Brände in Griechenland - Hoffnungsschimmer für Athen

Brände in Griechenland - Hoffnungsschimmer für Athen



Der Kampf gegen die Waldbrände bringt die Menschen in Griechenland an ihre Grenzen. Vor allem auf der Halbinsel Peloponnes und auf der Insel Euböa rangen zahlreiche Bürger mit den Flammen, weil die Arbeit der offiziellen Rettungskräfte sich derzeit noch vornehmlich auf die Brände im dichter besiedelten Norden Athens konzentriert. In der griechischen Hauptstadt konnten die Feuer teilweise eingedämmt werden.

Tausende Touristen und Bewohner mussten in Griechenland zuletzt in Sicherheit gebracht werden. Regierungschef Kyriakos Mitsotakis sprach am Samstag von einem "albtraumhaften" Sommer.

Dramatische Szenen an allen Brandfronten

Fernsehbilder zeigten von allen Brandfronten dramatische Szenen. Am Samstagnachmittag versuchten mehrere Dutzend Männer, den bereits evakuierten Ort Nemouta auf der Halbinsel Peloponnes zu schützen. Der staatliche Sender ERT zeigte, wie sie - nur mit einem Gartenschlauch ausgerüstet - vor meterhohen Flammenwänden standen. Traktoren fuhren durch dichten Rauch, um Wasser zu liefern. Feuer, die binnen Sekunden mit dem Wind die Richtung wechselten, rasten auf den Ort zu.

Auf Euböa wurden bisher 39 Ortschaften evakuiert, für weitere Dörfer gab es am Samstagnachmittag entsprechende Anweisungen per Notfall-SMS. Die griechische Küstenwache stehe bereit, um die Menschen über das Meer zu retten, wenn das Feuer den Landweg abschneide, berichtete die Zeitung "To Proto Thema".

Deutschland schickt Feuerwehrkräfte nach Griechenland

Deutschland schickt derweil Feuerwehrkräfte nach Griechenland. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte am Samstag der Deutschen Presse-Agentur, Deutschland habe in der vergangenen Nacht aktiv Hilfe angeboten, die Griechenland inzwischen angenommen habe. "Derzeit bereiten sich Feuerwehrkräfte aus NRW, Hessen sowie das Technische Hilfswerk darauf vor, sich zügig mit Einsatzfahrzeugen nach Griechenland zu begeben, um dort die Waldbrandbekämpfung zu unterstützen." Deutschland habe zusätzlich angeboten, die Waldbrandbekämpfung mit der Anmietung von geeigneten Hubschraubern mit der erforderlichen Traglast zu unterstützen.

Neben zahlreichen EU- und anderen europäischen Staaten schickte auch Ägypten Löschhubschrauber nach Athen, berichteten griechische Medien am Samstag.

55 Brände lodern aktuell noch in Griechenland

Griechenlands Katastrophenschutzchef Nikos Hardalias sagte, die Feuerwehr habe es mit einer außerordentlich gefährlichen Lage zu tun, die es so noch nicht gegeben habe. In dieser Woche seien 154 Brände ausgebrochen. Insgesamt meldeten die griechischen Behörden am Samstag noch 55 aktive Brände.

Griechenland, Limni: Ein Mann beobachtet die Flammen, als sich ein Waldbrand dem Strand von Kochyli auf der Insel Evia nähert.

Laut den Daten des Europäischen Waldbrandinformationssystems (Effis) verbrannten allein in den vergangenen zehn Tagen 56.000 Hektar Land. In den Jahren 2008 bis 2020 waren es im selben Zeitraum im Durchschnitt 1700 Hektar.

Tausende Menschen mit Fähren gerettet

Griechenland, Limni: Ein Junge bringt während der Evakuierung des Strandes von Kochyli auf der Insel Evia Maultiere zu einem Bauernhof.

Auf der großen Insel Euböa wurden in der Nacht zu Samstag mehr als 1.300 Menschen mit Fähren aus dem Küstenort Limni gebracht. Rund 20 weitere Menschen wurden nach Angaben griechischer Medien am Samstagmorgen vom Strand von Rovies evakuiert. Auf der Halbinsel Peloponnes brannten hunderte Hektar östlich der antiken Stätte von Olympia sowie in den Regionen Magne und Messinia. Mehr als 5.000 Einwohner und Touristen waren gezwungen, vor dem Feuer in Magne zu fliehen.

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Schlimmste Hitzewelle seit mehr als 30 Jahren

Griechenland ächzt seit der vergangenen Woche unter der schlimmsten Hitzewelle seit mehr als 30 Jahren. In einigen Teilen des Landes wird in dieser Woche mit Höchsttemperaturen von 43 Grad Celsius gerechnet.

Stand: 07.08.2021, 19:15

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