GEW: In NRW fehlen 15.000 Kita-Fachkräfte

Spielzeug liegt in einer Kindertagesstätte auf dem Boden.

GEW: In NRW fehlen 15.000 Kita-Fachkräfte

  • GEW: 15.000 Fachkräfte fehlen
  • Wissenschaft empfiehlt anderen Personalschlüssen
  • Kritik an finanziellen Rahmenbedingungen

Für eine gute Betreuung fehlen in den nordrhein-westfälischen Kindertagesstätten mehr als 15.000 Fachkräfte. Das teilt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Donnerstag (22.08.2019) mit.

Derzeit sei der Personalschlüssel noch weit entfernt von wissenschaftlichen Empfehlungen für gute Qualität, sagte GEW-Referentin Joyce Abebrese. Demnach sollten von einer Fachkraft nicht mehr als drei Kinder unter drei Jahren betreut werden. Bisher gelte stattdessen die statistische Richtschnur, dass auf einen Betreuer 3,7 Kinder kommen.

Kita-Personal fehlt: "Beruf attraktiver machen"

WDR 5 Morgenecho - Interview 01.08.2019 05:42 Min. Verfügbar bis 31.07.2020 WDR 5

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Bei Kindern über drei Jahren fordert die GEW einen Richtwert von 1 zu 7,5. Tatsächlich betreut eine Fachkraft aber rechnerisch 8,9 Kinder.

GEW kritisiert finanzielle Rahmenbedingungen

Gewerkschaftsvertreterin Joyce Abebrese kritisierte zudem die finanziellen Rahmenbedingungen der Ausbildung. Die Erzieherinnen und Erzieher "erhalten kein Ausbildungsgehalt". In der klassischen Ausbildung folge auf eine zweijährige schulische Ausbildung ohne Bezahlung ein einjähriges Praktikum, das im öffentlichen Dienst mit rund 1.600 Euro monatlich vergütet werde.

Davon könnten sich die angehenden Fachkräfte nicht die Mieten in Ballungsräumen wie Düsseldorf und Köln leisten. Die GEW fordert mehr Plätze in der sogenannten praxisintegrierten Ausbildung - eine Art dualer Zweig mit vergüteter Anstellung. Einrichtungen, die eine praxisintegrierte Ausbildung anbieten, sollen dafür ab 2020 Zuschüsse erhalten. Das sicherte das Familienministerium zu.

Ebenso erklärte das Ministerium, dass in den vergangenen Jahren bereits erhebliche Anstrengungen unternommen worden seien, um dem steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen sowie an Flexibilität und Qualität gerecht zu werden. So sei die Zahl der Erzieher zwischen März 2009 und März 2018 um 47 Prozent auf 81.200 gestiegen.

Keine Kita-Plätze in Swisttal Lokalzeit aus Bonn 12.03.2019 05:21 Min. Verfügbar bis 12.03.2020 WDR Von Franca-Ricarda Schön

Stand: 22.08.2019, 11:27

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