Fridays for Future: Zehntausende demonstrieren in NRW bei weltweitem Klimastreik

Fridays for Future: Zehntausende demonstrieren in NRW bei weltweitem Klimastreik

Mit einem Protesttag hat die Fridays-for-Future-Bewegung auf die Klimakrise aufmerksam gemacht - kurz vor der Bundestagswahl. Mit dabei: Aktivistin Greta Thunberg aus Schweden.

Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt: Zwei Tage vor der Bundestagswahl hat die Klimaschutzbewegung Fridays für Future einen großen Auftritt gehabt mit einem globalen Klimastreik - auch in mehr als 472 deutschen Orten. Allein in NRW wurden mehr als 70 Aktionen organisiert. Laut den Organisatoren kamen deutlich mehr Teilnehmer als erwartet: 620.000 Menschen.

Erwartungen der Veranstalter übertroffen

In Städten wie Aachen, Bonn oder Essen gab es gegen Mittag die ersten Kundgebungen. Am Bonner Hofgarten waren rund 3.000 Teilnehmer mit Bannersprüchen wie "Keine leeren Versprechen mehr!" unterwegs.

Die Erwartungen der Veranstalter wurden auch in Münster übertroffen. Mehr als 15.000 Klimaaktivisten versammelten sich laut Fridays for Future. Die Polizei sprach von 10.000 Menschen. Mit nicht mal der Hälfte hatte man gerechnet.

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Fridays for Future: "Wir bestreiken deine Regierung, Olaf!"

Bei den Kölner Demonstrationen gab es prominenten Besuch: Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock tauchte auf einem Protestzug auf, wenn auch nur kurz. SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz bekam ebenfalls Besuch von einem Protestzug. Kölner Demonstranten streiften seinen Wahlkampf-Abschluss in der Domstadt.

Scholz konnte bei den Klimaaktivisten nicht punkten, obwohl er sich via Twitter "dankbar für das Engagement von Fridays for Future" zeigte. Die Bewegung habe mitgeholfen, dass Klimaschutz oben auf der Agenda stehe, so Scholz. Die Veranstalter von Fridays for Future twitterten zurück: "Wir wollen die gute Stimmung ja nicht zerstören, aber wir bestreiken heute Deine Regierung, Olaf."

So haben Menschen in NRW für den Klimaschutz protestiert

Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future hat am Freitag zu Demos in zahlreichen Ländern aufgerufen. In NRW sind Zehntausende Menschen auf die Straßen gegangen. Einige Impressionen.

Demonstrierende während einer Klimademo von "Fridays for Future" im Hofgarten in Bonn.

Ob die schwarze Wolke in Bonn zeigt, dass uns ohne mehr Klimaschutz Unheil droht? Knapp 10.000 Menschen sollen sich laut den Veranstaltern bei mehreren Demos unter der dunklen Himmelsdecke in Bonn versammelt haben.

Ob die schwarze Wolke in Bonn zeigt, dass uns ohne mehr Klimaschutz Unheil droht? Knapp 10.000 Menschen sollen sich laut den Veranstaltern bei mehreren Demos unter der dunklen Himmelsdecke in Bonn versammelt haben.

Diese junge Demonstrantin in Essen scheint ihrer Forderung nicht nur mit einem Plakat, sondern auch mit ihrer Stimme ordentlich Nachdruck zu verleihen. Dass muss sie wohl auch...

... denn in Essen waren ebenfalls Menschenmassen unterwegs, um sich für den Klimaschutz einzusetzen.

Auch sie haben sich auf den Weg gemacht - und demonstrieren in Köln. Laut Polizei haben sich bei diversen Protestzügen jeweils mehrere Tausend Menschen in der Domstadt versammelt.

"Klima ist wie Bier..." Na, wenn das kein schlagendes Argument ist?

Nicht nur dieser Demo-Teilnehmer befürchtet, dass wir das 1,5 Grad-Ziel nicht mehr packen. Laut aktuellem Bericht des Weltklimarats wird die Menschheit "die Pariser Klimaziele verfehlen, wenn die Treibhausgasemissionen nicht schnell und drastisch reduziert werden".

Das empört auch diese älteren Demonstranten. Klimaschutz ist schließlich nicht nur Sache des jungen Gemüses, wie die "Grannies for Future" zeigen.

In Dortmund startete die Demonstration erst am späten Nachmittag - große und kleine Aktivisten gingen vorneweg.

Viele Aktivisten wie Julius van der Burg, der im sauerländischen Menden demonstrierte, sind von der Politik enttäuscht: "Wir haben immer noch eine drohende Klimakatastrophe, die Massen von Menschen die Heimat nehmen wird. Deshalb fordern wir von der Politik, dass wir endlich einen vernünftigen Klimakurs einlegen."

Fridays for Future wirft der Bundesregierung vor, bislang zu wenig getan zu haben, um die Erderwärmung mit ihren Folgen zu stoppen. Zentrale Forderung ist eine Begrenzung der Erderwärmung auf höchstens 1,5 Grad Celsius, was dem Ziel des Pariser Klimaabkommens von 2015 entspricht. Dazu soll der Ausstoß von Treibhausgasen so schnell wie möglich gesenkt werden.

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Die Klimaschutz-Aktivistin Luisa Neubauer glaubt nicht, dass sich schnell etwas ändern wird: "Dieser Wahlkampf hat mir keine Hoffnung gemacht, dass die Krise überparteilich als das gesehen wird, was sie ist", schrieb sie auf Twitter.

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Greta: keine Hoffnung in die Politik

Die schwedische Aktivistin Greta Thunberg, die die weltweite Klimaschutzbewegung inspirierte, mischte beim Klimastreik in Berlin mit. Laut den Veranstaltern gingen 100.000 Teilnehmer in der Bundeshauptstadt auf die Straße.

In einer Videobotschaft an ihre Anhänger sagte Thunberg, der Wandel werde nicht von den Politikern gemacht, sondern von den Menschen auf der Straße, die den Klimaschutz fordern.

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Stand: 24.09.2021, 18:53

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