Eine Tochter streichelt ihre Mutter, die als Flüchtling angekommen ist

Ukraine-Krieg: Was man bei der privaten Aufnahme von Geflüchteten beachten muss

Stand: 09.03.2022, 17:04 Uhr

Viele Menschen öffnen ihr Zuhause für Geflüchtete aus der Ukraine. Doch was gibt es rechtlich und im Zusammenleben zu beachten? Ein Überblick.

Wohin kann man sich wenden, wenn man Geflüchtete aufnehmen möchte?

Wer privat Geflüchtete aufnehmen möchte, kann die Geflüchteten-Initiativen vor Ort kontaktieren: Sie kennen sich mit den Abläufen aus und sind mit den lokalen Behörden in Kontakt. Teilweise kann man sich auch mit Angeboten direkt an die Kommunen wenden. Außerdem gibt es im Internet das private Vermittlungsportal "Unterkunft Ukraine", dort kann man Bettenangebote machen. Das Portal wird unter anderem von Greenpeace und der GLS Bank unterstützt.

Muss man die Aufnahme von Geflüchteten irgendwo anmelden?

Symbolbild: Geflüchtete aus der Ukraine stehen mit ihrem Gepäck vor den Gebäuden eines Flüchtlingsheims in Köln Worringen.

Angekommen - und jetzt?

Wer Geflüchtete bei sich wohnen lässt, muss das den Behörden nicht melden. Menschen aus der Ukraine dürfen sich 90 Tage ohne Anmeldung in Deutschland aufhalten. Wollen sie aber länger bleiben und Sozialleistungen beziehen, müssen sie sich bei den Ausländerbehörden anmelden. Von der Landesregierung heißt es, dass es jetzt erstmal darum gehe, die Geflüchteten aufzunehmen - registriert werden sollen sie später.

Bekommen Geflüchtete eine medizinische Versorgung?

Geflüchtete werden in Deutschland kostenlos medizinisch versorgt - müssen dafür aber bei den Behörden registriert sein. Es soll auch Angebote für Corona-Tests und -Impfungen geben. Das ist besonders wichtig, weil die Impfquote in der Ukraine bei nur 30 Prozent liegt.

Wo finden traumatisierte Menschen und ihre Gastfamilien Hilfe?

Im Umgang mit den Geflüchteten kann es auch Schwierigkeiten geben: Beispielsweise sprechen viele kein Deutsch oder Englisch und die Gastgeber kein Ukrainisch. Wer Geflüchtete aufnimmt, sollte außerdem bedenken, dass die Menschen mit ihren Gedanken in der Ukraine sind und dort eigentlich gar nicht weg wollten. Kristina Koch von der Initiative "Willkommen in Nippes" hat drei Frauen und drei Kinder an der slowakisch-ukrainischen Grenze abgeholt und nach Köln gebracht: "Dann ging es in die Unterkünfte, die Leute dort haben alles vorbereitet mit Welcome-Schild an der Tür - aber das ist alles in Stille abgelaufen."

Die Menschen haben den Krieg erlebt und machen sich Sorgen um die Zurückgebliebenen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erklärt in einem Leitfaden, wie man mit traumatisierten Menschen umgeht. Geflüchtete selbst finden kostenlose Hilfe in psychosozialen Zentren.

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