Gewalt im Einsatz: NRW-Notärzte suchen Lösungen

Gewalt gegen Rettungskräfte

Gewalt im Einsatz: NRW-Notärzte suchen Lösungen

  • Jahrestagung der Notärzte in NRW
  • Gewalt im Einsatz ist ein Hauptthema
  • Viele Helfer fühlen sich wie "Freiwild"

Notärzte, Sanitäter oder Feuerwehrleute werden bei ihren Einsätzen immer wieder angegriffen, bedroht und beleidigt. Die Attacken auf Rettungskräfte haben eine Dimension erreicht, dass die Notärzte in NRW dieses Problem zu einem Hauptthema ihrer Jahrestagung (18./19.01.2019) in Köln machen.

Gewalt gegen Rettungskräfte: "Man wird immer mehr zum Freiwild"

WDR 2 17.01.2019 04:02 Min. WDR 2

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Sanitäter: "Die Hemmschwelle sinkt"

"Die Hemmschwelle sinkt. Man wird immer mehr zum Freiwild", klagt etwa der 22-jährige Rettungssanitäter Lars Iven aus Wuppertal gegenüber dem WDR. Die meiste Gewalt gehe von Umstehenden, von Schaulustigen aus, die gar nichts mit dem Einsatz zu tun hätten. Aber auch Hilfebedürftige, oft betrunken oder unter Drogeneinfluss, griffen Rettungskräfte an.

Kein öffentliches Interesse?

Als "extrem frustrierend" empfindet Iven es, wenn er oder Kollegen Anzeige erstatteten und die Staatsanwaltschaften die Verfahren "mangels öffentlichen Interesses" - oder weil der Täter betrunken und damit eingeschränkt schuldfähig sei - einstellten.

Retter wünschen sich Hilfe von der Politik

Neu ist das Problem nicht. Doch Iven hat in Gesprächen mit älteren Kollegen festgestellt, dass Gewalttaten gegen Rettungskräfte in den vergangenen Jahren stetig zugenommen haben. Nicht nur er wünscht sich, dass die Politik das Thema stärker in den Fokus rückt und solche Taten von den Strafverfolgungsbehörden konsequenter geahndet würden.

Stand: 17.01.2019, 18:00

Kommentare zum Thema

4 Kommentare

  • 4 Tan 18.01.2019, 15:57 Uhr

    In Deutschland ist es besser Täter als Opfer zu sein.

  • 3 RK 18.01.2019, 13:17 Uhr

    Unser Rechtsstaat ist einfach zu weich, um so etwas widerwärtiges angemessen zu sanktionieren. Ein halbes Jahr Haft ohne Bewährung wäre das mindeste.

  • 2 Dipl.-Ing. Bernd Wiebus 18.01.2019, 12:57 Uhr

    Wer gegen Feuerwehr und Rettungssanitäter aggresiv wird, muss auch extrem frustriert sein, anders ist das kaum zu erklären. Das könnte ein Grundproblem einer Leistungsgesellschaft sein. Jede Leistungsgesellschaft ist immer auch eine Überforderungsgesellschaft, und damit auch eine Versager- und Frustriertengesellschaft, weil sich nur die 10% besten als "Gewinner" fühlen können. Auch bei Sportveranstaltungen gibt es nur drei Plätze auf dem Siegertreppchen, und zweiter und dritter Platz ist schon ein Verliererplatz. Das macht auf dauer Frust, der sich sozial weitervererbt und immer weiter Aufhaldet. Mit Strafen wird man dagegen nicht viel ausrichten können, weil die Leute in dem Moment nicht überlegt handeln (können).

  • 1 Marita Tripp 18.01.2019, 11:48 Uhr

    Ich bin dafür Konsequenzen zu ziehen und die gewalttätigen Menschen zu bestrafen die Rettungskräfte bei Ihrer Arbeit für den Menschen angreifen.

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