Grippewelle auch in NRW - was man wissen muss

Grippewelle auch in NRW - was man wissen muss

  • Grippewelle in Deutschland
  • Auch in NRW steigt Zahl der Grippefälle
  • Was man darüber wissen muss

Die Grippewelle in Deutschland hat offiziell begonnen. Das geht aus einem Bericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hervor. "Die Welle wird sich noch etliche Wochen hinziehen", sagte RKI-Expertin Silke Buda.

Seit Saisonbeginn im Oktober 2019 sind bundesweit 13.350 Grippefälle gemeldet worden, davon 4.439 in der vergangenen Woche.

Grippefälle in NRW nehmen zu

Auch in NRW steigt die Zahl der Grippe-Erkrankungen. Wurden in der ersten Januarwoche noch 247 Fälle gemeldet, waren es in der zweiten Woche bereits 514 Fälle und in der dritten Woche 583.

"Insgesamt wurden seit Saisonbeginn in NRW 1.988 Grippefälle registriert", sagte Melanie Pothmann, Sprecherin des Landeszentrums Gesundheit NRW, am Donnerstag (23.01.2020) dem WDR. In der letzten Saison seien es zum gleichen Zeitpunkt nur 668 Fälle gewesen.

Ein Vergleich sei zu diesem Zeitpunkt aber wenig aussagekräftig, so Sprecherin Pothmann. "Es ist zu früh, eine Tendenz abzuleiten, weil die Entwicklung nicht vorhersehbar ist." Die heftigste Grippewelle in NRW seit 2009 wurde 2017/2018 mit landesweit rund 35.000 Grippefällen registriert.

Was bedeutet "offizieller Start" der Grippewelle?

Die sogenannte Grippe-Saison beginnt mit der 40. Kalenderwoche eines Jahres und endet zwischen der 15. und 20. Kalenderwoche des folgenden Jahres.

Ein sprunghafter Anstieg der Erkrankungen tritt üblicherweise im ersten Quartal des neuen Jahres auf. Das Robert-Koch Institut (RKI) wertet verschiedene Daten zu Grippe-Erkrankungsfällen aus und gibt bekannt, wann die Grippewelle begonnen hat und endet.

Schutz vor Erkältungen: Hände waschen oder desinfizieren?

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 13.11.2019 05:34 Min. Verfügbar bis 12.11.2024 WDR 5 Von Christiane Tovar

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Habe ich eine "Männergrippe" oder eine echte Grippe?

Ein grippaler Infekt oder eine "Männergrippe" ist nichts anderes als eine Erkältung – mit einer echten Grippe hat das nichts zu tun.

Bei Erkältungen nehmen die Symptome langsam zu. Bei einer Grippe hingegen fühlen sich die Betroffenen meist plötzlich krank. Sie leiden unter sofortigem hohen Fieber, das drei bis vier Tage andauern kann. Bei einer Erkältung ist die Körpertemperatur hingegen normal oder leicht erhöht.

Grippepatienten leiden zudem an starken Muskel- und Gelenkschmerzen sowie an starken Kopfschmerzen. Erkältete Personen dagegen haben nur selten Muskelschmerzen. Während bei einer Erkältung Husten eher zum Ende des Krankheitsverlaufs auftritt, kämpfen Menschen mit einer Grippe schon zu Beginn mit einem trockenen Reizhusten.

Was kann man gegen Grippe tun?

Zur Vermeidung von Grippeinfektionen ist es wichtig, auf die Händehygiene zu achten. Denn wenn Erkrankte zum Beispiel Türklinken berühren, können Viren übertragen werden. Gesunde können sich anstecken, wenn ihre Hände mit den Viren in Kontakt kommen und sie danach Mund, Nase oder Augen berühren.

Einen guten Schutz bietet auch die Grippe-Impfung. Noch sei es möglich, sich impfen zu lassen, sagte RKI-Expertin Silke Buda. "Man sollte sich jetzt aber sputen: Bis der Schutz aufgebaut ist, dauert es bis zu 14 Tage." Empfohlen wird die Impfung unter anderem Menschen ab 60, chronisch Kranken und Schwangeren.

Steht die Grippe-Diagnose fest, kann der Arzt die Grippe auch behandeln. Es gibt jedoch nur wenige Arzneien, die gegen eine Influenza helfen. Antibiotika gehören in der Regel nicht dazu, sie helfen nur gegen eine bakterielle Infektion.

Erkältung und Grippe – was wirklich hilft Quarks 22.01.2019 44:34 Min. UT DGS Verfügbar bis 22.01.2024 WDR

Stand: 23.01.2020, 16:00

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