Fridays for Future - was soll das eigentlich?

"Fridays for Future"-Demonstration in Düsseldorf (08.02.2019)

Fridays for Future - was soll das eigentlich?

  • Schülerinnen und Schüler in NRW beteiligen sich am weltweiten Klimastreik
  • Initiative "Parents for Future" stellt sich hinter die Bewegung
  • Schulministerium verweist auf Schulpflicht

Wer steht hinter der Initiative Fridays for Future?

"Fridays for Future" ist eine noch sehr junge Bewegung. Entstanden ist sie durch das Bekanntwerden des Schulstreiks der Schwedin Greta Thunberg im August 2018. Die damals 15-jährige hatte sich mit einem Protestschild vor den schwedischen Reichstag gesetzt. Den Streik fürs Klima hat sie wöchentlich wiederholt - bis heute. Jugendliche weltweit sind ihrem Vorbild gefolgt und gehen nun jeden Freitag für mehr Klimaschutz auf die Straße.

Wie hat die Landesregierung sowie das NRW-Schulministerium auf die Proteste reagiert?

NRW-Ministerpräsident Laschet (CDU) hat die Kundgebungen während der Schulzeit kritisiert: Es sei glaubwürdiger, wenn die Schüler sich nach Schulschluss versammeln und damit ein persönliches Opfer in ihrer Freizeit bringen würden.

NRW-Schulministerin Gebauer hat wiederholt auf die Schulpflicht verwiesen. Diese stehe nicht im Ermessen der Beteiligten.

Müssen die Jugendlichen mit Sanktionen rechnen?

Das NRW-Schulministerium hat darauf verwiesen, das unentschuldigtes Fehlen auf dem Zeugnis vermerkt werde. Darüber hinaus könne "eine Verletzung der Schulpflicht verschiedene erzieherische Maßnahmen nach sich ziehen".

Mit Verboten zu Wahlsiegen und besserem Klimaschutz?

WDR RheinBlick 15.03.2019 28:30 Min. Verfügbar bis 15.03.2020 WDR Online

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In den Sozialen Medien sorgte die Kopie eines Schreibens der Bezirksregierung Düsseldorf für Aufregung: Die Schulen sollten dokumentieren, wer wegen des Streiks am 15. März den Schulen fern bleibt - die Zahl der streikenden Schüler solle ebenfalls mitgeteilt werden. Nach Auskunft der Bezirksregierung habe man sich damit jedoch lediglich ein Bild über das Ausmaß des Streiks machen. Das Schreiben habe sich nur auf die Stadt Wuppertal bezogen.

Was sagen die Eltern?

Seit einigen Wochen gibt es eine Initiative "Parents for Future", die sich dezidiert hinter die Schülerstreiks stellt. In einem offenen Brief an die NRW-Landesregierung fordern die Eltern unter anderem, "den Protest der jungen Menschen nicht zu diskreditieren". Darüber hinaus schreiben sie, dass der "Klimaprotest absolut notwendig und auch in seiner Form dringend geboten" sei.

Parents for future WDR aktuell 08.03.2019 02:19 Min. Verfügbar bis 08.03.2020 WDR Von Meike Hendriksen

Was passiert am 15. März?

Die "Fridays for Future"-Bewegung will den größten internationalen Schulstreik fürs Klima organisieren. Bislang sind 1.700 Veranstaltungen in 105 Ländern geplant.

Für NRW sind unter anderem Kundgebungen in Köln,, Münster, Mönchengladbach, Aachen, Bielefeld, Bochum und Bonn angekündigt. In Düsseldorf soll ein Rosenmontagswagen des Künstlers Jacques Tilly mitfahren. Er hatte der Bewegung seine Pappmaché-Abbild von Greta Thunberg geschenkt.

Stand: 15.03.2019, 06:00

Kommentare zum Thema

37 Kommentare

  • 37 Ayman Zribi 16.03.2019, 09:36 Uhr

    Es ist doch purer Blödsinn. Die Zukunft gehört der Jugend aber leider haben wir in der Politik so gut wie kein Mitsprache recht. Wie sollen wir uns dann also zu Wort melden und außerdem wird es in der Schulzeit gemacht weil es sonst kein Medien Echo gäbe bzw den Aufschrei in der Bevölkerung und Politik.

