Mehr Straftaten gegen Gerichtsvollzieher

Durch eine Lupe sind Briefe und Dokumente, eine Mahnung, Ratenerinnerung, und gelbe Briefe vom Gerichtsvollzieher zu sehen.

Mehr Straftaten gegen Gerichtsvollzieher

  • 288 Angriffe gegen Gerichtsvollzieher
  • Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zu Vorjahr
  • Keine Informationen über gewalttätige Schuldner

288 Mal wurden im Jahr 2018 Gerichtsvollzieher beleidigt, bedroht oder angegriffen - ein Anstieg von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das geht aus einem Bericht hervor, den NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) am Mittwoch (27.03.2019) dem Landtag vorgelegt hat.

Mit Waffen bedroht

Die 900 Gerichtsvollzieher in NRW wurden demnach mit scharfen Hunden, mit Messern oder Schusswaffen bedroht. Bei einer einfachen Beleidigung erstatten sie oft nicht einmal mehr Anzeige.

Die zahlreichen aggressiven Ausfälle durch sogenannte Reichsbürger hatten die Gewalt gegen Gerichtsvollzieher ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Sie sollen laut der Deutscher Presse-Agentur für einen Großteil der gewalttätigen Vorfälle gegen Gerichtsvollzieher verantwortlich sein.

  • 2015 wurden 171 Vorfälle
  • 2016 wurden 362 Vorfälle
  • 2017 wurden 273 Fälle registriert

Über Gewalttätigkeit nicht informiert

Eine Attacke aus Bochum sorgte im vergangenen Jahr für Aufsehen: Eine Gerichtsvollzieherin war von einer Schuldnerin angegriffen und schwer verletzt worden. Die Schuldnerin hatte bereits in Dortmund eine Gerichtsvollzieherin verletzt. Ohne über die Gefährlichkeit der Frau informiert worden zu sein, hatte die Betroffene - ohne es zu wissen - die Kosten für den Angriff auf ihre Kollegin eintreiben sollen.

Eine Datei oder Art Datenbank, in welcher Vorfälle eingetragen werden können, stößt allerdings auf datenschutz- und verfassungsrechtliche Hürden.

Stand: 27.03.2019, 17:06

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