Eine Frau mit Warnweste teilt Essen an Geflüchtete aus.

Für Ukrainer in Deutschland: Wie komme ich an Kleidung und Lebensmittel?

Stand: 15.04.2022, 15:39 Uhr

Wir beantworten Fragen für Ankommende und Helfende - auf Ukrainisch und Deutsch. Hier: Wie komme ich an Kleidung und Lebensmittel?

Wer mit dem Zug aus der Ukraine in Deutschland ankommt, ist in der Regel direkt an einem Ort, wo es Hilfe gibt: An vielen Bahnhöfen gibt es derzeit Ansprechpartner und Infostellen, Versorgung mit Essen und Trinken. Wie aber können Ukrainerinnen und Ukrainer anschließend an Lebensmittel gelangen? Wie an Kleidung? Auch, wenn sie direkt bei Freunden und Bekannten untergekommen sind?

Habe ich automatisch Anspruch auf Essen und Kleidung?

Zu unterscheiden ist, ob Ukrainerinnen und Ukrainer in einer Landesaufnahmeeinrichtung oder direkt in einer Kommune ankommen. Diejenigen, die in einer Landesaufnahmeeinrichtung ankommen, kennen meist niemanden in Deutschland. Wer Verwandte oder Freunde in Deutschland hat und bei ihnen wohnt, ist meist direkt einer Kommune zugeordnet.

In einer Landesaufnahmeeinrichtung wird für die Ukrainerinnen und Ukrainer meist automatisch ein Antrag auf eine Aufenthaltsgewährung gestellt oder zumindest dabei unterstützt. Schon bevor das erfolgt ist, werden Ukrainer hier mit Lebensmitteln und Kleidung aus Kleiderkammern versorgt. Wer aber in einer Kommune ist, muss sich selbstständig um diesen Antrag kümmern.

Warum das alles wichtig ist? Der Antrag ist zwingend, damit das Asylbewerberleistungsgesetz gilt. Dieses Gesetz gilt in ganz Deutschland. Und mit diesem Gesetz haben ankommende Menschen aus der Ukraine unter anderem Anspruch auf Lebensmittel und Kleidung.

Wichtige Ansprechpartner für Anträge

"Manche Kommunen sind da sehr unbürokratisch und es reicht, wenn beim Sozialamt ein ukrainischer Pass vorgezeigt wird", sagt Birgit Naujoks vom Flüchtlingsrat NRW auf WDR-Anfrage. In der Städteregion Aachen sei dies der Fall. Anderenorts muss für den Antrag auf Aufenthaltsgewährung zunächst die Ausländerbehörde und dann das Sozialamt besucht werden.

Ist der Antrag gestellt und bewilligt, werden Ukrainerinnen und Ukrainer mit Sachleistungen und finanziellen Hilfen in Form eines Taschengeldes versorgt. Der Betrag richtet sich danach, ob die Person noch in einer Erstaufnahmeeinrichtung oder in einer Folgeunterkunft wohnt, ob sie allein ist oder mit Familie.

Zum einen bekommen Ukrainerinnen und Ukrainer dann Geld für notwendigen Bedarf (dazu zählen unter anderem Kleidung, Lebensmittel, Heizung, Unterkunft), außerdem Geld für persönlichen Bedarf, der individuell genutzt werden kann.

Kostenloses Essen, kostenlose Kleidung

Abseits der Versorgung in einer Erstaufnahmeeinrichtung können ankommende Ukrainerinnen und Ukrainer kostenlose Angebote für Suppenküchen oder Kleiderkammern wahrnehmen. Ein Beispiel sind viele Stellen der "Tafel e.V.": "Viele Stellen versorgen ukrainische Geflüchtete gerade kostenlos mit Lebensmitteln", sagt Petra Jung auf WDR-Anfrage. Sie ist Pressesprecherin beim Landesverband Tafel NRW e.V.; ein Beispiel seien die Tafeln in Dormagen und Wuppertal. Weitere Kontakte zu Angeboten wie diesen gibt es bei Infostellen oder den Kommunen.

Unter anderem in Köln hat kürzlich ein Umsonst-Laden aufgemacht, darüber hinaus gibt es in vielen Städten Sozialkaufhäuser und Kleiderkammern. Unter anderem die Kleiderkammer in Hilden (Kreis Mettmann) stellt ankommenden Menschen aus der Ukraine eine kostenlose Erstausstattung zur Verfügung.

Einen Überblick und eine Online-Suche in verschiedenen Sprachen zu diesen Angeboten gibt es hier:

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