Fridays for Hubraum: Wenn aus Spaß Ernst wird

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Fridays for Hubraum: Wenn aus Spaß Ernst wird

Von Frank Menke

  • PS-Fans gründen auf Facebook die Gruppe "Fridays for Hubraum"
  • 400.000 Mitglieder nach wenigen Tagen
  • Administrator schließt Gruppe kurzzeitig wegen Hass-Kommentaren

Ursprünglich sei es nur "ein wilder Scherz" gewesen. "Und dann waren wir mit der Situation überfordert", sagt der Münsteraner Auto-Tuner Chris Grau im Gespräch mit dem WDR am Freitag (27.09.2019). Mit einem Freund hatte er auf Facebook die Gruppe "Fridays for Hubraum" ins Leben gerufen. Es sollte eine Art spaßige Gegenbewegung zu den Klimaschutz-Demonstranten von "Fridays for Future" sein.

Morddrohungen gegen Greta Thunberg

Nach wenigen Tagen hatte die Gruppe fast 400.000 Mitglieder. Und aus Spaß wurde Ernst: Wegen einer Flut von Hass-Kommentaren, darunter Morddrohungen gegen Fridays for Future-Gründerin Greta Thunberg, schlossen die Initiatoren die Gruppe vorübergehend. Inzwischen ist sie wieder online.

Wird Greta Thunberg instrumentalisiert?

WDR 5 Politikum - Medienkolumne 25.09.2019 03:37 Min. Verfügbar bis 24.09.2020 WDR 5

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"Morddrohungen sind ein absolutes No-Go. Wir haben ein Statement veröffentlicht, dass wir so etwas nicht dulden. Das ist auch der Grund, warum wir die Gruppe erst einmal auf Eis gelegt haben und alles komplett löschen", sagte Grau dem WDR.

Auch Rechts- und Linksradikale sowie Klimaschützer hätten sich "bis aufs Letzte" beleidigt in entsprechenden Posts. "Das war nicht Zweck der Gruppe und deshalb selektieren wir jetzt aus", so Grau.

Verhärtete Fronten

Eigentlich wollten sich die Initiatoren nur über die ihrer Meinung nach zunehmende Hysterie in der Diskussion um den Klimaschutz lustig machen und für mehr Gelassenheit werben und wurden dann selbst auf drastische Art und Weise mit völlig verhärteten Fronten konfrontiert.

Zwischenruf: Hate Speech trifft Hubraum

WDR 3 Resonanzen 26.09.2019 03:35 Min. Verfügbar bis 25.09.2020 WDR 3

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Fronten aufweichen

"Man muss gucken, dass man die Fronten wieder weicher kriegt. Eine Gesellschaft kann nicht funktionieren, wenn zwei völlig radikalisierte Seiten aufeinander losgehen", sagt Auto-Tuner Grau, der betont, kein Klimawandel-Leugner zu sein.

Der Münsteraner regt an, dass die unterschiedlichen Interessensgruppen aufeinander zugehen sollten und Klimaschutzpolitik mehr auf Freiwilligkeit basieren sollte als auf Restriktionen wie einer CO2-Steuer.

Grau: "Zugeständnisse machen"

"Einen Tuner kann ich nicht motivieren, indem ich ihn bestrafe und ihm sage, was er zu tun hat. Er kann es doch mit seinem Auto krachen lassen und dafür kauft er zum Beispiel weniger Plastikflaschen. Zugeständnisse machen und eine Verhältnismäßigkeit schaffen, daran glaube ich", sagt Grau.

Auch in einem Facebook-Video verurteilte Grau die Hass-Kommentare und legte seine Sicht der Dinge dar. In einem weiteren am Donnerstag (26.09.2019) hatte er angekündigt, die Gruppe wieder zu öffnen. Künftig würden Posts aber vor der Veröffentlichung überprüft.

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Stand: 27.09.2019, 20:00

Kommentare zum Thema

39 Kommentare

  • 39 IKE 28.09.2019, 22:18 Uhr

    Solche Reden wie die von Greta Thunberg sind heute leider erforderlich, um die Leute wachzuschütteln. Damit die Verantwortlichen (und wir alle sind verantwortlich) die Verantwortung auch übernehmen und etwas ändern.

  • 38 Dost Jürgen 28.09.2019, 19:05 Uhr

    Zu viele Schnellschüsse nichts durchdacht viele Länder zerstören für Rohstoffe gefährliche Batterien ohne Entsorgungskonzept Atomstrom aus anderen Ländern Zerstörung von Arbeitsplätzen ich hoffe es erwischt die richtigen von mir gäbe es dann für diese Leute nicht mal eine trockene Brotkrume

  • 37 Jochen 28.09.2019, 18:41 Uhr

    Ich mache mir wirklich Sorgen. Nicht nur ums Klima, sondern auch um die Diskussionskultur im Land. Wir müssen alle mal wieder sachlicher werden.

