Viel Gewalt gegen Beamte in JVA Ronsdorf

Blick aus einem vergitterten Fenster der JVA Wuppertal Ronsdorf

Viel Gewalt gegen Beamte in JVA Ronsdorf

  • Zwölf Übergriffe in Wuppertaler Gefängnis
  • Landesweiter Spitzenplatz
  • Staatsanwalt ermittelt in einem Fall

Die Justizvollzugsanstalt in Wuppertal-Ronsdorf hält für das Jahr 2018 einen unschönen Rekord: In keiner anderen JVA gab es landesweit so viele Übergriffe auf Bedienstete wie im Wuppertaler Gefängnis.

Landesweit Spitzenreiter

Nach einer aktuellen Statistik des Justizministeriums wurde in Ronsdorf im vergangenen Jahr ein Dutzend Tätlichkeiten gegen Vollzugsbeamte registriert. Zum Vergleich: Landesweit listet das Ministerium 75 Fälle in 22 Haftanstalten auf. Keine davon kommt auch nur annähernd auf eine vergleichbare Zahl von Übergriffen. In Aachen, Bochum und Detmold wurden je fünf Angriffe auf Beamten gezählt, in Geldern waren es sieben.

Meist spontane Angriffe

Das Ministerium unterscheidet zwischen „zielgerichteten“ Übergriffen „mit erheblichen Verletzungsfolgen“ für die Opfer und solchen, die mehr oder weniger spontan passierten. Die allermeisten Angriffe waren nicht im Voraus geplant. Demnach wurden Beamte häufig verletzt, als sie Konflikte unter den Häftlingen beenden wollten - oder der Vorfall passierte bei Zwangsmaßnahmen. Nur ein Angriff in der JVA Ronsdorf sei eine vorsätzliche Tat gegen einen Beamten gewesen. Der Staatsanwalt ermittelt.

Weniger Übergriffe in anderen Haftanstalten

In Wuppertal-Ronsdorf sind vor allem Häftlinge untergebracht, die eine Jugendstrafe absitzen müssen. Zu ihren Zuständigkeiten gehört aber auch Untersuchungs- und Auslieferungshaft. Die übrigen Haftanstalten im Bergischen Land gelten als weitaus weniger auffällig, was Übergriffe gegen Vollzugsbeamte angeht. In der JVA Remscheid wurden im vorigen Jahr drei Angriffe gezählt, in der JVA Simonshöfchen in Wuppertal-Vohwinkel war es laut Statistik nur einer.

Stand: 19.06.2019, 06:07

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