau ist Erstligist Union Berlin

Vorbild für die Initiative der beiden Krefelder Kühr und Savic ist der 1. FC Union Berlin. 2008 halfen deren Fans beim Umbau des Stadions. Die "Alte Försterei" ist die Heimspielstätte von Union Berlin und liegt im Osten der Bundeshauptstadt. Die 2.000 Fans leisteten etwa 140.000 Arbeitsstunden - ohne Bezahlung. Der Umbau wäre sonst schwer zu realisieren gewesen.

Auch die Krefelder bieten ihre Arbeit ehrenamtlich an. So könnte durch den Wegfall der Lohnkosten eine sechsstellige Summe eingespart werden, schätzt Kühr.

Rat der Stadt Krefeld stimmt für Sanierung

Der Verein hat schnell auf die gute Nachricht reagiert und dankt seinen Fans: "Wir freuen uns sehr über die Unterstützung und hoffen, dass wir dadurch etwas schneller wieder nach Hause ins Stadion dürfen."

Dafür gibt es vorerst aber keine Anzeichen. Laut Stadt könne der Verein frühestens 2022 damit rechnen, wieder in der Grotenburg zu spielen.

Insgesamt 16,3 Millionen Euro stehen für eine drittligataugliche Modernisierung der Arena zur Verfügung. Mitte März hatte der Rat der Stadt Krefeld mit deutlicher Mehrheit der weiteren Sanierung des Stadions zugestimmt.

Sanierungsfall Grotenburg

Eine Faninitiative will dem KFC und der Stadt Krefeld bei der Sanierung helfen

KFC Logo

150 Fans wollen bei Stadionumbau in Krefeld mithelfen.

150 Fans wollen bei Stadionumbau in Krefeld mithelfen.

Die Heimstätte des KFC ist in die Jahre gekommen und marode geworden.

16 Millionen Euro will die Stadt in die Sanierung des Stadions stecken.

Stadt will noch rechtliche Fragen klären, bevor Fans loslegen

Für die Fans ist mit dem heutigen Tag das Projekt Grotenburg jedenfalls wieder etwas greifbarer geworden. Die Stadt Krefeld sprach dem WDR gegenüber auch von einer "positiven Gesprächsatmosphäre". Nun wolle man bis Ende April noch einige rechtliche Fragen zur Ausschreibung und zum Versicherungsschutz auf der Baustelle klären. Kühr sieht dem optimistisch entgegen: "Ich hoffe, dass zeitnah von der Stadt etwas Konkretes kommt."

Stand: 29.03.2021, 18:52

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