Corona-Regeln: Wann man in NRW als geboostert gilt

Spritze auf Asphalt gezeichnet

Corona-Regeln: Wann man in NRW als geboostert gilt

Wir beantworten Ihre Fragen zum Alltag mit Corona. Hier: Welche Regeln gelten für Drittgeimpfte und Genesene in NRW?

Geboosterte und mit ihnen Gleichgestellte müssen in NRW nicht in Quarantäne, wenn sie als Kontaktperson eines Corona-Infizierten gelten. Außerdem sind sie von der Testpflicht der 2G-plus-Regel befreit. Nach dieser Regel muss man - zum Beispiel um in einem Restaurant essen zu dürfen - geimpft oder genesen und zusätzlich getestet sein.

Aber was genau bedeutet geboostert und gleichgestellt, wozu zum Teil auch Genesene gehören? Und wozu gibt es diese Regelungen? Ein Überblick auf Grundlage der Corona-Schutzverordnung und der Test- und Quarantäne-Verordnung.

Geimpft-geimpft-geimpft

Wer bei seiner Erstimpfung Biontech, Moderna oder Astrazeneca erhielt, benötigt für die Grundimmunisierung schon seit jeher eine Zweitimpfung. Mittlerweile ist auch nach einer Erstimpfung mit Johnson & Johnson eine Zweitimpfung nötig (mit Biontech oder Moderna), um als vollständig geimpft zu gelten. Das hat das Paul-Ehrlich-Institut Mitte Januar bekannt gegeben.

Als geboostert gilt man dann unmittelbar nach der dritten Impfung (mit Biontech oder Moderna). Bedeutet: Noch am selben Tag ist man von der Testpflicht der 2G-plus-Regel befreit. Außerdem muss man als Kontaktperson eines Corona-Infizierten dann nicht in Quarantäne.

Geimpft-geimpft:

Wer nur zweifach geimpft ist, ist vorübergehend Geboosterten gleichgestellt. Voraussetzung: Die zweite Impfung liegt mehr als 14 Tage und weniger als 90 Tage zurück.

Geimpft-genesen:

Eine Frau im Cafe zeigt ihren Impfnachweis vor.

In der Gastronomie ist derzeit ein 2G-plus-Nachweis nötig.

Mit Geboosterten gleichgestellt sind auch Menschen, die einmal geimpft sind und danach eine mittels PCR-Test nachgewiesene Corona-Infektion hatten. Ab welchem Tag sie dann mit Geboosterten gleichgestellt sind und wie lange, dazu "gilt aktuell keine zeitliche Begrenzung", teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Dienstag (18.01.2022) auf WDR-Anfrage mit. Bedeutet: Sobald man nach einer Infektion die Quarantäne verlassen darf, ist man bei 2G-plus-Angeboten vorerst unbegrenzt von der Test-Pflicht befreit. Diese Regelung kann sich aber auch kurzfristig ändern.

Geimpft-geimpft-genesen:

Mit Geboosterten gleichgestellt sind außerdem Menschen, die zweimal bzw. vollständig geimpft sind und danach eine mittels PCR-Test nachgewiesene Corona-Infektion hatten. Ab welchem Tag sie dann mit Geboosterten gleichgestellt sind und wie lange, dazu "gilt aktuell keine zeitliche Begrenzung", teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Dienstag (18.01.2022) auf WDR-Anfrage mit. Auch hier bedeutet das: Sobald man nach einer Infektion die Quarantäne verlassen darf, ist man bei 2G-plus-Angeboten vorerst unbegrenzt von der Test-Pflicht befreit. Diese Regelung kann sich aber auch kurzfristig ändern.

Genesen-geimpft:

Mit Geboosterten gleichgestellt sind auch Menschen, die zunächst eine mittels PCR-Test nachgewiesene Corona-Infektion hatten und sich dann einmal impfen ließen. Der Corona-Schutzverordnung ist zu entnehmen, dass sie dann unmittelbar nach der Impfung, also noch am selben Tag, mit Geboosterten gleichgestellt sind.

Genesen-geimpft-geimpft:

Auch wer zunächst eine mittels PCR-Test nachgewiesene Corona-Infektion hatte und sich danach zweimal impfen ließ, ist mit Geboosterten gleichgestellt. Dieser Status ist bereits unmittelbar nach der ersten Impfung erreicht.

Genesen:

Sogar Ungeimpfte, die nur genesen sind, sind vorübergehend Geboosterten gleichgestellt. Voraussetzung: Der erste positive PCR-Test liegt mehr als 27 Tage und weniger als 90 Tage zurück. Man ist also ungefähr zwei Monate mit Geboosterten gleichgestellt.

Warum zeigt die Corona Warn-App kein 2G+ an?

Die Corona Warn-App berücksichtigt diese Regelung in der Statusanzeige derzeit noch nicht. Das teilten die Herausgeber der App am 17. Januar mit. Das heißt, dass bei vorhandenem Impf- oder Genesenenzertifikat und Zertifikat der Auffrischimpfung noch nicht der 2G+-Status angezeigt wird. Das Projektteam arbeite daran, dass die App in Zukunft Zertifikate von Auffrischimpfungen entsprechend einbezieht.

Welche Ausnahmen gibt es für Menschen, die sich nicht impfen lassen können?

Personen, die ein ärztliches Attest besitzen, nach dem sie derzeit oder bis zu einem Zeitpunkt, der höchstens sechs Wochen zurückliegt, aus gesundheitlichen Gründen nicht gegen Corona geimpft werden können, sind Geimpften und Genesenen gleichgestellt. Für die 2G-plus-Anforderungen benötigen sie zusätzlich einen negativen Testnachweis.

Wozu gibt es die Ausnahmen für Geboosterte und Gleichgestellte?

Bund und Länder hatten die Quarantäne-Ausnahmen für Kontaktpersonen von Corona-Infizierten am 7. Januar beschlossen. Die Ausnahmen sollen einen Anreiz bieten, sich boostern zu lassen, um somit die Ausbreitung der Omikron-Variante auszubremsen und schweren Krankheitsverläufen vorzubeugen.

Am 14. Januar hatte der Bundesrat dafür der Änderung der Covid-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung zugestimmt. Die neue Test- und Quarantäneverordnung für NRW konnte somit am 16. Januar in Kraft treten.

Parallel dazu hatte das Paul-Ehrlich-Institut als die für Impfstoffe zuständige Bundesbehörde am 14. Januar festgelegt, dass nun auch nach einer Impfung mit dem Präparat von Johnson & Johnson eine Zweitimpfung (mit Moderna oder Biontech) nötig ist, um als vollständig geimpft bzw. grundimmunisiert zu gelten.

Zuvor galt Johnson & Johnson bzw. Janssen als Einfach-Impfstoff, bei dem nur eine Impfung nötig war. Es zeigte sich jedoch, dass der Impfschutz dann nicht besonders gut war. Die Ständige Impfkommission empfiehlt daher, sich bereits vier Wochen nach der Johnson-&-Johnson-Impfung mit Biontech impfen zu lassen - oder ab 30 Jahren auch mit Moderna.

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Stand: 25.01.2022, 10:15

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