Tödliche Dreharbeiten: Dramen am Filmset

Tödliche Dreharbeiten: Dramen am Filmset

Abstürzende Hubschrauber, angriffslustige Haie, Explosionen und Lawinen: Immer wieder kommt es bei Dreharbeiten zu Unfällen - so wie jetzt am Filmset von Alec Baldwin.

Wurde die Waffe, die Schauspieler Alec Baldwin in der Hand hielt, versehentlich mit echten Patronen geladen? Oder war es eine Fehlzündung, die die Waffe zur Explosion brachte?

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Noch ist unklar, warum die Kamerafrau Halyna Hutchins am Filmset zu "Rust" sterben musste und was Regisseur Joel Souza so schwer verletzte. Fest steht: Solche tödlichen Unfälle passieren immer wieder - nicht nur mit Waffen, die eigentlich harmlos sein sollten:

  • Bei den Dreharbeiten zu "Top Gun" mit Tom Cruise stürzte ein Flugzeug ins Meer und blieb mitsamt Pilot verschwunden - bis heute.
  • Ein Hai erwachte am Set von "Outsider" aus seiner Betäubung und tötete einen Stuntman vor laufender Kamera. Die Produktionsfirma verwendete die Aufnahmen und machte sogar Werbung damit.
  • In Russland wurde 2002 ein komplettes Filmteam von einer Lawine verschüttet.
  • 1982 fiel ein Hubschrauber bei Dreharbeiten zu "Unheimliche Schattenlichter" auf drei Darsteller, zwei davon waren Kinder - einer der bisher schwersten Unfälle in der Geschichte des Films.

Tödlicher Schuss bei "Crow"-Dreharbeiten

Brandon Lee

Prominentes Opfer einer Waffe: Brandon Lee

Die Liste lässt sich fortsetzen - Todesfälle durch Säbelstiche, Ertränken, herabstürzende Felsbrocken und heranrasende Züge passen so gar nicht in die schöne Scheinwelt des Films. Besonders groß ist die Bestürzung, wenn Waffen im Spiel sind. Bekanntestes Beispiel: Brandon Lee starb 1994 bei den Dreharbeiten zu "The Crow", weil sich ein Stückchen einer Kugelattrappe im Lauf verhakt hatte und beim nächsten Schuss herausgeschleudert wurde. Und sein Kollege Jon-Erik Hexum erschoss sich selbst, weil die Platzpatrone im Lauf eben nicht ungefährlich war.

Auch Platzpatronen können töten

Denn es muss gar nicht scharfe, echte Munition in einer Waffe stecken, um jemand zu töten - eine Platzpatrone reicht vollkommen: Auch die wird mit hohem Druck abgefeuert, wirft Partikel aus und macht viel Lärm. Wer da der Waffe zu nah kommt, läuft Gefahr, schwer verletzt zu werden.

Bloß nicht in die Schusslinie geraten

Waffenmeister Oliver Rasch

Deswegen muss ein Waffenmeister wie Oliver Rasch darauf achten, dass wirklich niemand in der Schusslinie steht, wenn eine Waffe abgefeuert wird. Der gelernte Büchsenmacher berät Schauspieler im Umgang mit der Waffe und weiß auch, wo Gefahren am Set drohen. Also lässt er auch mal eine Szene platzen, wenn er sie nicht verantworten kann.

"Ein Handgemenge zum Beispiel, bei dem ein Schuss fällt, ist nicht zu kontrollieren." Oliver Rasch, Waffenmeister

Wird "Rust" überhaupt zuende gedreht?

Wie gesagt: Es handelt sich um Platzpatronen, die aus echten, also scharfen Waffen verschossen werden. Scharfe Munition ist grundsätzlich verboten. Früher war das wohl anders, weiß Rasch. "Aber heute darf man sie nur noch auf der Schießstätte und bei der Jagd benutzen."

In den USA werden es viel mehr Waffen-Filme gedreht als hier, deswegen gibt es dort auch mehr Unfälle, schätzt Rasch. Aber egal, warum es bei "Rust" dazu kam: "Für den Schauspieler ist das jetzt am allerschlimmsten. Ich weiß nicht, ob er den Film zuende bringt."

Stand: 22.10.2021, 16:50

Weitere Themen

Aktuelle TV-Sendungen