Weniger Straftaten bei Fußballspielen in NRW

Weniger Straftaten bei Fußballspielen in NRW

  • Rückgang bei Körperverletzungen am Rande von Fußballspielen
  • Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS)
  • Polizei sieht aber keine positive Trendwende

In der Fußball-Saison 2017/18 haben die Polizeibehörden in NRW bei Spielen der höchsten vier Ligen 1.538 Strafverfahren eingeleitet. Im Vorjahr waren es noch 1.908 Strafverfahren gewesen. Das geht aus dem am Montag (08.10.2018) veröffentlichten Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) der NRW-Polizei in Duisburg hervor.

Insgesamt 247 Menschen wurden in NRW am Rande von Fußballspielen in den höchsten vier Ligen verletzt. In der Vorsaison waren 265 Verletzte in NRW gezählt worden. Besucht wurden die 574 Spiele von der 1. Bundesliga bis Regionalliga West von über 6,3 Millionen Zuschauern.

Polizei: Jeder Verletzte ist einer zu viel

Bundesweit lag die Zahl der verletzten Personen in der Saison 2017/2018 demnach bei 1.213 (Vorjahr: 1.226). "Jeder Verletzte ist für uns einer zu viel. Gewalt bei Fußballspielen ist weiterhin ein Problem", sagte ZIS-Leiterin Heike Schultz. Eine Trendwende, ein Rückgang "des gewaltbereiten Potenzials" sei nicht erkennbar. Es wurden allerdings weniger bundesweite Stadionverbote (148 gegenüber 296 in der Vorsaison) verhängt.

Die Gesamtanzahl der Körperverletzungen nahm laut Polizei in NRW ebenfalls ab und der Anteil dieser Delikte an den insgesamt festgestellten Straftaten sank von rund 28 auf rund 22 Prozent.

Nachdem der ZIS-Bericht online war, kritisierten Fußballfans in sozialen Medien unter anderem, dass Stadiongänger durch Polizei-Pfefferspray verletzt worden seien. Auch die gestiegene Zahl (2.685 gegenüber 2.462 im Vorjahr) der "freiheitsentziehenden Maßnahmen" durch Polizeibeamte wurde kritisiert.

Stand: 08.10.2018, 16:00

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