Friedrich Merz ist jetzt Parteichef der CDU

Stand: 22.01.2022, 19:14 Uhr

Die 1.001 Delegierten der CDU haben Merz mit 94,6 Prozent der Stimmen beim Online-Parteitag zum ihrem Vorsitzenden gewählt. Er löst damit Armin Laschet nach nur einem Jahr an der Parteispitze ab.

Die Christdemokraten haben sich entschieden. Auf dem CDU-Parteitag ist Friedrich Merz am Samstag zum neuen CDU-Vorsitzenden gewählt worden.

Keine Überraschung, denn das Mitgliedervotum war bereits vorher klar. Merz wurde bereits im Dezember 2021 in der ersten Mitgliederbefragung der Geschichte der CDU zum Nachfolger von Armin Laschet gewählt.

Mario Czaja spricht auf dem CDU-Parteitag

CDU-Generalsekretär: Mario Czaja

Dennoch war mit Spannung erwartet worden, wie hoch der Rückhalt in der Partei am Ende bei der Wahl tatsächlich war. Und der war eindeutig: 94,62 Prozent der Delegierten gaben dem Sauerländer ihre Stimme und verhalfen ihm damit zum großen politischen Comeback. Außerdem wurde Mario Czaja auf dem Parteitag mit knapp 93 Prozent zum neuen CDU-Generalsekretär gewählt.

Friedrich Merz ist neuer CDU-Chef

Friedrich Merz (CDU)

Die große Zustimmung bei der heutigen Wahl wertete Merz im Interview mit der "Aktuellen Stunde" als "starkes Zeichen", das ihn sehr freue. Das und auch die Wahlergebnisse des Generalsekretärs und des Vorstandes zeigten, "wie geschlossen die Partei seit dem Tag heute ist", so Merz.

"Das ist nicht nur für den Tag heute. Ich gehe davon aus, dass das für lange Zeit so sein wird." Friedrich Merz, CDU-Parteivorsitzender

Darüber, ob es nun auch sein Ziel sei, Fraktionsvorsitzender der CDU im Bundestag zu werden, wollte Merz im Gespräch mit der Aktuellen Stunde nicht reden.

Künftiger CDU-Bundesvorsitzender Friedrich Merz nimmt Gratulationen von seinem Vorgänger Armin Laschet entgegen

Gratulation: Merz löst Laschet ab

Friedrich Merz löst Armin Laschet ab. Der war als Kanzlerkandidat der Union bei der Bundestagswahl angetreten und kündigte nach dem schlechten Abschneiden von CDU und CSU seinen Rückzug vom Parteivorsitz an.

Merz will kraftvolle Opposition

"Wir haben drei nicht ganz einfache Jahre erlebt", hatte Merz gleich zur Beginn seiner Parteitagsrede gesagt. Doch jetzt müsse es um die Erneuerung der CDU gehen, "um wieder die Regierung von morgen sein zu können". In der Niederlage liege eine neue Chance. Man wolle den Bundeskanzler mit einem neuen Grundsatzprogramm herausfordern.

"Wir müssen dafür nicht alles neu erfinden. Wir stehen auf einem soliden Fundament. Wir hören zu und schauen hin. Wir führen zusammen", versprach Merz. 2021 dürfe sich nicht noch einmal wiederholen. Man müsse auch zeigen, dass man Freude an seiner Arbeit habe.

Ziel: "Modernste Volkspartei Europas"

Merz kündigte an, die Union zur modernsten Volkspartei Europas zu machen. Dies gehe auch, wenn man dabei gleichzeitig bürgerlich bleiben wolle, so Merz in der "Aktuellen Stunde". Die Partei habe einen Teil dieses Anspruchs bereits eingelöst, so der neue CDU-Vorsitzende.

"Wir haben den höchsten Anteil an Frauen im Präsidium. Wir haben den höchsten Anteil an Frauen im Bundesvorstand der CDU. Wir sind trotz meiner Beteiligung fünf Jahre jünger geworden an diesem Tag mit der Zusammensetzung unseres Vorstands. Also wir sind auf einem guten Weg." Friedrich Merz, CDU-Parteivorsitzender

Drei Vorsitzende in drei Jahren

Merz ist der dritte CDU-Vorsitzende innerhalb von gut drei Jahren sein, nachdem die damalige Kanzlerin Angela Merkel sich 2018 nach 18 Jahren vom Parteivorsitz zurückgezogen hatte. Bei zwei früheren Anläufen auf den Vorsitz hatte der Wirtschaftsexperte Merz im Dezember 2018 gegen Annegret Kramp-Karrenbauer und im Januar 2021 gegen Laschet verloren.

Wahl muss per Briefwahl bestätigt werden

Bildschirme übertragen Friedrich Merz beim virtuellen 34. CDU-Parteitag

Die Delegierten trafen sich digital

Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie konnten sich die 1.001 Delegierten lediglich digital treffen. Nur die engste Führungsriege war in der Parteizentrale in Berlin anwesend. Da die Partei-Statuten digitale Wahlen nicht vorsehen, müssen die Delegierten ihre Wahl im Anschluss bis zum 31. Januar per Briefwahl bestätigen. Erst dann ist die Wahl rechtsverbindlich.

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