Fleischersatzprodukte in einem Supermarktregal

Fleischersatzprodukte weiter im Trend: Gut für Klima und Umwelt?

Stand: 09.05.2022, 18:22 Uhr

Der Veggie-Markt boomt. In Deutschland kommt immer öfter Fleischersatz auf den Teller: Doch sind Tofuwurst oder Veggie-Burger tatsächlich besser für die Umwelt?

Der Trend zu Fleischersatzprodukten steigt seit einigen Jahren rasant. 2021 wurde laut dem Statistischen Bundesamt 17 Prozent mehr Fleischersatz produziert als im Vorjahr, im Vergleich zu 2019 waren es sogar satte 62 Prozent mehr. Den größten Anteil haben dabei Burger, Grillgut oder Würstchen mit einer Basis aus Getreide- und Hülsenfrüchten.

Nicht nur Vegetarier und Veganer heizen diesen Trend an, generell möchten immer mehr Verbraucher ihren Fleischkonsum reduzieren. Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung lag der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland im vergangenen Jahr bei 55 Kilo. Das sind elf Kilo weniger als noch vor zehn Jahren.

Pflanzliche Basis mit Zusatzstoffen

Die Grundmasse der meisten Fleischersatzprodukte besteht aus Soja und Weizeneiweiß, außerdem sind meist Milch und Eier enthalten. Damit die Masse hält, wird Verdickungsmittel verwendet. Zum Teil wird bei der Produktion auch Weißöl verwendet, wodurch hohe Mengen an bedenklichen Mineralölen in die Fleischersatzprodukte gelangen können. Einige Hersteller setzen mittlerweile auf Lupinen anstatt Soja.

Diese Hülsenfrucht enthält fast genauso viel hochwertiges Eiweiß wie Soja, wächst aber in Deutschland.Generell ist pflanzliches Eiweiß besser für den Körper als tierisches Eiweiß. Wer viel Fleisch isst, hat ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht gesundheitliche Vorteile für Menschen, die viel Pflanzliches essen und wenig oder gar kein Fleisch verzehren. Sie rät, pro Woche nicht mehr als 600 Gramm Fleisch und Wurst zu essen.

Gut fürs Klima und fürs Tierwohl?

Generell scheinen alternative Proteinquellen für Klima und Umwelt von Vorteil zu sein. Das lässt sich als allgemeine Tendenz aus Studien herauslesen. Doch wie umweltschonend Fleischersatzprodukte sind, kann je nach Produkt sehr unterschiedlich ausfallen.

Fakt ist, weniger Fleischkonsum spart jede Menge Kohlendioxid. Die Produktion der Ersatzprodukte macht die Ökobilanz in Teilen jedoch wieder schlechter. Arg umstritten ist unter anderem die Nutzung von Soja. Fast die Hälfte des weltweiten Bedarfs wird aus Brasilien exportiert und für den Anbau massig Regenwald gerodet.

Gut dreiviertel (77 Prozent) werden als Tierfutter verwendet, 17 Prozent aber eben auch direkt als Lebensmittel.

Fleischersatzprodukte leisten insgesamt ihren Beitrag zum Tierwohl, bei Produkten mit Ei-Bestandteilen trifft das jedoch nur zum Teil zu. Es gibt nur vereinzelt Hersteller, die auf Eier aus Bio- oder Bodenhaltung setzen.

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