Fridays-for-Future-Aktivistin auf Weltklimakonferenz in Madrid

Fridays-for-Future-Aktivistin auf Weltklimakonferenz in Madrid

  • Kölner Fridays-for-Future-Aktivistin Leonie Bremer ist auf Weltklimakonferenz in Madrid
  • Demonstration mit Greta Thunberg am Freitag (06.12.2019)
  • Aktivisten wollen Fridays for Future auf anderen Kontinenten stärken

WDR: Was sind deine ersten Eindrücke von der Konferenz?

Leonie Bremer

Leonie Bremer aus Köln

Bremer: Es wird viel über die Probleme geredet, aber es ist wenig über die dringend notwendigen Lösungen zu hören. Ich befürchte auch eher, dass Erfolge ausbleiben - so wie auch schon in den letzten Jahren.

WDR: Die Konferenz wäre ja eigentlich in Chile gewesen. Dort ist sie abgesagt worden. Für dich ist das eine gute Gelegenheit, dieses wichtige Treffen mitzuerleben, oder?

Leonie Bremer: Ich sehe es sehr kritisch, dass die Konferenz nicht in Chile stattfindet - dadurch sind die Menschen aus dem globalen Süden hier unterrepräsentiert. Sie können hier nicht ihre Stimme erheben und schildern, was sie bereits jetzt für ein Leid ertragen müssen. Demenentsprechend fühle ich mich verantwortlich, die Aufmerksamkeit genau darauf zu lenken.

WDR: Was möchtet ihr mit Fridays for Future in Madrid erreichen?

Bremer: Ich bin mir sehr sicher, dass Fridays for Future hier viel Druck machen muss: Wir wollen Aufmerksamkeit auf die Dringlichkeit der Situation legen. Außerdem wollen wir Fridays for Future auf anderen Kontinenten stärken und die Kontakte dorthin ausweiten.

WDR: Es gibt fast täglich Hiobsbotschaften: Die CO2-Emissionen steigen immer noch weiter an. Was gibt dir dennoch Hoffnung?

Bremer: Die Wissenschaft sagt ja, dass es theoretisch noch möglich ist, die schlimmsten Folgen abzuwenden. Daran denke ich jeden Tag - auch wenn mir Zweifel kommen.

WDR: Und wie groß sind die Ängste?

Bremer: Sehr groß. Man muss sich nur anschauen, wie viele Leute in Somalia gerade wegen extremer Niederschläge ihre Häuser verlassen müssen. Und man sieht ja auch, wie die Bauern zunehmend um ihre Ernteerträge bangen müssen. Da kann schon Panik ausbrechen, aber ich versuche, das in Energie umzuwandeln und das Beste daraus zu machen.

WDR: Hier in Madrid wird große Politik gemacht. Versuchst du als Kölnerin, lokal vor Ort auch etwas zu ändern?

Bremer: Ja, ich habe zum Beispiel mit der Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes gesprochen und ihr gesagt, was notwendig ist, um gegen den Klimawandel anzugehen. Wenn man sich beispielsweise in Köln die versiegelten Flächen anschaut, ist ganz klar, dass da noch viel zu tun ist.

WDR: Am Freitag wird auch Greta Thunberg mit demonstrieren. Freust dich auf die Begegnung?

Bremer: Natürlich ist es toll, sie zu treffen, auf jeden Fall. Mindestens genauso wichtig ist es aber, diejenigen zu sprechen, die jetzt schon vom Klimawandel betroffen sind - genau dafür ist die Konferenz da.

Das Gespräch führte Nina Giaramita.

Stand: 06.12.2019, 06:00

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