Debatte um Fahrverbote zeigt in NRW Wirkung

Neue Studie zu Stickoxiden Aktuelle Stunde 09.04.2019 02:25 Min. UT Verfügbar bis 30.12.2099 WDR Von Claudia Weber

Debatte um Fahrverbote zeigt in NRW Wirkung

Von Christopher Ophoven

  • Deutlich weniger Diesel-PKW im Ruhrgebiet
  • Autofahrer tauschen alte gegen neue Diesel
  • NRW schneidet im Vergleich schlecht ab

Eine Auswertung kürzlich veröffentlichter Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes zeigt: Zu Jahresbeginn hat es in NRW fast 5.000 Diesel-PKW weniger gegeben als im Vorjahr. Regional gibt es allerdings große Unterschiede. Dort, wo über Fahrverbote diskutiert wird, gibt es oft weniger Diesel, in ländlichen Regionen hingegen mehr.

Ruhrgebiet mit deutlich weniger Diesel-PKW

Fast im gesamten Ruhrgebiet hat es zum Jahresbeginn einen deutlichen Rückgang an Diesel-Autos gegeben. Allein in Bochum ist ihr Anteil an allen Autos in der Stadt um 7,7 Prozent gesunken. Ein deutlicher Rückgang ist auch in Essen und Mülheim an der Ruhr zu verzeichnen.

Anders ist die Situation in eher ländlich geprägten Regionen, in denen nicht oder wenig über Diesel-Fahrverbote diskutiert wird. In weiten Teilen des Siegerlandes, des Münsterlandes und Ostwestfalen hat es zum Jahresbeginn mehr Diesel-PKW gegeben als im Vorjahr.

Viele neue Diesel

Die Verschiebungen innerhalb des Diesel-Bestandes in NRW sind allerdings deutlich größer, denn im vergangenen Jahr wurden viele Diesel mit einer besseren Schadstoffklasse neu zugelassen. Gleichzeitig wurden viele ältere Fahrzeuge mit den Schadstoffklassen Euro-1 bis -4 abgegeben.

Sollte es beispielsweise in Köln doch zu Fahrverboten kommen, wären mittelfristig wohl mehr als die Hälfte aller Diesel in der Stadt betroffen. Nach derzeitigem Stand wären das fast 87.000 Autos. Hinzu kämen viele Pendler.

Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass auch Diesel mit Euro-6 künftig von Fahrverboten betroffen sein könnten, denn deren Stickoxid-Werte sind mitunter schlechter als bei älteren Autos. Nur Diesel, die der Norm Euro-6d-temp entsprechen, wären sicher von Fahrverboten ausgenommen.

NRW im Vergleich schlecht

Trotz dieser Problematik und vieler neuer Fahrzeugkäufe, haben sich nur wenige Kunden für Elektro-Autos entschieden. Insgesamt ist die Zahl solcher Fahrzeuge zwar um mehr als 40 Prozent angestiegen, ihr Anteil bleibt aber extrem gering. Selbst in Bielefeld, der Stadt mit der höchsten Elektroauto-Quote in NRW, beträgt der Anteil gerade einmal 0,4 Prozent.

Trotz vieler Ballungsgebiete, schneidet NRW im Bundesvergleich schlecht ab. Nicht nur Berlin und Hamburg stehen erwartungsgemäß besser da, sondern auch große Flächenländer wie Bayern und Baden-Württemberg.

Bundesweit bleiben die Anteile aber überall verhältnismäßig gering. Das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel von einer Million Elektroautos bis 2022 ist bei den aktuellen Steigerungsraten wohl nicht einzuhalten.

Stand: 01.05.2019, 06:00

Kommentare zum Thema

9 Kommentare

  • 9 Ein Informierter 03.05.2019, 00:45 Uhr

    Es scheint in erster Linie um Machtgewinn zu gehen. Durch Dieselgate und Klimawandel beflügelt, kann sich grüne - in Teilen schon immer sozialistische und diktatorisch angehauchte - (Umverteilungs-) Politik breiterer Unterstützung versichern. Die immer kürzer angesetzten Zeiten zu handeln sollen den Schwung beibehalten und nutzen, bevor Otto Normalverbraucher merkt, dass er Demokratiegegnern und Gesellschaftswandlern das Feld überlassen hat.

