Köln: CDU-Politikerin wegen Flüchtlingshotel in Kritik

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Köln: CDU-Politikerin wegen Flüchtlingshotel in Kritik

  • Extrem teure Flüchtlingsunterbringung im Kölner Hotel
  • CDU-Politikerin als Hotelbetreiberin in der Kritik
  • Horitzky hat angeblich unkündbaren Vertrag
  • SPD spricht von "Abzocke" und "Skandal"

Das Kölner CDU-Vorstandsmitglied Andrea Horitzky kassiert bis zu 32.500 Euro im Monat dafür, dass sie mehr als 30 Flüchtlinge in ihrem Dellbrücker Hotel "Restauration zum Bahnhof" unterbringt. Nach WDR-Informationen soll der erst 2017 und damit lange nach dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise geschlossene Vertrag mit der Stadt eine Laufzeit von sieben Jahren haben und unkündbar sein. Die Hotelbetreiberin würde also rund 2,7 Millionen Euro verdienen können.

OB Reker: Umfassenden Prüfauftrag erteilt

Die ungewöhnlichen Vertragsinhalte lässt Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) nun prüfen. Sie teilte dem WDR am Mittwoch (11.04.2018) mit, dass sie "einen umfassenden Prüfauftrag zu den verschiedensten Aspekten und Fragestellungen hinsichtlich der Unterbringung von Geflüchteten in Hotels und Beherbergungsbetrieben erteilt" hat. Und: "Die Ergebnisse dieser Prüfung sollen bis Ende dieser Woche vorliegen."

SPD-Chef Ott: "Abzocke pur"

Für den Kölner SPD-Vorsitzenden Jochen Ott ist das Vertragswerk "ein Skandal" und "Abzocke pur". Er forderte im WDR, dass auch offen gelegt werden müsse, wer diese Entscheidungen getroffen hat: "Wir erwarten, dass die OB und die regierenden Vertreter von CDU und Grünen Licht ins Dunkel bringen." Unverständlich ist für Ott besonders, dass über einen "Vertrag solcher Größenordnung ohne Ratsbeschluss entschieden werden konnte".

Auch der Kölner CDU ist der Vorgang wohl nicht ganz geheuer. Chef Bernd Petelkau kündigte an, man werde mit Andrea Horitzky sprechen und dann das weitere Vorgehen beraten.

Anfragen des WDR hat sie seit Samstag (07.04.2018) ignoriert.

Redaktioneller Hinweis: In einer früheren Fassung dieses Beitrags hieß es, nach WDR-Informationen soll der Vertrag mit der Stadt erst im Herbst 2017 geschlossen worden sein. Nach Angaben von Horitzkys Anwälten wurde der Vertrag im Juni 2017 geschlossen.

Stand: 17.04.2018, 18:41

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