Folgen des 11. Septembers wirken an Flughäfen bis heute nach

Ein Fluggast steht am Flughafen Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) vor dem Abflug in einem Körperscanner

Folgen des 11. Septembers wirken an Flughäfen bis heute nach

Für Urlauber gibt es Flugreisen VOR dem 11. September 2001 und Flugreisen NACH den Terroranschlägen in den USA. Diese Zäsur ist an Flughäfen bis heute spürbar.

2.977 Menschenleben - so viele starben bei den Anschlägen, als 19 radikal-islamische Attentäter vier Passagierflugzeuge entführt hatten. Zwei Flugzeuge prallten in das World Trade Center in New York, eines in das Pentagon in Washington. Symbolträchtige Orte für Wohlstand und Sicherheit.

Einschnitte nach Attentatsversuchen

Dieser Tag war auch eine Zäsur für die Luftsicherheit. Die Folgen spüren Passagiere noch heute tagtäglich bei den Sicherheitskontrollen. Tabu im Handgepäck: Teppichmesser und Pfefferspray - die Waffen der Terroristen, mit denen sie die Flugzeuge in ihre Gewalt brachten.

Weitere massive Einschnitte folgten:

  • Beschränkte Mitnahme von Flüssigkeiten, nachdem 2006 Anschläge mit flüssigen Chemikalien in London verhindert werden konnten.
  • Körperscanner, nachdem 2009 ein Passagier Sprengstoff in der Unterhose an Bord eines Flug von Amsterdam nach Detroit schmuggelte.

Vieles ist für Passagiere Routine

Die Abfertigung der Passagiere habe sich nicht verlängert, weil der technische Fortschritt viele Vorgänge parallel verkürzt habe, sagte Jens Flören, Pressesprecher der Bundespolizei NRW am Samstag dem WDR. Der Einsatz eines Körperscanners dauere letztlich "nur wenige Sekunden".

Spätestens in der Hauptreisezeit zeigt sich, dass aus Sekunden schnell eine halbe Stunde werden kann: Staus vor dem Körperscanner und der Gepäckdurchleuchtung. Oft Fehlalarm. Oft so zeitraubend, dass der Puls bei vielen nach oben schnellt angesichts der Sorge, den Flug zu verpassen.

Messer bis sechs Zentimeter im Handgepäck erlaubt

Zu Wortgefechten mit den Sicherheitskontrolleuren kommt es bei manchem auch heute noch - trotz aller Routine - angesichts der Sinnhaftigkeit der Regeln. Warum ist beispielsweise ein Taschenmesser bis 6 Zentimeter Länge als Bordgepäck zulässig? Warum wird die Mitnahme von Flüssigkeiten auf 100 ml pro Gefäß in einem 1-Liter-Beutel "aus Sicherheitsgründen" beschränkt - in den Shops bis zum Gate darauf aber nicht mehr geachtet?

"Das ist durch die EU rechtsverbindlich geregelt, und wir sorgen dafür, dass es eingehalten wird", sagt der Bundespolizeisprecher. "Die EU wird sich schon was dabei gedacht haben."

Bei Flüssigkeiten, dazu zählen auch Cremes und Schmierkäse, gilt, dass pro Passagier 100 Milliliter in einem durchsichtigen, wiederverschließbaren 1-Liter-Plastikbeutel mitgeführt werden können - wer keinen Beutel dabei hat, kann ihn vor Ort für ein, zwei Euro kaufen.

"Diese Maßnahmen sollten regelmäßig überprüft werden, um sicherzustellen, dass sie der Entwicklung der Bedrohung angemessen sind." EU-Verordnung für die Luftsicherheit

Sicherheitsfirmen werden stichprobenartig kontrolliert

Sicherheit habe "höchste Priorität", sagt Bundespolizeisprecher Flören. Ob das vor 2001 anders gewesen sei, könne er nicht sagen, aber die Sensibilität sei durch die Anschläge ohne Frage bis heute geschärft worden.

Wie scharf genau, lässt die Bilanz der Bundespolizei für 2019 zumindest erahnen: Bei 83 Millionen Sicherheitskontrollen sind 448.344 verbotene Gegenstände konfisziert worden - 352.054 davon im Handgepäck. Darunter fielen unter anderem 143 Schusswaffen.

Aber es zählen eben auch Cremes, Lipgloss sowie Stricknadeln dazu, die auf den ersten Blick viel unverdächtiger wirken als Feuerwaffen, Armbrüste und Schwerter, die genauso verboten sind.

Diese Gegenstände werden wohl auf absehbare Zeit tabu bleiben, weil der 11. September 2001 die zivile Luftfahrt nachhaltig verändert hat.

Stand: 11.09.2021, 20:35

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