Große Unterschiede bei Friedhofsgebühren in NRW

Ein Friedhof in einem Waldstück

Große Unterschiede bei Friedhofsgebühren in NRW

Von Sabine Tenta

  • Bund der Steuerzahler NRW vergleicht Friedhofsgebühren
  • Trend zur Urnenbestattung hat Auswirkungen auf Gebühren
  • Kirchliche Träger in der Regel günstiger als städtische Friedhöfe

Nein, der Tod ist nicht umsonst. Er kostet nicht nur das Leben, sondern für die Angehörigen bei einem Begräbnis auch Friedhofsgebühren – und die sind in NRW höchst unterschiedlich. Das hat der Bund der Steuerzahler NRW ermittelt und die Vergleichsdaten am Dienstag (26.11.2019) veröffentlicht. Ausgewertet wurden die Gebührensatzungen der städtischen Friedhöfe in Gemeinden mit mehr als 60.000 Einwohnern.

Gütersloh besonders günstig

Nach der Erhebung des BdST NRW kostet eine Urnenbestattung in Gütersloh lediglich 531 Euro, in Herford hingegen fast das Vierfache, nämlich 2.004 Euro. Das Anmieten einer Trauerhalle für 30 Minuten kostet in Aachen lediglich 70 Euro, in Detmold jedoch 495 Euro.

Gewaltig sind auch die Differenzen bei der Grabbereitung eines sogenannten Sargwahlgrabes: In Bocholt und Gütersloh werden den Angehörigen lediglich 378 Euro berechnet, in Bochum jedoch 1.385 Euro.

Woher kommen die Unterschiede?

Harald Schlehdorn, Gebührenreferent des Bunds der Steuerzahler NRW, erklärt dem WDR die Hintergründe: Seit Jahren sei ein Trend zur Urnenbestattung zu beobachten. Sie ist günstiger als das Sarggrab und nimmt weniger Fläche in Anspruch. Darum hätten viele Friedhöfe größere Freiflächen, die nicht genutzt, aber dennoch gepflegt werden müssen. Das sogenannte "Kölner Modell" versuche, diesem Trend durch eine Angleichung der Gebühren für Urne und Sarg entgegenzuwirken.

Ein weiterer Faktor bei den Friedhofsgebühren sind die städtischen Zuschüsse für den Unterhalt der Friedhöfe, auch hier gebe es Unterschiede. Steuergelder für die Friedhöfe müsse es geben, da lasse die Rechtssprechung keinen Spielraum, so Schlehdorn. Begründet wird dies mit dem "Grünwert" der Friedhöfe: "Es sind ja parkähnliche Anlagen, teilweise findet man dort seltene Tiere und Pflanzen." Aber viele Stadtkämmerer seien sparsam mit den Zuschüssen, was dann die Gebühren in die Höhe treibe.

Baumbestattung statt Friedhof Trauerkultur im Wandel

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 23.11.2019 13:58 Min. Verfügbar bis 22.11.2020 WDR 4

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BdSt: "Kein Leichentourismus"

Einen Rechtsanspruch auf einen Friedhofsplatz hat man nur in der Kommune, in der man gemeldet ist, erklärt Harald Schlehdorn. Wer jedoch wegen der Gebühren in einer anderen Kommune begraben werden möchte, könne es dort versuchen. Oft gebe es Kapazitäten. "Wir als Steuerzahlerbund wollen aber nicht dem Leichentourismus das Wort reden", betont Schlehdorn.

Spartipp des Steuerzahlerbunds

Stattdessen rät der Bund der Steuerzahler NRW, sich alternativ nach einem Friedhof in kirchlicher Trägerschaft umzuschauen. "Erfahrungsgemäß sind die kirchlichen Träger in der Regel ein bisschen günstiger."

Wuppertaler Friedhöfe vor dem Aus? Lokalzeit2go - Bergisches Land 20.11.2019 03:14 Min. Verfügbar bis 21.11.2020 WDR Wuppertal

Stand: 26.11.2019, 17:44

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