  • 36 Gerda Spaan 15.03.2019, 17:12 Uhr

    Wie sich doch aber auch alles wiederholt:Die Vorurteile der Alten gegen die Jugend, nur in neuer Form. Wie gehabt. Einfach klasse, was die SchülerInnen da machen um die Politiker, die über ihre Zukunft JETZT entscheiden -nämlich darüber, ob dieser Planet ihnen eine gute Zukunft geben kann - zur Vernunft und zum Handeln zu bringen. Und dann immer das Denken in Gegensätzen. Tut mir leid, einfach dumm. Es gibt keine gute Zukunft für unsere Kinder und Enkelkinder auf diesem Planeten, wenn nicht endlich Klimaschutzziele eingehalten werden. Politik reagiert nur mit einem Achselzucken und spricht vom Erhalt von Arbeitsplätzen und gute Bedingungen für die Wirtschaft. Als gäbe es nicht einen wissenschaftlich erwiesenen Handlungsdruck. Als wäre der Klimawandel, doch schon sichtbar für uns alle, längst schon da! Da haben die Kinder doch recht wenn sie sagen, sie würden lieber zur Schule gehen und lernen, wenn die verantwortlichen Politiker doch endlich handeln würden. Und nicht nur herumreden.

  • 35 Günter 15.03.2019, 16:48 Uhr

    Also ich finde das gut, diesen Schulstreik. Da stellt sich eine Schülerin mit einem Protestschild vor den schwedischen Reichstag und noch nicht mal ein Jahr später ist daraus eine weltweite Bewegung geworden. Und diese Bewegung bekommt auch noch wissenschaftliche Unterstützung. Es ist einfach klar die Menschheit könnte bei der Rettung ihrer Existenzgrundlage schon viel weiter sein wenn die Politik nicht immer einen Kniefall vor den Profitinteresse des Kapitals machen würde. Und genau darum finde ich diese ja aber Leute zum k… . Das Problem richtig erkannt aber bloß keine Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen. Jawohl die Schüler sind es die Unannehmlichkeiten bewusst riskieren und nicht ihr ja aber Leute. Ihr verdreht doch hier die Tatsachen.

  • 34 Meinemeinung 15.03.2019, 16:38 Uhr

    Ja, super und anschließend nach Mac Donalds, den Hamburger in der Styroporschale, die Cola aus dem Plastikbecher und dann einen Kaffee to Go auch im Plastik. Scheinheilig, Hauptsache Aktion aber es soll ja auch nur die Anderen betreffen. Super auch die Aktion in Indien, dass dreckigste Land was ich je gesehen habe, da mal einfach anfangen. Übrigens auf der Suche nach einer Ausbildung wird nach dem Grund der Fehlstunden gefragt. Die Unternehmen brauchen alles, aber keine Aufrührer in der Ausbildung.

  • 33 Michael P. 15.03.2019, 16:36 Uhr

    Der gesamte Verkehr erzeugt 18% der klimaschädlichen Abgase , die Massentierhaltung >50%. Wie hoch ist der Anteil, die sich für vegan entschieden haben? Umweltfolgekosten eines Burgers=250 Dollar. Wird von den Aktiven Primark und H&M wegen der Umweltschäden boykottiert? Wie lange nutzen die Klimaprotestler ihr Handy? Stichwort seltene Erden. Digitales Fasten wäre angebracht, ist das Thema? Facebook läuft nur mit Strom. Das wärmste Jahr der letzten Dekade nach meinem Wissen: 14,8 Grad. Ideale Temperatur der Erde übereinstimmend: 15 Grad (NICHT 14 Grad). IPCC: eine rein politische Organisation, die Kritiker mundtot macht. 300 Wissenschaftler haben sich bereits dagegen gewandt. Ist das bekannt? In den Statistiken der letzten Jahrhunderte stieg immer erst die Temperatur, dann das CO2. Wie verursacht das CO2 die Erwärmung? Die Schüler lassen sich NICHT mit einem Verbrenner zur Demo fahren, hoffe ich. Elektroauto? Toll. Aber CO2-Emission wie 4 Verbrenner mit 200Tkm.

  • 32 Hella Müller 15.03.2019, 14:29 Uhr

    Lobenswert was die Jugend uns vorlebt aber statt Freitags auf die Straße zu gehen nur weil sie auffallen wollen sollten sie darauf achten wo ihr Essen herkommt oder wohin es im Urlaub geht. Es ist erstaunlich, keiner fragt woher die Erdbeeren, Bananen usw. kommen, was für Umweltschäden Flugzeuge verursachen, welche Schäden die Skipisten verursachen, wie viel Strom ein Skilift verbraucht usw. Eine Umfrage nach Ess- und Feriengewohnheiten bei den Schülern wäre sehr interessant.

