NRW-Landtag beschließt "Fluggastrechte-App"

Abflughalle mit wartenden Fluggästen

NRW-Landtag beschließt "Fluggastrechte-App"

  • Ansprüche sollen per Handy-App geltend gemacht werden
  • Verbraucherzentrale soll Anwendung entwickeln
  • Fluglinien klären oft nicht über Rechte auf

Mit großer Mehrheit hat der NRW-Landtag am Donnerstag (11.10.2018) beschlossen, eine "Fluggastrechte-App" auf den Weg zu bringen. Das Programm soll Reisenden helfen, Entschädigungen künftig unkompliziert per Handy geltend zu machen. Die neue App soll von der Verbraucherzentrale entwickelt werden.

"Die Menschen benötigen Hilfe", sagte Verbraucherministerin Ursula Heinen-Esser (CDU). Flugverspätungen, Annullierungen und Beschwerden hätten in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Viele Airlines klärten ihre Passagiere nicht über ihre Rechte auf, beklagten Abgeordnete aus allen Fraktionen.

Verbraucherzentrale: Wäre "eine gute Hilfe"

Wolfgang Schuldzinski

Verbraucherschützer Wolfgang Schuldzinski

"Fakt ist, das viele Reisende sehr verärgert sind über die Ausfälle der letzten Zeit, aber auch über das Informations- und Reklamationsverhalten einiger großer Airlines", sagt Wolfgang Schuldzinski von der Verbraucherzentrale NRW. Eine Unterstützung, die bereits am Flughafen Informationen über die individuellen Rechte liefere, wäre aus seiner Sicht "eine gute Hilfe".

Der CDU-Abgeordnete Christian Untrieser kritisierte, dass auf Entschädigungsansprüche häufig gar nicht oder erst im Mahnverfahren reagiert würde. "Wir haben kein Regelungs-, sondern ein Rechtsdurchsetzungsdefizit", stellte der Jurist fest.

Bundesweit 3.200 Ausfälle allein im Juli

Bundesweit habe es allein im vergangenen Juli schon fast 3.200 Flugausfälle und 1.313 Flüge mit über drei Stunden Verspätung gegeben - in Paderborn war kürzlich ein Flugzeug mit 53 Stunden Verspätung gelandet.

Es sei auch ein Portal geplant, in das alle Flugverspätungen einfließen sollen, kündigte Heinen-Esser an. Sie kritisierte zudem die gängige Praxis, Flüge um bis zu 15 Prozent zu überbuchen und Passagiere stehen zu lassen.

Luftfahrtgipfel in Hamburg

Vergangene Woche hatte sich ein Luftfahrtgipfel in Hamburg auf Maßnahmen verständigt, um gegen Missstände im Luftverkehr anzugehen. Unter anderem sollen mehr Fluglotsen ausgebildet und die Sicherheitskontrollen effektiver werden. Die Stärkung von Fluggastrechten stand nicht im Mittelpunkt.

Luftfahrt-Gipfel: Maßnahmen für pünktlichen Flugverkehr

WDR 2 | 05.10.2018 | 02:06 Min.

Download

Mehr Fluggäste in NRW

Die Zahl der Flugpassagiere wächst. Allein in den Sommerferien flogen laut dem Antrag vom Flughafen Düsseldorf etwa 3,9 Millionen Fluggäste ab. Der Flughafen Köln/Bonn verzeichnete mit rund 2,1 Millionen Fluggästen einen neuen Rekord. Der Flughafen Dortmund verbuchte mit 331.000 Fluggästen ein Zehnjahreshoch.

Stand: 11.10.2018, 17:29

Weitere Themen

Aktuelle TV-Sendungen