Heizen in Deutschland: So sorgen wir für den nächsten Winter vor

Stand: 07.03.2022, 07:24 Uhr

Das Erdgas-Preis ist an der Börse zuletzt in schwindelerregender Höhe gestiegen. Was heißt das jetzt für Verbraucher mit Blick auf ihre Heizkostenabrechung? Fragen und Antworten.

Der Frühling ist im Anmarsch, bald auch der Sommer - aber der nächste Winter kommt bestimmt. Klappt es dann hierzulande mit dem Heizen - und wenn ja, dann auch zu einigermaßen bezahlbaren Preisen? Eine Frage, die viele umtreibt. Zumal schon schon jetzt der Erdgas-Preis rasant nach oben geklettert ist - als eine der Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine.

Energiepolitik: "Ohne russisches Gas eine Herausforderung"

WDR 5 Morgenecho - Interview 07.03.2022 06:20 Min. Verfügbar bis 07.03.2023 WDR 5


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Der Erdgas-Preis hatte am vergangenen Freitag mit 200 Euro pro Megawatt-Stunde ein historisches Hoch erreicht. Was bedeutet das für Verbraucher?

Zunächst einmal sind das Börsen-Preise. Aber die meisten Menschen haben mit ihrem Versorger preisgebundene Verträge. Das heißt, die explodierenden Preise wirken sich nicht unmittelbar auf die Heizkostenabrechnung aus. Allerdings werden die Versorger den gestiegenen Preis früher oder später an die Verbraucher weitergeben müssen - da darf man sich keine Illusionen machen.

Wie will die Bundesregierung gegensteuern?

Oliver Krischer, Bündnis 90/ Die Gruenen, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft

Oliver Krischer, Bündnis 90/ Die Gruenen, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft

Mit vielen Maßnahmen, wie der Grünen-Politiker Oliver Krischer, Parlamentarischer Staatssekretär im Klimaschutzministerium, dem WDR sagte. So sollen künftig die Gasspeicher in Deutschland, die im letzten Winter so gut wie leer waren, voll sein. Das werde gesetzlich verankert und staatlich kontrolliert. "Das ist ganz wichtig, damit wir im nächsten Winter eine sichere und einigermaßen bezahlbare Gasversorgung haben", betonte Krischer.

Daneben will die Bundesregierung auf dem Weltmarkt andere Lieferländer als Russland erschließen und auch LNG-Flüssiggas nach Deutschland holen, "damit wir nicht nur einseitig von Russland abhängig sind", so Krischer. Deutschland bezieht Gas auch aus den Niederlanden, aus Norwegen, auch etwa aus den USA. "Mit all diesen Maßnahmen wollen wir die Versorgung sicherstellen, aber auch dafür sorgen, dass es stabile Preise gibt."

Was ist jetzt mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien?

"Das hat bei uns absolute Priorität", betonte Krischer. "Jedes Windrad, jede Photovoltaik-Anlage, die jetzt in Deutschland gebaut wird, da machen wir im Erneuerbaren Energie-Gesetz richtig Druck und versuchen, voranzukommen." So wird Deutschland aus Sicht des Grünen-Politikers "wirklich unabhängig". Nicht nur von Russland, sondern auch von anderen Ländern wie etwa Katar.

Wie passt das zusammen - Gasspeicher für den nächsten Winter füllen und gleichzeitig den Ausbau der Erneuerbaren Energien voranbringen?

Gut, so Krischer. Denn die Wohnungen in Deutschland sollen auch im kommenden Winter geheizt werden können. In ein paar Monaten lassen sich die Erneuerbaren Energien nicht derart schnell ausbauen, dass sie das Gas ersetzen können.

Energiewende ja, aber nicht durch meinen Garten!

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 07.03.2022 19:57 Min. Verfügbar bis 07.03.2023 WDR 5 Von Stephan Pesch


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