Kleidung, Smartphones, Möbel: Immer mehr Artikel werden knapp

Gang zwischen zwei Metall Regalen, in denen blaue Kisten stehen

Kleidung, Smartphones, Möbel: Immer mehr Artikel werden knapp

Von Jörg Marksteiner

Ob Spielekonsolen, Möbel, Kleidung oder Kunststoff: Vieles kann nach Corona nicht schnell genug produziert und geliefert werden. Das hat auch Folgen für Weihnachten.

"Im Moment leider nicht lieferbar": In Fahrradläden bekommen Kunden das schon seit Monaten zu hören. Doch Probleme mit dem Nachschub gibt es inzwischen in immer mehr Branchen. 74 Prozent der Händler klagen einer aktuellen Umfrage zufolge über Lieferengpässe.

Spielekonsolen, Smartphones, Spielzeug

Das Bild zeigt eine Playstation 5

Noch sind die Lager der Elektronikhändler gefüllt. "Verschiedene Hersteller haben aber signalisiert, dass es beim Nachliefern zu Engpässen kommen könnte", heißt es beim Handelsverband Technik. Vor allem neue und gefragte Artikel könnten zu Weihnachten knapp werden. Hauptgrund: ein Mangel an Mikrochips.

Kleidung und Schuhe

An einer Stange hängen rote kleiderbügel

Viele Textilien werden in den 6.000 Fabriken Vietnams produziert. Dort sorgt eine neue Coronawelle für Ausfälle. Bestimmte Sportartikel, Billigtextilien, aber auch Outdoorjacken oder Wanderschuhe sind deshalb nicht verfügbar, heißt es von den großen Marken. Lieferzeiten haben sich zum Teil verdoppelt. Auch manche Aktionsartikel von Discountern sind betroffen.

Fahrräder

Ein Dynamo an einem Fahrradreifen

"Viele Fahrradteile aus Asien stecken fest und können in Europa nicht montiert werden", sagt Klaus Wohlrabe vom ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut. Die Folge: Lange Wartezeiten und leere Läger bei Händlern.

Möbel und Holz

Corona sorgt für einen Bauboom, vor allem in Asien und den USA. Das führt zu Holzknappheit – bei Handwerkern ebenso wie bei manchem Möbelhersteller.

Zeitungen, Bücher, Papier

Druckereien und selbst Zeitungsverlage kämpfen mit Papierknappheit. Beilagen sind dünner, Nachdrucke bei Büchern könnten verschoben werden. Durch die langen Lockdowns ist weniger Altpapier im Markt. Einige Papierfabriken haben wegen des Onlinebooms auf Verpackungen umgestellt.

Autos

Fast alle großen Hersteller haben Bänder stillgelegt oder Schichten gestrichen, weil Chips fehlen. Vor allem bei E-Autos sind die Lieferzeiten deutlich gestiegen.

Hauptgrund für die Engpässe ist die weltweit massiv gestiegene Nachfrage. Viele Monate konnten die Menschen kaum Geld ausgeben für Reisen, Restaurants und Events. Das wird jetzt nachgeholt. Nach dem Runterfahren der Fabriken waren viele Lieferanten auf diesen schnellen Aufschwung nicht vorbereitet.

Ursachen für die Knappheit

Mikrochip

Beispiel Mikrochips: Es braucht Zeit, bis die komplexe Produktion wieder läuft. Die Herstellung ist mit mehr als 1.000 Schritten sehr zeitintensiv. Gleichzeitig stockte wegen der Pandemie die Förderung des nötigen Siliziums. Die Folgen sind fatal: Halbleiter stecken in fast jedem elektronischen Produkt.

Ein Schiff wird am Container Terminal Altenwerder im Hamburger Hafen von Containerbrücken be- und entladen.

Dazu kommen Logistikprobleme: Viele Firmen verzichten auf große Lagerhaltung oder Vorräte. Doch der zeitgenaue Nachschub mit Seecontaintern aus Asien ist völlig aus dem Takt. Gesperrte Häfen, Quarantäne-Vorschriften, der blockierte Suezkanal, Schiffs-Stau: Lieferungen brauchen gerade deutlich länger. Als Folge sind Container nicht rechtzeitig wieder dort, wo sie gebraucht werden.

Topseller könnten zu Weihnachten schnell weg sein

"Es drohen keine leeren Regale zu Weihnachten", heißt es beim Handelsverband HDE. Top-Seller könnten aber schnell vergriffen sein. Einkäufer und Logistiker gehen davon aus, dass sich die Lage frühestens Mitte kommenden Jahres entspannt. Bis dahin könnten die stark gestiegenen Frachtkosten auch dafür sorgen, dass manche Artikel teurer werden.

Stand: 16.10.2021, 06:00

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