Tod in der Zelle: Ermittlungen gegen Polizeibeamten

Amad A.

Tod in der Zelle: Ermittlungen gegen Polizeibeamten

  • Tod nach Zellenbrand in Kleve
  • Polizie ermittelt nun gegen Kripo-Beamten
  • Das bestätigte die Staatsanwaltschaft dem WDR

Die Staatsanwaltschaft Kleve hat im Fall des unschuldig eingesperrten und nach einem Zellenbrand gestorbenen Syrers Amad A. erneut Ermittlungen eingeleitet.

Einem Polizisten werde Freiheitsberaubung vorgeworfen, bestätigte die Staatsanwaltschaft Kleve dem WDR am Dienstag (26.05.2020). Der Beamte soll den Hinweis einer Staatsanwältin ignoriert haben, die auf eine Verwechslung hinwies.

Irrtümlich eingesperrt

In der Zelle in Kleve saß der Falsche: Der Syrer Amad A. war irrtümlicherweise auf Basis eines Haftbefehls im Juli 2018 für den dunkelhäutigen Afrikaner Amedy G. eingesperrt worden.

Nach einem Brand in seiner Zelle starb Amad A. im September 2018 an seinen Verletzungen. Warum es brannte, ist unklar.

Polizist erwähnte Anruf nicht

Die Staatsanwältin sagt, sie habe den Kripo-Beamten Wochen vor dem Brand über die Verwechslung informiert - offenbar ohne Konsequenzen. In einem Vermerk steht: die festgenommene Person sei mit der Gesuchten "nicht identisch".

Dieses Dokument liegt dem WDR vor und führt jetzt dazu, dass gegen den Polizeibeamten wegen Freiheitsberaubung ermittelt wird. Der war schon einmal vernommen worden: vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags. Damals hatte er den Anruf der Staatsanwältin nicht erwähnt.

Stand: 26.05.2020, 14:14

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