"Fridays for Future" war wieder auf der Straße - trotz Corona

"Fridays for Future" war wieder auf der Straße - trotz Corona

"Kein Grad weiter": Unter diesem Motto fand am Freitag der sechste globale Klimastreik statt, dem Tausende weltweit folgen. Auch hier im Westen wurde demonstriert - trotz Corona.

Klimastreik trotz Corona-Zeit: Dem Aufruf der Bewegung "Fridays for Future" sind am Freitag nach Monaten der Pandemie-Pause Tausende Menschen in zahlreichen NRW-Städten auf die Straßen gefolgt. "Die Klimakrise wartet nicht auf einen Impfstoff", sagte Carla Reemtsma, eine Sprecherin der Bewegung. "Fridays for Future" wolle auch in der Corona-Krise Verantwortung übernehmen. "Die Zeit zur Einhaltung der Klimaziele wird knapp", betonte die Aktivistin, die bei der Kundgebung in Köln dabei war.

Protest aus dem Netz zurück auf die Straße

Demonstration in Köln zum globalen Klimastreik von Fridays For Future

Junge Leute wieder auf der Straße

In Köln fand die größte der rund 100 Protestaktionen in NRW statt: Die Organisatoren zählten 10.000 Teilnehmer, dreimal so viel wie ursprünglich angemeldet. In Bonn versammelten sich nach Schätzung der Organisatoren rund 3.000 Teilnehmer, um durch die Stadt zu ziehen, in Aachen waren es 4.000 und in Essen 1.000 Demonstranten. Die meisten waren junge Leute, die sich zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie wieder auf der Straße versammelten, nachdem sie ihren Protest monatelang im Netz formuliert hatten. Aber auch ältere Menschen waren dabei, die Plakate hochhielten und Parolen skandierten - trotz der Masken.

Fotos: "Fridays For Future"- Demonstrationen in NRW und der ganzen Welt

Corona hat die "Fridays for Future"-Bewegung vielleicht ausgebremst - gestoppt hat sie sie nicht. Unter dem Motto "Kein Grad weiter" gingen Tausende in NRW auf die Straße.

Künstler vor einer Weltkugel

Die Lage ist dramatisch, entsprechend drastisch waren oft die Bilder, die auf den Demonstrationen der Fridays-for-Future-Bewegnung heraufbeschworen wurden. So wie hier in Aachen: Die lehmverschmierten Anzüge und dicken Krawatten der Teilnehmer erinnern an Bankiers, die Erdkugel ist reichlich zerrupft. "Wenn die Erde eine Bank wäre, hättet ihr sie schon lange gerettet" - ein Slogan, der schon früher hier auf den Demos zu lesen war.

Die Lage ist dramatisch, entsprechend drastisch waren oft die Bilder, die auf den Demonstrationen der Fridays-for-Future-Bewegnung heraufbeschworen wurden. So wie hier in Aachen: Die lehmverschmierten Anzüge und dicken Krawatten der Teilnehmer erinnern an Bankiers, die Erdkugel ist reichlich zerrupft. "Wenn die Erde eine Bank wäre, hättet ihr sie schon lange gerettet" - ein Slogan, der schon früher hier auf den Demos zu lesen war.

Corona hat die Klimaschützer über Monate ausgebremst: Wo Menschenmassen zur Gesundheitsgefahr werden, können keine Demonstrationen stattfinden. Zum sechsten internationalen Klimastreik-Tag meldete sich die Bewegung wie hier in Bonn aber zurück. Corona blieb trotzdem ein großes Thema, Maskenpflicht und Abstandsregeln waren eine Herausforderung für die Organisatoren.

Ob die Teilnehmer sich an die Regeln halten würden? Da waren viele sehr skeptisch. Aber es hat geklappt, wie die Polizei bestätigte - auch wenn das Bild aus Köln einen anderen Eindruck vermittelt.

Allerdings dauerte der Zug durch die Stadt deutlich länger als geplant: Es vergingen schon ein paar Stunden, bis die 10.000 Teilnehmer auf Abstand durch die Straßen gezogen waren. Angemeldet waren ursprünglich 3.000.

In Bielefeld kamen die Demonstranten schneller vorwärts: 500 radelten klimafreundlich Richtung Innenstadt.

Dort warteten schon die Fußtruppen, die einen schnellen Ausstieg aus der Braunkohle forderten.

Viel Platz hatten die Detmolder: Dort lauschten 200 Teilnehmer der Rednerin der "Seebrücke", einer Organisation, die sich für die Aufnahme von Flüchtlingen stark macht. In Zukunft werde es noch mehr Klimaflüchtlinge geben, warnte sie.

In Wuppertal waren den Veranstaltern zufolge gut 800 Menschen auf der Straße - deutlich mehr als zunächst angemeldet. Allerdings waren diesmal weniger Schüler dabei als sonst. Ein Organisator vermutet, dass sie nicht gleich wieder im Unterricht fehlen wollten, nachdem sie corona-bedingt so viel verpasst haben.

Ans Zentrum der Macht zogen die Demonstranten in Düsseldorf. Vor dem Landtag stellten sie sich auf eine Wiese und skandierten ihre Parolen in Richtung Politik.

Von der Landes- in die Bundeshauptstadt: In Berlin war die Straße des 17.Juni diesmal nicht von Anti-Corona-Demonstranten bevölkert, sondern Bühne für Tausende von "Friday-for-Future"-Teilnehmern.

Natürlich ging auch Greta Thunberg auf die Straße. In ihrer Heimatstadt zog die Begründerin der "Fridays for Future"-Bewegung mit Gleichgesinnten vor das Parlament. Wegen Corona blieb die Menge aber sehr überschaubar.

Auch auf den Philippinen protestierten die Menschen gegen den Klimawandel. Die Bewohner vieler Länder am Meer sind besonders davon betroffen: Die Erderwärmung lässt die Polkappen schmelzen und den Meeresspiegel steigen. Einige kleine Inseln mussten deswegen schon aufgegeben werden.

Kein Widerspruch: An Nord- und Südpol ist es verdammt kalt, aber die Eismassen schmelzen rapide. Logisch, dass die Forscher der Neumayer Station in der Antarktis Flagge zeigten - wie Tausende von Menschen auf der ganzen Welt.

Demonstrieren unter Corona-Bedingungen

Die Einhaltung der Corona-Regeln zu organisieren war für die Veranstalter eine große Herausforderung. Vor den Kundgebungen mussten sie Hygienekonzepte erarbeiten, während der Demos darauf achten, dass alle Abstände einhalten und Masken aufsetzen. Corona und Klima wurden zu einem großen Anliegen: "MASKE AUF EMISSIONEN RUNTER", wie auf einem Plakat in Bonn stand. Es klappte offensichtlich: Auf Bildern aus Bonn war zu sehen, dass sich die Teilnehmer akkurat in Reihen auf der Hofgartenwiese aufstellten, aus Köln meldete die Polizei, dass die Regeln eingehalten würden. "Es ist friedlich", ließ auch eine Aachener Polizeisprecherin wissen, "alle tragen ihre Masken".

Aktionen im Braunkohlerevier

Auch am Samstag stehen die Zeichen auf Demonstration. Gemeinsam mit anderen Organisationen werden sich "Fridays for Future"-Anhänger an den Protesten des Bündnisses "Alle Dörfer bleiben" im Braunkohlerevier beteiligen.

Stand: 25.09.2020, 19:59

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