Immer mehr Bürger zeigen Falschparker an

Falschparker auf einem Radweg

Immer mehr Bürger zeigen Falschparker an

  • Ärger um zugeparkte Geh- und Radwege
  • Bürger sorgen für mehr Knöllchen gegen Falschparker
  • Zunehmender Konflikt um Platz auf den Straßen

Schnell mal das Smartphone gezückt, ein Beweisfoto geknipst und den Verstoß per Mail dem Ordnungsamt gemeldet - in vielen NRW-Städten ist die Zahl der Anzeigen von Privatleuten vor allem gegen Falschparker deutlich gestiegen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Anzeigen verfünffacht

So wurden 2019 in der Landeshauptstadt Düsseldorf fast 29.700 Verfahren auf Anzeigen von Bürgern hin eingeleitet, im Vorjahr waren es fast 17.900. In der Stadt Dortmund hat sich die Zahl der Fremdanzeigen seit 2016 in etwa verfünffacht. In Essen wuchs die Zahl der Drittanzeigen beim Ordnungsamt 2019 um 63 Prozent auf mehr als 5.400 Meldungen - meist wegen Parkverstößen.

Mehr Punkte, höhere Bußgelder - rücksichtsvollere Fahrer?

WDR 5 Morgenecho - Interview 31.12.2019 05:30 Min. Verfügbar bis 30.12.2020 WDR 5

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Etwa dreiviertel aller Anzeigen werde auch verfolgt: Dazu müssen allerdings die vorliegenden Beweise ausreichen, etwa Fotos der Parkenden vor Einfahrten oder auf Radwegen aussagekräftig sein.

Verkehrswende durch Knöllchen?

Im Anstieg zeige sich auch ein zunehmender Konflikt um den Platz auf Straßen, Geh- und Radwegen. Es "fordern immer mehr Menschen - wohl auch im Rahmen der allgegenwärtigen Klima-Diskussion - so etwas wie eine Verkehrswende ein", sagte eine Stadtsprecherin in Essen.

In den Städten mit immer mehr und immer größeren Autos "nehmen auch Rücksichtslosigkeiten zu, die gerade schwächere Verkehrsteilnehmer nicht länger hinnehmen können und wollen", lautete die Einschätzung eines Stadtsprechers in Dortmund.

Stand: 07.03.2020, 11:11

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