30 Milliarden für den Wiederaufbau nach der Flut: Wann kommt das Geld?

30 Milliarden für den Wiederaufbau nach der Flut: Wann kommt das Geld?

Die Bundesregierung will für die Sanierung der Flutschäden 30 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Wann Betroffene das Geld tatsächlich bekommen, ist noch offen. Ein Überblick.

Gestern hat das Bundeskabinett den Geldtopf auf den Weg gebracht, mit dem die Sanierung der Hochwasserschäden finanziert werden soll. Insgesamt werden wohl 30 Milliarden Euro für die Schäden in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Sachsen fließen.

Finanziert wird der Betrag von Bund und Ländern, wobei der Bund zunächst 16 Milliarden Euro vorschießt und die Länder in den kommenden Jahren auf Raten mitzahlen. 

Wann gibt es das Geld aus dem 30-Milliarden-Fonds? 

Noch ist nicht klar, wann das Geld aus dem Fonds "Aufbauhilfe 2021" tatsächlich an Betroffene fließen kann. Dafür muss der Gesetzesvorschlag der Bundesregierung erst vom Bundestag verabschiedet werden und dann auch vom Bundesrat bestätigt werden.  

Bei der Flutkatastrophe 2013 gab es einen ähnlichen Fonds. Damals konnten die ersten Gelder rund acht Wochen nach der Flut fließen. 

Wie kann ich Wiederaufbauhilfe beantragen? 

Die Landesregierung von NRW arbeitet aktuell am Verfahren für die Auszahlung der Hilfsgelder. Sobald der Fonds beschlossen ist und die Bundesregierung das erste Geld einzahlt, wird die Landesregierung entsprechende Antragsformulare zur Verfügung stellen. Dann wird zum Beispiel auch geklärt in welcher Höhe entstandene Schäden abgedeckt werden. 

Erst dann können Betroffene die Geldspritze beantragen. Das heißt, wer noch kein Geld von der Versicherung bekommt, muss jetzt entweder in Vorleistung gehen, um die Sanierungen zu finanzieren oder abwarten, bis es konkretere Informationen der Landesregierung gibt. 

Bis dahin gibt es für die Betroffenen der Flut Soforthilfen von Bund und Land.

Wie lang wird der Wiederaufbau in NRW dauern? 

Die Sanierungsarbeiten starten erst langsam. Der Hauptgeschäftsführer der Bauverbände NRW, Herrmann Schulte-Hiltrop schätzt, dass die Arbeiten lange dauern werden. Er sagt: "Ich gehe davon aus, dass das mindestens drei Jahre braucht, alles wieder einigermaßen in Stand zu setzen und in manchen Bereichen wird es auch länger dauern."

Grund dafür sind auch die fehlenden Arbeitskräfte in der Bauwirtschaft. Aktuell arbeiten 135.000 Menschen in der Bauwirtschaft in NRW und es werden von Jahr zu Jahr weniger. Zusätzlich sind die Materialkosten für den Bau gerade sehr hoch. 

Stand: 18.08.2021, 17:13

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