Zwei Frauen aus der Ukraine mit Maske. Logo Ukrainer in Deutschland zweisprachig

Für Ukrainer in Deutschland: Wie komme ich an finanzielle Hilfe und Bargeld?

Stand: 11.05.2022, 14:07 Uhr

Wir beantworten Fragen für Ankommende und Helfende - auf Ukrainisch und Deutsch. Hier: Wie komme ich an finanzielle Hilfe und Bargeld?

Viele Ukrainerinnen und Ukrainer suchen in diesen Tagen Schutz in Deutschland. Haben sie eine sichere Unterkunft gefunden und sind zumindest ein wenig zur Ruhe gekommen, wird sie zwangsläufig eine Frage beschäftigen: Wie komme ich an Geld?

Die gute Nachricht: Ankommende Menschen aus der Ukraine haben Anspruch auf finanzielle Hilfe. Dieses Recht haben sie genauso wie auf andere Leistungen des Grundbedarfs, wie beispielsweise auf Kleidung und Lebensmittel. All das regelt das Asylbewerberleistungsgesetz - obwohl Geflüchtete aus der Ukraine keinen Asylantrag stellen müssen. Genauere Infos gibt es hier:

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Bisher wurde das über das Asylbewerbergesetz geregelt - die Menschen konnten in den ersten 18 Monaten nach ihrer Ankunft in Deutschland sogenannte Grundleistungen erhalten. In einer Erstaufnahmeeinrichtung oder einer zentralen Unterbringungseinrichtung wird dieser notwendige Bedarf neben einem kleinen Taschengeld vollständig durch Sachleistungen gedeckt. In dem Fall erhalten ankommende Menschen kein Geld, sondern auf direktem Wege Essen, Trinken, Kleidung - alles, was sie sich von den Grundleistungen zuerst kaufen würden.

Ab dem 1. Juni soll sich das aber ändern:  Geflüchtete aus der Ukraine werden dann nach dem Sozialgesetzbuch II unterstützt. Das bedeutet, dass Menschen aus der Ukraine dann behandelt werden wie anerkannte Asylbewerber – und auch mehr Geld bekommen als zuvor. Ab Juni hat eine alleinstehende Person zum Beispiel Anspruch auf höchstens 449 Euro (statt wie vorher 367 Euro.) Das ist die Summe, die zum Beispiel auch als Grundsicherung für Arbeitslose in Deutschland angesetzt wird, auch Hartz 4 genannt. Wie hoch der Anspruch tatsächlich ausfällt, kommt zum Beispiel darauf an, ob man allein oder mit anderen Menschen in einer Gemeinschaftsunterkunft zusammenlebt.

Auskunft darüber gibt dann das Jobcenter. Das wird ab Juni die zentrale Anlaufstelle - es zahlt die Krankenversicherung und die Wohnungsmiete, vermittelt Sprachkurse und hilft auch bei der Arbeitsvermittlung. Bis Juni können Ukrainerinnen und Ukrainer noch beim Sozialamt Unterstützung finden.

Banken unterstützen bei ukrainischem Bargeld

Wer auf der Flucht vor allem Bargeld dabei hatte und dies in Deutschland nutzen möchte, steht oft vor einem Problem: Banken nehmen die ukrainische Währung Hrywnja nicht an. Sie kann in der Regel auch nicht in deutschen Wechselstuben getauscht werden. Schon vor dem Krieg galt die Währung in Deutschland als eher exotisch. Die Nachfrage danach war sehr gering. "Hrywnja ist eine klassische Binnenwährung", sagte Stefan Marotzke vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband auf WDR-Anfrage. Zudem gebe die ukrainische Nationalbank derzeit keine Devisen heraus.

Sie empfiehlt deshalb auch, Geld nach Möglichkeit nicht in bar mitzunehmen, sondern im Ausland direkt in der jeweiligen Landeswährung abzuheben. Einige Banken versuchen, ankommenden Menschen aus der Ukraine entgegenzukommen: Bei Vorzeigen des ukrainischen Passes werden keine Gebühren erhoben, um auf ukrainische Konten zuzugreifen.

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Europäische Lösung soll folgen

In verschiedenen Medienberichten heißt es, dass es Ukrainern in Deutschland und allen anderen EU-Mitgliedsstaaten bald möglich sein soll, zumindest 10.000 Hrywnja umzutauschen. Das entspricht etwa 310 Euro. So habe es die EU-Kommission vorgeschlagen, die sich dazu aktuell mit der Europäischen Zentralbank (EZB) abstimmt. Polen – das nicht zur Eurozone gehört - hat diese Lösung bereits letzten Monat auf den Weg gebracht.

Für die anderen Länder aber bedürfe es eben erst "einer europäischen Lösung. Sobald es diese gibt, können wir tätig werden", so Marotzke. Denkbar sei, dass für dieses Geld dann die EZB haftet. Wann es dazu eine Entscheidung geben könnte, dazu gibt es bislang keine Informationen.

Weitere Informationen zum Geldtransfer von und in die Ukraine gibt es hier:

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