  • 36 Hans Birkholz 28.09.2019, 17:17 Uhr

    Dieses gecoachte Mädchen , noch nicht einmal in die Schule gehend erdreistet sich über alle Lebensklagen hinweg ihren Senf zu geben . Wer dieses haßerfüllte Gesicht wärend des Ablesens einer wahrscheinlich von Ihrem Coach verfaßten Anklage gesehen hat , der findet Paralellen zu anderen Haßpredigern . Warum sitzen eigentlich gestandene Männer und Faruen daneben und lassen sich , obwohl sie das Große und Ganze im Auge behalten müssen und für die Wirtschaft , Ihre Bevölkerung und die globalen Zusammenhänge zuständig sind von solcher kranken , kaum zurechnungsfähigen Kindfrau belästigen und beschimpfen . Ihr und von dem Kinderkramevent - Fidays for Future- kann man kaum Weitblick und Kompetenz erwarten . Es hat Zeiten gegeben , da haben Schulkinder gelernt zu denken , heute wollen sie Lebenserfahrung ausschalten , nur weil sie jung sind ? Lächerlich ! Überlegung

    Antworten (1)
    • IKE 28.09.2019, 22:03 Uhr

      Leider bedarf es heute solcher Reden, um Leute wachzuschütteln. Die gestandenen Männer und Frauen trauen sich sonst nicht Verantwortung zu übernehmen und endlich etwas zu bewegen.

  • 35 Marc Lensink 28.09.2019, 15:01 Uhr

    Klimakrise ist kein Hobby, unsere Welt steht in Flammen und wir reden von Körperlteile vergroßendes Blech alsob es eine neue Religion ist. Diese Krise fragt opfer die die meiste lieber nicht bringen wollen. Auch ohne uns geht der Krise weiter, Autofahrer sollten sich fragen ob Max 70Kmh noch spaß macht. Ich habe kein Tabu, liebe Hubraum, aber nur noch als Geschichte.

  • 34 Angela Hoppe 28.09.2019, 12:44 Uhr

    Ich habe bei der Klimadiskussion leider das Gefühl, dass kein Politiker über die Leute nachdenkt, die täglich mit dem Auto fahren MÜSSEN. Und da kommt dann so eine Gruppe mit diesem tollen Namen , die mal an uns Dauergeschröpfte denkt. Und die wird gleich mal nach rechts gerückt. In der FFF gibt es auch extreme und gewalttätige linke Spinner, die den "zivilen Ungehorsam" inklusive Gewalt predigen. Warum wird nicht mal darüber gesprochen? Sind die besser? Keine Frage, jedes extrem ist falsch und ich möchte auch nicht mit Rechten in einen Topf geworfen werden. Aber die jetzige Diskussion verärgert mich Spießbürger (das sind die, die arbeiten und zahlen dürfen, die Basis unseres Staates) derart, dass ich am liebsten alles hinschmeißen würde.

    Antworten (1)
    • Kai 28.09.2019, 14:19 Uhr

      Bester Kommentar !! Sie sprechen mir so aus der Seele. Auch ich gehöre zu Ihrer "Gruppe" (dummer Steuerzahler). Vielleicht sollten wir alle mal hinschmeißen.

  • 33 R. H. 28.09.2019, 08:56 Uhr

    Ganz großes Kino. Da werden mal eben 400000 Mitglieder über einen Kamm gescheert. Ein paar Idioten schreiben irgendeinen Mist und darauf wird sich nun gestützt. Glaubt Ihr ernsthaft, das wären 400000 Rechte, die aus dem Nichts auftauchen? 99,9% in der Gruppe sind ganz normale Bürger und diese nehmen nun Einfluss. Natürlich versuchen die Medien es nun von vorn herein in eine Schublade zu schieben. Aber allein Ihre Berichterstattung, die mit Verlaub, unter aller Kanone ist, zeigt nur, daß man uns ernst nehmen sollte. Nicht jeder ist dem FFF Wahn verfallen und man kann trotzdem für Klimaschutz sein. Es werden Konzepte folgen und von Ihren leeren Phrasen werden wir uns nicht beeindrucken lassen. Was kann FFF schon vorweisen, außer Müll hinterlassende Demos von Schulschwänzern?

  • 32 Matze 28.09.2019, 08:54 Uhr

    Wirklich kein sehr guter Beitrag. Da wird eine Gruppe erwähnt, dann geht es 80% der Zeit um rechte und linke Hetze im Netz, die nun mit der Gruppe nicht wirklich viel zu tun hat (gehetzt wird leider auch woanders im Netz, und wenn ich mir die Kommentare hier anschaue, dann frag ich mich warum der WDR nicht ebenso streng gegen diese hier vorgeht, wie andere es von FFH verlangen), und als es dann am Ende interessant wird und es wirklich um die Themen geht, die die Jungs von FFH beschäftigen ist die Zeit vorbei. Leider sehr schlecht gemacht. Da schaffen Journalismusstudenten bessere Arbeiten.

  • 31 Thomas 28.09.2019, 02:46 Uhr

    Die Gruppe ist der Hammer ewiger Scherz nicht guter Titel

  • 30 Kuka 28.09.2019, 02:06 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 29 Kuka 28.09.2019, 02:06 Uhr

    Dieser Kommentar wurde mehrfach abgegeben und daher an dieser Stelle gesperrt. (die Redaktion)

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