Silvester: So bleibt Feuerwerk für Kinder ungefährlich

Kleinem Mädchen gerät ein Silvesterböller außer Kontrolle

Silvester: So bleibt Feuerwerk für Kinder ungefährlich

  • Kinder sollten Feuerwerk nur beobachten
  • Böller niemals aus der Hand zünden
  • Brandwunden sofort kühlen

In der Diskussion um Böllerverbote und feuerwerksfreie Zonen an Silvester wird neben der Feinstaubbelastung auch immer wieder der Tierschutz angeführt. Kinder scheinen in der öffentlichen Debatte kaum aufzutauchen. Dabei sind sie durch Pyrotechnik besonders gefährdet.

Eigentlich dürfen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren Raketen und Böller weder kaufen noch abbrennen. Das Problem ist nur, dass viele von ihnen Feuerwerk lieben. Wer seinen Kindern den Spaß an Silvester gestatten will, sollte einige Dinge beachten.

Wie können Kinder sicher das Feuerwerk genießen?

Am besten sollten die Kinder selbst keine Pyrotechnik zünden, sondern sich das Feuerwerk nur anschauen, rät der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Fünf Meter Mindestabstand seien dabei Pflicht.

"Babys und Kleinkinder sollten mit ihren Eltern überhaupt nicht raus auf die Straße, sondern sich allenfalls das Spektakel vom Fenster aus anschauen", sagt BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach. "Und das Fenster sollte unbedingt geschlossen bleiben, damit sich keine Rakete in die Wohnung verirrt."

Wichtig ist auch der Schutz der Ohren der Kleinen. "Am besten mit Ohrstöpseln, sonst drohen Knalltraumata, die die empfindlichen Kinderohren dauerhaft schädigen können", erklärt Fischbach.

Dürfen Kinder gar keine Böller zünden?

Doch, aber nur, wenn die Eltern ein paar wichtige Aspekte beachten. Grundsätzlich sollte nur Pyrotechnik mit CE-Gütezeichen und Registriernummer gekauft und abgebrannt werden. Feuerwerk ohne diese Kennzeichnung könne aus osteuropäischer oder asiatischer Produktion stammen, sagt Fischbach. "Das kann aufgrund seines Inhalts unberechenbar gefährlich sein, zum Beispiel wegen zu kurzer Zündschnur vorzeitig explodieren."

Haben die Feuerwerkskörper das Zeichen, könne man Kindern ab zwölf Jahren zutrauen, "dass sie Kleinstfeuerwerke (Kategorie F1) unter Aufsicht abbrennen", meint Fischbach. "Raketen, Donner- und Kanonenschläge sollten nie aus der Hand entzündet werden. Nicht explodierte Knallkörper sollten liegenlassen und nach etwa fünf Minuten mit Wasser übergossen werden", rät der BVKJ-Präsident. Und auch abgebrannte Böller sollten bis zum kommenden Tag liegengelassen werden.

Was machen, wenn doch etwas passiert?

Brandverletzungen sollten sofort mit kühlem, nicht aber eiskaltem Wasser gekühlt werden. Ein nasses sauberes Handtuch ist auch möglich. "Je kleiner das Kind und je größer die Brandwunde, desto eher sollten Eltern in die Klinik oder Notambulanz fahren", sagt Fischbach.

Stand: 27.12.2019, 16:07

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