Schluss mit Böllern? Städte lehnen Verbot ab

Silvester-Feuerwerk

Schluss mit Böllern? Städte lehnen Verbot ab

  • Deutsche Umwelthilfe will private Feuerwerke an Silvester verbieten
  • Viele NRW-Städte lehnen ein Verbot ab
  • Umwelthilfe will Alternativen vorstellen

Was will die Umwelthilfe?

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) warnt schon seit langem vor der Gefahr von Feuerwerkskörpern und fordert für Innenstädte mit hoher Luftbelastung ein Verbot für private Silvester-Böller.

Laut Umwelthilfe verursacht das Feuerwerk zum Jahreswechsel 16 Prozent des Feinstaubs, der in einem ganzen Jahr im Straßenverkehr entsteht. "Innerhalb weniger Stunden setzen die Feuerwerksböller zum Jahreswechsel circa 5.000 Tonnen besonders giftigen Feinstaubs frei", heißt es seitens der Umwelthilfe.

Deshalb stellte sie im Juli 2019 bei 31 Städten formelle Anträge zum Verbot beziehungsweise zur Beschränkung der Silvester-Böllerei als wichtige Einzelmaßnahme für die Luftreinhaltung. Die Verbote sollen ab diesem Winter gelten.

Wenn es nach Willen der Umwelthilfe ginge, wären in NRW die Städte Köln, Hagen, Essen, Dortmund, Düsseldorf, Oberhausen, Bielefeld, Wuppertal, Gelsenkirchen, Aachen, Bottrop, Duisburg, Gladbeck, Grevenbroich, Jackerath, Jüchen, Lünen, Krefeld, Mönchengladbach, Münster, Oberhausen, Solingen, Warstein, Wesel und Witten von dem angestrebten Verbot betroffen.

Nichts einzuwenden hat die DUH jedoch gegen professionell und zentral organisierte Silvester-Feuerwerke außerhalb der belasteten Innenstadtbereiche.

Die Deutsche Umwelthilfe stellte am Mittwoch (23.10.2019) umweltfreundliche Alternativen zum klassischen Silvester-Feuerwerk vor - zum Beispiel Lightshows.

Was sagen die Städte?

Der WDR hat in mehreren NRW-Städten nachgefragt. Das Ergebnis: Dortmund, Oberhausen, Gelsenkirchen, Essen und Hagen lehnen ein Verbot ab. Aus Wuppertal heißt es, da das Landesgesetz das Feuerwerk erlaube, könne man es als Kommune auch nicht verbieten. 

Kommentar: Volksentscheid zum Feuerwerk?

WDR 4 Zur Sache 01.08.2019 02:02 Min. Verfügbar bis 31.07.2020 WDR 4

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Bielefeld habe bereits aus Sicherheitsgründen Verbotszonen eingerichtet, darüber hinaus werde laut Presseamt ein Verbot aus rechtlichen Gründen abgelehnt. Auch Düsseldorf hat eine Sicherheitszone in der Altstadt, darüber hinaus werde - abgesprochen mit der Bezirksregierung Düsseldorf - ein Verbot ebenso abgelehnt. Auch in Köln wurde eine Verbotszone am Dom ausgesprochen. Hier ist das Zünden von Feuerwerkskörpern verboten.

"Wir wünschen uns weiterhin freudige Feste zum Jahreswechsel, aber ohne verpestete Luft, brennende Häuser, verletzte Menschen und verängstigte Tiere durch archaische Schwarzpulver-Böllerei", sagte Jürgen Resch, der Bundesgeschäftsführer der DUH.

Wie gefährlich ist ein Feuerwerk?

Um den Jahreswechsel zu feiern, haben viele Menschen ein Feuerwerk veranstaltet

Dicke Luft: Feinstaub durch Feuerwerkskörper

Problematisch beim Feuerwerk ist der Ruß, der als Feinstaub in der Luft bleibt. Winzige, frei werdende Teilchen können dabei in die Lunge gelangen. Feinstaub kann Erkrankungen der Atemwege und Probleme mit dem Kreislauf verschärfen - ein Risiko für Lungenkranke und Asthmatiker. Kommen noch ungünstige Wetterlagen hinzu, kann der Feinstaub nicht abziehen und die Konzentration steigt zusätzlich an.

