Feinstaub und NO2: Luftqualität verbessert

Messstation des Landesumweltamtes in Köln (Clevischer Ring)

Feinstaub und NO2: Luftqualität verbessert

  • Luftqualität in Städten deutschlandweit verbessert
  • Sieben NRW-Städte überschreiten NO2-Grenzwerte
  • Beratungen vor Oberverwaltungsgericht zum Teil vertagt

2019 wurde der Jahresmittelgrenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) an rund 20 Prozent der verkehrsnahen Messtationen überschritten. Im Jahr zuvor waren es noch 42 Prozent. Das teilte das Bundesumweltamt in Dessau am Dienstag (11.02.2020) mit. "Insgesamt ist die Belastung mit Stickstoffdioxid deutschlandweit weiter rückläufig", hieß es in einer Mitteilung.

NO2-Grenzwerte in sieben NRW-Städten überschritten

Von den 19 Städten, in denen die NO2-Grenzwerte überschritten wurden, sind sieben in NRW: In Düsseldorf, Dortmund, Hagen, Köln, Oberhausen, Wuppertal und Gelsenkirchen lagen die Werte knapp über dem erlaubten Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Schlichtungsgespräch zum Wuppertaler Fahrverbot vertagt

Am Dienstag (11.02.2020) haben sich das Land Nordrhein-Westfalen und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nach einem mehrstündigen Schlichtungsgespräch zu einem drohenden Fahrverbot in Wuppertal auf den 10. März vertagt. Zum Inhalt des Gesprächs vereinbarten die Streitparteien Stillschweigen. Das teilte eine Sprecherin des Oberverwaltungsgerichts (OVG) mit. Im Beisein von Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) hatten die DUH, Vertreter der Stadt und die für den Luftreinhalteplan verantwortliche Bezirksregierung im OVG in Münster verhandelt.

Das Schlichtungsgespräch zu einem drohenden Fahrverbot in Hagen wurde ebenfalls am Dienstag nach drei Stunden abgeschlossen. Auch hier vereinbarten die Beteiligten Stillschweigen. Ein mögliches Ergebnis soll am 28. Februar verkündet werden.

Schlichtungsmarathon wird fortgesetzt

Zuletzt hatten sich die Streitparteien per Schlichtung zu Maßnahmen wie Tempo 30 und Zufahrtsregelungen für bestimmte Straßenabschnitte für die Städte Essen, Dortmund und Bonn verständigt. Am Mittwoch geht es weiter mit Oberhausen, Gelsenkirchen, Düren, Paderborn, Bochum und Bielefeld.

Rückgang wegen Tempolimits und Fahrverboten

Die vom Bundesumweltamt präsentierten Ergebnisse sind noch nicht vollständig. Es fehlen die Daten von ca. 130 Stationen, in denen die Wert passiv gesammelt werden. Diese sollen im Mai 2020 vorliegen. Das Bundesumweltamt führt den Rückgang auf Tempolimits, Fahrverbote, die Erneuerung der Fahrzeugflotten sowie meteorologische Einflüsse zurück.

Feinstaubgrenzwerte erstmals bundesweit eingehalten

Auch die Feinstaubbelastung ist zurückgegangen. Zum ersten Mal seit Beginn der Messungen wurden die Grenzwerte deutschlandweit eingehalten. Der Präsident des Bundesumweltamts Dirk Messner sagte hierzu allerdings: „Was zunächst wie ein Erfolg klingt, ist im Sinne des Gesundheitsschutzes leider noch nicht ausreichend.“ Er forderte eine Anpassung der 20 Jahre alten Grenzwerte an aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse. So empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO, die zulässige Feinstaubkonzentration von 40 Mikrogramm pro Quadradmeter Luft im Jahresmittel zu halbieren.

Stand: 11.02.2020, 18:19

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