Tausende demonstrieren für Seenotretter

Aktionstag der Seebrücke-Bewegung in Köln

Tausende demonstrieren für Seenotretter

  • 5.000 Menschen demonstrieren in NRW für Seenotrettung
  • Bundesweiter Aktionstag der Seebrücke-Bewegung
  • Arbeit von Flüchtlingsrettern soll nicht kriminalisiert werden

Unter dem Motto "Notstand der Menschlichkeit" sind am Samstag (06.07.2019) in NRW mehrere tausend Menschen auf die Straße gegangen. Mit dem bundesweiten Aktionstag, zu dem die internationale Bewegung "Seebrücke" aufgerufen hatte, wollten die Teilnehmer gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung protestieren.

Anlass war der Fall der "Seawatch-3"-Kapitänin Carola Rackete, die verhaftet worden war, nachdem sie Bootsflüchtlinge in einen italienischen Hafen gebracht hatte. "Carola ist frei, aber es ist noch nichts gewonnen", schreiben die Initiatoren dazu. Die Diskussion darüber, ob das Retten von Flüchtlingen im Mittelmeer strafbar ist, geht weiter.

In NRW fanden den Veranstaltern zufolge Kundgebungen in 13 Städten statt, unter anderem in Aachen, Münster und Düren. In Bochum gab es eine Wander-Mahnwache, in Köln protestierten einige hundert Menschen vor dem italienischen Generalkonsulat.

Dort hieß es: "Baut Brücken statt Mauern" und "Solidarität mit Menschen auf der Flucht, die Schiffbruch erleiden". In Detmold wurde dazu aufgerufen, in orangenen Westen fünf Minuten lang der Ertrunkenen zu gedenken.

Demo für Seenotretter in Düsseldorf

Demo in Düsseldorf

Auch die Kirchen beteiligten sich: Evangelische Kirchenvertreter aus Moers, Duisburg und Dinslaken hatten eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht.

Darin heißt es: Die Rettung eines Menschenlebens müsse höchste Priorität haben und dürfe nicht zu einer Straftat verdreht werden. Sie erinnern an christliche Werte, wenn es darum geht, Menschen in Not zu helfen

Flüchtlingsrat NRW: "Politik des Wegschauens"

Die Odyssee der "Seawatch 3" sei nur ein aktuelles Beispiel für "eine skandalöse Politik des Wegschauens seitens der europäischen Staaten", erklärte der Flüchtlingsrat NRW und forderte sichere Fluchtwege. Nach Angaben der Initiative "Seebrücke" ertrinkt jede sechste Person während des Fluchtversuchs über das Mittelmeer.

Stand: 06.07.2019, 17:32

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