Für das Klima hingegen sind Feuerwerke kein Problem. In Feuerwerkskörpern steckt vor allem Schwarzpulver. Wird es verbrannt, entstehen Kohlendioxid, Schwefeldioxid und Ruß. Die Menge CO2 hat aber keinen messbaren Effekt auf das Klima.

Diskussion um Böllerverbot in Innenstädten Aktuelle Stunde 29.12.2018 02:17 Min. Verfügbar bis 29.12.2019 WDR Von Bernd Neuhaus

Stand: 23.10.2019, 18:00

Kommentare zum Thema

29 Kommentare

  • 29 Knaller 25.10.2019, 12:10 Uhr

    Wann wird endlich die Umwelthilfe verboten?

  • 28 Jan 24.10.2019, 22:31 Uhr

    Die übertreiben nur noch maßlos😂 echt schrecklich anstatt das „Böllern“ zu verbieten sollten die mal an Chemie Werke ran die Stoßen Stunde für Stunde schlimmere Giftstoffe ab wie die 7 Stunden Silvester im Jahr. Aber stimmt das traut sich keiner. Armes Deutschland

  • 27 Ute 24.10.2019, 18:18 Uhr

    Perfekt und lange überfällig! Feuerwerkskörper haben keinen Nutzen , verursachen jedes Jahr unzählige Verletzte und sind schädlich für die Umwelt! Hier benötigt jeder nur den gesunden Menschenverstand um das zu erkennen !!!!

  • 26 mensch 1 24.10.2019, 17:49 Uhr

    Herr Resch will alles was Spaß macht verbieten. So einen Menschen braucht das Land nicht.

  • 25 Uli 24.10.2019, 17:49 Uhr

    Die Belastungen durch Silvesterfeuerwerke sind Fakt und nicht wegzutrumpen. Klar habe ich früher auch geböllert, die Sache hat aber mittlerweile manische Züge angenommen. Wenn jeder Idiot , teilweise tagelang, XXL-Böller in engen Menschengruppen zünden darf ist das kein Spass mehr !! Wenn Böllern ein Kulturgut sein soll im das neue Jahr zu begrüssen-ok- dann dürfte es 5 Minuten vor und nach Mitternacht ja reichen. Wäre schon mal sehr hilfreich.

  • 24 rolf 24.10.2019, 16:40 Uhr

    @Sommer, @Wolf Stimmt, Deutschland ist unsere Heimat (wenn Sie ebenfalls das dazu gehörige Grundgesetz meinen)! Oder träumen Sie noch von den "Vorbildern", die vor über 70 Jahren Deutschland im Namen der Heimat und des "Führers" erfolgreich vor die Wand gefahren haben???

  • 23 Ralf 24.10.2019, 14:08 Uhr

    Ich lehne Radikale und ihre Forderungen ab, auch Öko-Radikale.

  • 22 Andreas Burgmüller 24.10.2019, 12:38 Uhr

    "...besonders giftigen Feinstaubs frei"? Besonders giftig sind die Feinstäube aus (zum Beispiel) Verbrennungsmotoren, die Feuerwerkemissionen sind weit aus weniger gefährlich und besser abbaubar. Darüber hinaus sind sie in wenigen Stunden verschwunden, die wirklich relevanten Belastungen begleiten uns dagegen 365 Tage im Jahr! https://www.feuerwerk-vpi.de/innovation-sicherheit-und-forschung/umwelt-und-gesundheit/

  • 21 Rockerbock 24.10.2019, 07:42 Uhr

    Nunmehr fragt man sich welches Geld die DUH damit wieder verdient... ;-)

  • 20 Wolf 23.10.2019, 21:44 Uhr

    Deutschland unsere Heimat! 🇩🇪👍 Größe einer deutschen Patrioten

  • 19 Bern 23.10.2019, 21:41 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

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