Fridays for Future versus Siemens: Proteste gegen Industriekonzern

Fridays for Future versus Siemens: Proteste gegen Industriekonzern

Von Marco Müller

  • Proteste gegen Siemens in mehr als 30 Städten
  • Fridays for Future protestiert gegen Projekt in Australien
  • Siemens-Chef trifft sich mit Klima-Aktivisten

In mehr als 30 Städten protestiert die Umweltbewegung Fridays for Future gegen den Siemens-Konzern, unter anderem in Krefeld, Essen, Dortmund, Bochum, Hamm und Witten. Die Klimaaktivisten wollen am Freitag (10.01.2020) gegen eine Beteiligung des Unternehmens am Bau der sogenannten "Adani"-Kohlemine in Australien protestieren.

Der indische Adani-Konzern möchte in Australien eines der größten Kohlebergwerke der Welt errichten. Die dort geförderte Kohle soll dann über den Seeweg nach Indien gebracht und dort in Kraftwerken verbrannt werden.

Australienauftrag von Siemens - CES - Elektroautos - Ghosn (09.01.2020)

WDR 5 Profit 09.01.2020 24:20 Min. Verfügbar bis 08.01.2021 WDR 5

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Siemens soll Signaltechnik liefern

Um die Kohle vom Bergwerk zum Hafen zu bringen, muss ein Teilstück einer Eisenbahnlinie neu gebaut werden. Hier kommt der deutsche Siemens-Konzern ins Spiel, denn er soll die Signaltechnik dafür liefern.

Das Auftragsvolumen soll bei 20 Millionen Euro liegen; ein verhältnismäßig kleines Geschäft für den Konzern mit einem Jahresumsatz von fast 90 Milliarden Euro.

Protest von Klima-Aktivisten

Kohle gilt als besonders umweltschädliche Art der Energie-Erzeugung. So würde die in Australien geförderte und in indischen Kraftwerken verbrannte Kohle jährlich viele Millionen Tonnen Kohlendioxid freisetzen. Die Umweltaktivisten stört aber noch mehr: der Transport.

Um die Kohle von Australien nach Indien zu transportieren, muss erst ein Hafen ausgebaut werden, damit die riesigen Transportschiffe beladen werden können. Am Ende wäre es dann einer der größten Häfen für Kohle-Exporte weltweit, vielleicht sogar der größte.

Was sagt Siemens zu der Kritik?

Das Problem: Der Hafen liegt am Great Barrier Reef. Fridays for Future befürchtet, dass mehr als 500 Kohle-Schiffe pro Jahr durch das Great Barrier Reef fahren und es beschädigen.

Siemens nimmt die Kritik nach eigener Aussage sehr ernst. Als es die ersten Proteste gab, hatte sich Konzernchef Joe Kaeser Mitte Dezember geäußert und gesagt, man stelle das Projekt auf den Prüfstand.

Bisher ist aber noch keine Entscheidung gefallen. Parallel zu den deutschlandweiten Protesten von Fridays for Future trifft sich Siemens-Chef Joe Kaeser mit Fridays-for-Future-Aktivisten zum Gespräch.

Stand: 10.01.2020, 07:18

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