Auf einem Oberarm klebt ein Pflaster. Darunter steht auf Deutsch und Ukrainisch: Für Ukrainer in Deutschland

Für Ukrainer in Deutschland: Was sollte ich zur Corona-Impfung wissen?

Stand: 15.04.2022, 16:30 Uhr

Wir beantworten Fragen für Ankommende und Helfende - auf Ukrainisch und Deutsch. Hier: Was sollte ich zur Corona-Impfung wissen?

Über eine allgemeine Impfpflicht wird in Deutschland noch diskutiert. Bislang müssen sich nur Beschäftigte in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen gegen Corona impfen lassen. Politik und Wissenschaft raten jedoch allen zur Corona-Impfung. Was muss man dazu wissen? Und wo bekommt man die Impfung? Fragen und Antworten.

Dieses Element beinhaltet Daten von Facebook. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Wann gilt man in Deutschland als geimpft?

Offiziell gilt man in Deutschland nur dann als geimpft, wenn man zwei Dosen eines Impfstoffs erhalten hat, der in der Europäischen Union zugelassenen ist. Nicht zugelassen sind zum Beispiel die Impfstoffe Sputnik, Sinovac und Sinopharm. Zugelassen sind nur diese fünf Impfstoffe:

  • Biontech/Pfizer (mRNA-Impfstoff)
  • Moderna (mRNA-Impfstoff)
  • Novavax (ähnelt einem Totimpfstoff)
  • Johnson & Johnson (Vektorimpfstoff)
  • Astrazeneca (Vektorimpfstoff, wird in Deutschland nicht mehr verimpft)

Ist die Corona-Impfung in Deutschland kostenlos?

Ja, die Schutzimpfung vor Covid-19 ist in Deutschland für alle Menschen kostenlos, wenn sie hier leben oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. Eine Krankenversicherung braucht man dafür nicht. Man muss aber einen Ausweis mitbringen. Wer einen Impfpass hat, sollte diesen auch mitbringen - das ist aber nicht nötig.

Wer sollte sich gegen Corona impfen lassen?

Auf dem Bild sieht man einen Jugendlichen der geimpft wird.

In Deutschland orientiert man sich an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko). Das ist eine unabhängige Expertengruppe, die eng mit den Behörden zusammenarbeitet. Die Stiko empfiehlt die Corona-Impfung allen Menschen ab zwölf Jahren. 

Zum Teil empfiehlt die Stiko die Corona-Impfung auch schon Kindern ab fünf Jahren. Voraussetzung: Die Kinder haben bestimmte Vorerkrankungen. Oder die Kinder haben Kontakt mit Menschen, die durch Corona besonders gefährdet sind (zum Beispiel sehr Alte oder Immungeschwächte).

Sollte man sich impfen lassen, wenn man schon Sputnik, Sinovac und Sinopharm erhalten hat? 

Die Stiko macht dazu eine ganz klare Empfehlung: Wer bisher Sputnik, Sinovac, Sinopharm oder einen anderen in der EU nicht zugelassenen Impfstoff erhalten hat, sollte mit den Corona-Impfungen noch einmal von vorne beginnen. 

Sollte man sich impfen lassen, wenn ich schon an Corona erkrankt war?

Ja, sagt die Stiko. Auch Genesene sollten sich impfen lassen. Wann genau man sich impfen lassen sollte, hängt davon ab, ob man die Corona-Erkrankung nachweisen kann und welche Art von Nachweis man hat (PCR-Test oder Antikörper-Test). Details bespricht man am besten mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Wo bekommt man eine Corona-Impfung?

Es gibt in Deutschland zahlreiche Corona-Impfangebote. Impfen lassen kann man sich zum Beispiel hier:

  • in vielen Arztpraxen
  • in einigen Apotheken
  • in Corona-Impfzentren, die es in vielen Städten gibt
  • bei Impfaktionen, zum Beispiel in Einkaufszentren oder in Impfbussen
  • von mobilen Impf-Teams, die zum Beispiel Flüchtlingsunterkünfte besuchen

Eine Apotheke, die gegen Corona impft, findet man zum Beispiel über diese Website des Deutschen Apothekerverbands (nur auf Deutsch):

Weiterführende Links zu den Impfangeboten in den Bundesländern gibt es hier (zum Teil auf Ukrainisch, zum Teil nur auf Deutsch):

Welche Nebenwirkungen kann es durch die Corona-Impfung geben? 

Alle in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoffe gelten als ungefährlich. Häufig kommt es nach der Corona-Impfung zu einer Impfreaktion, also einer kleineren Nebenwirkung. Das ist normal. Impfreaktionen zeigen, dass sich der Körper mit dem Impfstoff auseinandersetzt. Häufig sind es Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Manchmal sind es auch Fieber, Durchfall oder Schüttelfrost. Impfreaktionen dauern höchstens ein paar wenige Tage an.

Manchmal kommt es nach einer Corona-Impfung aber auch zu einer Impfkomplikation - also einer Erkrankung infolge der Impfung. Diese kommen aber nur sehr selten vor und lassen sich häufig gut behandeln. Lang anhaltende Schäden oder sogar Todesfälle sind extrem selten. Das zeigt die fortlaufende Überprüfung der Corona-Impfstoffe durch das staatliche Paul-Ehrlich-Institut. 

Wann sollte man eine dritte Impfung (Booster) bekommen?

Die Stiko empfiehlt, sich drei Monate nach der zweiten Impfung ein drittes Mal impfen zu lassen. Denn die Booster-Impfung schützt noch deutlich besser vor einem schweren Krankheitsverlauf als die zweite Impfung. 

Wo kann man noch mehr über die Corona-Impfung erfahren?

Informationsmaterial zur Corona-Impfung auf Ukrainisch gibt es zum Beispiel vom Robert Koch-Institut (RKI) und von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Das sind zwei Behörden, die dem Bundesgesundheitsministerium unterstellt sind.

Dieses Element beinhaltet Daten von Instagram. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Weitere Informationen:

Alle Fragen im Überblick:

Aktuelle TV-Sendungen