Studierende sitzen in einem vollen Hörsaal.

Für Ukrainer in Deutschland: Kann ich mein Studium fortsetzen?

Stand: 28.04.2022, 11:28 Uhr

Wir beantworten Fragen für Ankommende und Helfende - auf Ukrainisch und Deutsch. Hier: Kann ich mein Studium fortsetzen?

Der Krieg in der Ukraine hat den Alltag der meisten Menschen im Land unsicher werden lassen – sei es in Bezug auf Job, Ausbildung oder Schule. Wer in der Ukraine ein Studium begonnen hat und es nicht abschließen konnte, hat in Deutschland mehrere Möglichkeiten. Auch ein Studienbeginn ist möglich.

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Brauche ich einen Schulabschluss?

In der Regel ist für ein Studium in Deutschland ein Schulabschluss erforderlich. Für ukrainische Geflüchtete war es in den vergangenen Wochen aber teils nicht mehr möglich, die dafür erforderlichen Abschlussprüfungen zu machen. Deshalb hat die Kultusministerkonferenz (KMK) in Deutschland eine Ausnahme für Ukrainer und Ukrainerinnen beschlossen: Sie können in Deutschland auch ohne Schulabschluss studieren.

Wer davon betroffen ist, muss sich dafür beim jeweiligen Studienkolleg einer Hochschule bewerben. Diese Kollegs sind dafür zuständig, ausländische Bewerberinnen und Bewerber auf ein Studium in Deutschland vorzubereiten. Hier gibt es eine Übersicht mit Kontakten zu allen Studienkollegs, auf Deutsch und Englisch:

Brauche ich einen Nachweis für meinen Schulabschluss?

Wer aus der Ukraine in Deutschland angekommen ist, hat nicht zwangsläufig auch alle Unterlagen dabei. Ukrainerinnen und Ukrainer, die zwar die allgemeine Hochschulreife erworben, aber keinen Nachweis darüber haben, durchlaufen ein gesondertes Verfahren. Sie müssen dann keinen Umweg über ein Studienkolleg gehen.

In dem Verfahren wird neben dem Aufenthaltsstatus unter anderem geprüft, über welche Bildung der Bewerber oder die Bewerberin verfügen. Diese Regelung gilt bereits seit 2015, auch für Geflüchtete aus anderen Ländern.

Wie kann ich mein Studium fortsetzen?

Wer in der Ukraine schon ein Studium begonnen hatte und dieses fortsetzen möchte, kann sich laut der KMK direkt bei der gewünschten Hochschule bewerben. Die gute Nachricht: Die in der Ukraine erworbenen ECTS-Punkte gelten auch in Deutschland. Der genaue Ablauf des weiteren Studiums sollten Studierende dann individuell mit der jeweiligen Hochschule klären.

Welcher deutsche Studiengang überhaupt zum bisherigen ukrainischen Studium passt, lässt sich hier überprüfen:

Was für Kosten kommen auf mich zu?

An staatlichen Hochschulen in Deutschland wird pro Semester, also ungefähr alle sechs Monate, eine Semestergebühr fällig. An privaten Hochschulen wird diese Gebühr meist monatlich entrichtet und fällt in der Regel deutlich höher aus. Ob es für Geflüchtete Vergünstigungen gibt, kann je nach Bundesland und Hochschule variieren.

Aber: Wer aus der Ukraine in Deutschland ankommt und studiert, hat verschiedene Möglichkeiten für finanzielle Unterstützung. Innerhalb der ersten 15 Monate nach der Registrierung in Deutschland haben Geflüchtete ohnehin Anspruch auf Leistungen. Das ist im Asylbewerberleistungsgesetz festgelegt. Wer ein Studium aufgenommen hat, erhält diese Leistungen auch über diesen Zeitraum hinaus. Gleiches gilt beim Start einer Ausbildung.

Je nach Aufenthaltsstatus ist es für Ukrainerinnen und Ukrainer grundsätzlich auch möglich, während des Studiums BAföG zu beziehen. Das ist die staatliche Studienfinanzierung in Deutschland. BAföG-berechtigt sind unter anderem Personen mit abgeschlossenem Asylverfahren oder Menschen, die unter sogenanntem subsidiären Schutz stehen. An vielen Universitäten gibt es hierzu Beratungsangebote, andernfalls kann die kostenlose BAföG-Hotline – in deutscher Sprache – weiterhelfen: Tel. 0800-223 63 41, montags bis freitags, 8-20 Uhr.

Allgemeine Hilfe

Alternativ können Ukrainerinnen und Ukrainer die Hilfsangebote des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Anspruch nehmen. Hier gibt es eine Studienvorbereitung, Deutsch-Kurse für Geflüchtete sowie allgemeine Informationen über verschiedene Wege ins Studium:

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