Studie: Deutsche halten Medien weiterhin für glaubwürdig

Studie: Deutsche halten Medien weiterhin für glaubwürdig

  • Glaubwürdigkeitswerte sind leicht gesunken
  • Höchste Glaubwürdigkeit hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk
  • Repräsentative Studie von Infratest dimap im Auftrag des WDR

90 Prozent der Deutschen beurteilen die Qualität der Informationen in Zeitungen, Zeitschriften, Radio, Fernsehen und Internet hierzulande als sehr gut oder gut. Das zeigt eine am Mittwoch (20.11.2019) veröffentlichte Studie von Infratest dimap, die der WDR in Auftrag gegeben hat.

Allerdings haben die deutschen Medien leicht an Glaubwürdigkeit eingebüßt. 61 Prozent der Befragten hielten deren Informationen aktuell für glaubwürdig – 2018 waren es 65 Prozent gewesen.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk nicht verzichtbar

Die höchste Glaubwürdigkeit wird mit 78 Prozent erneut öffentlich-rechtlichen Radiosendern zugeschrieben. Die Informationen in öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern schätzen 74 Prozent der Befragten als glaubwürdig ein. Für 82 Prozent ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht verzichtbar, aus Sicht von 81 Prozent leistet er einen wichtigen oder sehr wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung in Deutschland.

Studie: Hohe Glaubwürdigkeit öffentlich-rechtlicher Sender

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 20.11.2019 04:44 Min. Verfügbar bis 19.11.2020 WDR 5 Von WDR 5 Morgenecho

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"Die Studie zeigt, wie wichtig der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die Qualitätspresse weiterhin als stabile Säulen unserer Gesellschaft sind", ordnet WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn die Ergebnisse ein.

Unterschiedliche Bewertungen von Parteianhängern

Deutliche Unterschiede bei der Bewertung der Glaubwürdigkeit öffentlich-rechtlicher Fernsehsender zeigen sich in der Parteienlandschaft. Während Anhänger der Linke, Grünen, SPD und CDU/CSU diese mit großen Mehrheiten für glaubwürdig halten, sind es bei der FDP nur 50 Prozent und bei der AfD 30 Prozent.

Ost-West-Gefälle

Bei der Beurteilung der Glaubwürdigkeit deutscher Medien gibt es auch ein Gefälle zwischen ost- und westdeutschen Bundesländern. Während im Westen 64 Prozent die Medieninformationen für glaubhaft halten, sind es im Osten nur 48 Prozent.

Vier von zehn Bürgern glauben, Staat und Regierung würden den deutschen Medien vorgegeben, worüber sie berichten sollen. Auch diese Vermutung wird in den ostdeutschen Bundesländern häufiger (50 Prozent) als in den westdeutschen (35 Prozent) geäußert.

Für die repräsentative Umfrage wurden vom 14. Oktober bis 1. November 2019 insgesamt 1.000 Wahlberechtigte in Deutschland befragt.

Stand: 20.11.2019, 12:36

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