  • 31 Angelika Schur 15.03.2019, 14:16 Uhr

    Vorgestern habe ich eine SchülerIn auf die Schulpflicht hingewiesen und ebenfalls, wie Herr Laschet schon vorschlug, die Schulfreie Zeit für Demos zum Umweltschutz zu nutzen. Kommentar der SchülerIn: Frau Schur, Sie Haben den Sinn dieser Bewegung nicht verstanden. Ich persönlich finde verwerflich auf einer kriminellen Basis ein "gutes" Ziel zu verfolgen.

  • 30 Was soll das 15.03.2019, 14:04 Uhr

    Sind denn auch die ganzen altklugen Kinder zu Fuss, mit dem Fahrrad (natürlich ohne e-Unterstützung) oder zumindest mit dem ÖPNV zur Demo gekommen? Oder wurden sie von den veganen öko-alternativen Eltern mit dem fetten SUV dorthin kutschiert, wie auch zur Schule? Zu der Schule in meiner Nähe kommt ja kaum noch ein Kind selbsttätig sondern wird von den ach so ökologischen Eltern vorgefahren. Und wenn ich den ganzen Müll von den Öko-Kindern in meinem Vorgarten so ansehe, glaube ich eher es geht hier mehr um ein großes Happening weil öko ja gerade so hip ist. Und spricht man diese Jung-Ökos mal auf das Wegwerfen von Müll in ander Leuts Garten an, wird direkt mit dem Anwalt gedroht. Wenn's was Neues gibt wie Pokemon go ist der ganze Hype eh vorbei.

  • 29 eine Interessierte 15.03.2019, 13:32 Uhr

    Die Schüler*innen lernen viel: Schaut doch mal, seht Ihr ein Smartphone? Die Kinder und Jugendlichen unterhalten sich, nehmen sich wahr. Und wenn sie schon früher nicht auf der Straße spielen durften/konnten, so erobern sie sich jetzt dieses öffentliche Feld. Eltern müssen nicht mitgehen. Sie müssen vielmehr vorleben, was ihre Kinder fordern. Weniger Plastik, weniger Fleisch, weniger Auto. Mit Vorleben machen Eltern klar: Wir haben verstanden! Der Schulterschluss mit den Wissenschaftlern ist prima. Denn sie werden dafür sorgen, dass die Schüler*innen nicht nur demonstrieren, sondern verstehen, was Stickstoffdioxid ist, wie es entsteht und wie man es vermeidet, sodass sie als Erwachsene tatsächlich neue Wege für den Umweltschutz gehen können.

  • 28 TeutonischerSonderweg 15.03.2019, 13:30 Uhr

    Mit der teutonischen Energiewende versucht Deutschland drei Dinge auf einmal. Ausstieg aus der Kernenergie, Ausstieg aus der Kohleverstromung ( Braun- und Steinkohle) und den gleichzeitigen Einstieg in die Elektromobilität. Ein vierte Komponente müßte eigentlich noch hinzukommen. Heizen mit Strom aus erneuerbaren Quellen. ( Die Franzosen heizen bereits mit Atomstrom C02 frei, bei uns müßte es wie gesagt Wind- oder Sonnenstrom sein um CO2 frei zu sein, denn heizen mit BioGas kostet zuviel landwirtschaftliche Fläche). Erdgas als Übergangstechnik wird von vielen hierzulande abgelehnt, da es zwar CO2 ärmer aber nicht CO2 frei verbrannt werden kann. Außerdem ist die Erdgasstrom per se Teuerstrom . Gefracktes Erdgas aus den USA und Erdgas aus Russland über Nordstream2 will man auch nicht. Früher nannte man in der politischen Auseinandersetzung so etwas eine Quadratur des Kreises, heute spricht man da eher von einer Mission Impossible. Auch der politische Aktivismus ändert daran nichts.

  • 27 Anonymer Demonstrant 15.03.2019, 13:06 Uhr

    Frage an die Gegner dieser Demo: Würde sich überhaupt jemand (sowohl Politiker als auch Schüler) für diese Demos interessieren, wenn sie nicht irgenwie auffällt?

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