  • 8 Anonym 02.05.2019, 17:55 Uhr

    Wasserstoff ist der Klügere Antrieb

  • 7 Anonym 02.05.2019, 17:54 Uhr

    Schon mal über die CO2-Emissionen bei der E Auto Herstellung nach gedacht.

  • 6 Birgit 02.05.2019, 10:37 Uhr

    Für viele Menschen kommt ein Elektro-Auto nur als Zweitwagen in Frage, um zur Arbeit zu kommen, da, wo der ÖPNV schlecht ausgebaut ist. Meine Familie und ich sind noch nie in den Urlaub geflogen, was für das Klima ja gut ist. Aber mit Kindern, Hund und Gepäck ist es schwer vorstellbar, mit einem E-Auto in den Süden zu reisen, zumal entsprechende E-Autos noch zu teuer sind. Leider sind die Probleme zurzeit noch viel groß, um flächendeckend auf E-Mobilität umzusteigen. Und: viele Menschen werden sich die Umstellung nicht leisten können. Es ist zu befürchten, dass sich bald nur noch gut Betuchte sowohl Autos wie auch Flugreisen leisten können....

  • 5 Maico 02.05.2019, 09:13 Uhr

    Was soll dieser Artikel aussagen, des die Fahrverbote Wirtschaftliche Folgen hat? Na toll, es geht wohl doch nicht um die Umwelt.

  • 4 Jupp 02.05.2019, 07:17 Uhr

    Ein schlechter Witz! Die ländlichen Regionen profitieren vom Dieselskandal und kaufen Dieselautos aus dem Ruhrgebiet billig auf! Und wie sieht dann die Gesamtbilanz aus, liebe Politiker??? Warum werden Autos mit schlechten Abgaswerten nicht generell aus dem Verkehr gezogen!?

  • 3 D 01.05.2019, 23:47 Uhr

    Zur nächsten Tierklinik sind es ~40km. Wenn was sein sollte, muss ich dorthin kommen. Ein EAuto schafft das gerade noch so; doch wie zurück nach Hause fahren? Dazu kommt, dass EAutos teuer in der Anschaffung sind und es kaum Ladestationen gibt. Besser wäre ein guter öffentlicher Nahverkehr, denn der Individualverkehr wo 100kg Mensch mit 1500 kg Auto bewegt werden ist ineffizient.

  • 2 Subventionen 01.05.2019, 22:06 Uhr

    für mich ist ein wirksamer Schritt, die Diesel- und die Benzinpreise höher zu setzen. Es muss spürbar sein. Diesel ist schlichtweg ein Klimakiller und gehört weg ! ! ! und dies sowohl im Automobilverkehr als auch im Schiffsverkehr. aus meiner subjektiven Sicht bewegt sich nur etwas unter Druck und in der Politik sind dies Wahlen. Der mündige Bürger ist sich aus meiner Sicht häufig nicht seiner Macht bewusst. und die Rechtspopulisten sind für mich die ewig Gestrigen.

    Antworten (2)
    • Anonym 02.05.2019, 17:16 Uhr

      Diesel soll Klimakiller sein. Was für ein Blödsinn da gelabert wird. Ihr lasst euch doch alle nur verarschen.

    • Ein Informierter 03.05.2019, 00:36 Uhr

      Der Diesel ist gegenüber dem Benziner klimafreundlicher, da er ca. 20% weniger CO2 produziert. Er wurde wegen der Fokussierung auf Stickoxide verteufelt. Tatsächlich sind nach neueren Aussagen (Leopoldina Universität) , die aber niemand registrieren will, Feinstaub erzeugende Benziner die um das Hundertfache größere Gesundheitsgefahr. Wer sich aufregt, sollte erst einmal Benziner verbieten. Das kommt aber bestimmt als nächstes, bis jemand merkt, dass am Ende die Rentenkasse nicht mehr nachkommt :-))

  • 1 Peter 01.05.2019, 21:10 Uhr

    Es ist umweltpolitischer Nonsens neue Fahrzeuge zu bauen und funktionierende Fahrzeuge zu entsorgen. Aber da es ja nicht um den Umweltschutz, sondern nur um Neuverkäufe geht, hat die Industrie ja ihr Ziel erreicht.

Weitere Themen

Aktuelle TV-Sendungen