NRW-Fahrschüler zeigen große Defizite

NRW-Fahrschüler zeigen große Defizite

  • NRW-Fahrschüler haben Probleme mit der Fahrpraxis
  • Fahrlehrer: Grundvoraussetzungen fehlen vielen
  • Bis zu 60 Prozent Führerscheinanwärter betroffen

Zur Diskussion über die Fahrschüler

Die Fahrlehrerverbände in Nordrhein und Westfalen beklagen, dass es Führerscheinanwärtern oft an der bewussten Wahrnehmung des Verkehrs sowie an grundlegenden koordinativen Fähigkeiten mangelt. Viele könnten sich auch nicht über einen längeren Zeitraum konzentrieren und Regeln akzeptieren, wie der WDR am Mittwoch (16.05.2018) berichtet.

Kurt Bartels vom Fahrlehrerverband Nordrhein sagte, dass es etwa 50 bis 60 Prozent aller Fahrschüler an diesen Grundfähigkeiten fehle, in unterschiedlicher Ausprägung. Vor 20 Jahren seien es erst 30 Prozent gewesen.

Ständig online, ständig abgelenkt

Die Gründe dafür sind aus Sicht der beiden Dachorganisationen der Fahrschulen in NRW vielfältig. So würden junge Menschen von Klein auf nicht mehr ausreichend mit Verkehrssituationen konfroniert, da ihre Eltern sie mit dem Auto überall hinführen, selbst bei kürzeren Strecken. Außerdem seien Jugendliche dauernd digital unterwegs und ständig abgelenkt von ihrer Umwelt, was die Wahrnehmung insgesamt einschränke.

Fahrlehrer: "Es fehlt an Interesse und Eigeninitiative"

WDR 2 | 16.05.2018 | 02:24 Min.

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Alles in allem führe das dazu, dass Fahrlehrer heutzutage erhebliche pädagogische Fähigkeiten bräuchten und die Fahrstunden bis zur Prüfung zunähmen. Vor 20 Jahren kam man in der Regel noch mit 25 Stunden aus, heute sind es bis zu 45. Deshalb koste der Führerschein oft bis zu 2.500 Euro.

Hier ist Platz für Ihre Meinung.

Stand: 16.05.2018, 06:00

Kommentare zum Thema

18 Kommentare

  • 18 Ulrike 16.05.2018, 18:31 Uhr

    Ob es Jugendlichen tatsächlich an der nötigen Konzentration mangelt, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber sind es nicht die Erwachsenen, die mit schlechtem Beispiel vorangehen und Auto fahrend telefonieren, appen und surfen? Was ist mit der unglaublichen Verdichtung des Stadt- und Straßenverkehrs? Da vergeht selbst versierten Fahrer:innen Sehen und Hören. Und was ist mit den Autofahrer*innen, deren Geduldsfaden nicht mal bis zum Amaturenbrett reicht, wenn sie andere Autofahrer, die Geschwindigkeitsbegrenzungen achten, bedrängen mit Auffahren, Lichthupe und Gestik? Der Fahrlehrer meines Sohnes hat ihn wie auch eine Fahrschülerin ordentlich zudammengefaltet während der Übestunden. Ein pädagogischer Führerschein tut aus meiner Sicht auch aus diesem Grund Not!

  • 17 Lothar R. 16.05.2018, 17:46 Uhr

    Das Problem fängt doch bei den Fahrlehrern selbst an. Wenn ich sehe das die Deppen fast nur noch Geländewagen als Schulautos haben, wo soll da ein vernünftiges Fahren erlernt werden. zudem erschleicht mich in vielen fällen der Verdacht, das Fahrerlaubnisse verschenkt werden. Der Fahrstil und die Konzentration der Fahranfänger macht mir Angst. In Dortmund scheint es besonders schlimm.

  • 16 Sabine 16.05.2018, 17:31 Uhr

    Natürlich sind Jugendliche häufig betroffen, aber man muss nicht so tun als wären das did Einzigen am Smartphone. Außerdem denken viele Audi, BMW, vor allem aber Mercedesfahrer, sie wären etwas besseres. Überall wird geparkt, Radfahrer werden an der Ampel abgedrängt, gerast usw. Das ganze Problem ist weitaus komplexer. Und Rücksichtnahme ist das allerwichtigste, was angestrebend werden muss.

  • 15 Frank 16.05.2018, 17:21 Uhr

    Hihi. Das fasst doch ganz gut die Probleme zusammen, die unsere ganze Gesellschaft hat. Wir haben lauter junge (oder auch schon ältere Erwachsene), die durch zu wenig Bewegung nur eine eingeschränkte Koordination haben; die durch Helikopter-Eltern unselbständig sind und keine Erfahrung im Straßenverkehr haben; die nicht gelernt haben, sich zu konzentrieren; und die vor allem Probleme haben, Regeln zu akzeptieren, weil sie zum einen es von ihren Eltern nicht anders kennen und zum anderen von klein auf an ihre Rechte genau kennen, aber nicht ihre Pflichten. Seit den 80ern wachsen Generationen von Kindern heran, die alles dürfen und nichts müssen und das natürlich als Erwachsene so beibehalten.

  • 14 Ahrheit 16.05.2018, 16:54 Uhr

    Ich finde nicht, daß man die Durchfallquote auf die Fahrschüler oder auf die Fahrlehrer abschieben kann. Vielmehr sind heutzutage die Anforderungen insgesamt höher. So dauert die Fahrprüfung heute ein ganzes Teil länger als früher; man kann also in der Prüfung auch viel mehr Fehler machen. Und der Umfang der möglichen Fragen bei der schriftlichen Prüfung ist auch viel größer geworden.

  • 13 Stan und Ollie 16.05.2018, 15:46 Uhr

    Ich bin dafür, dass das Alter zum Erwerb der Fahrerlaubnis wieder auf 21 Jahre angehoben wird, so wie es mal war. Dann sind aus den Jugendlichen junge Erwachsene geworden und sie haben mit den fortschreitenden Lebensjahren auch gelernt sich für etwas zu konzentrieren und Verantwortung zu übernehmen.

  • 12 Rob 16.05.2018, 15:45 Uhr

    Also ich kann das von meiner Seite aus nicht sagen. Ich hab seid ca 2 Wochen nach Ostern meinen Führerschein. War anstrengend, habe aber dennoch alles mit einem Hüpfer geschaft. Es is anstrengend, ja, aber das wird wohl den meisten auch zu "schaden" kommen sag ich jetzt mal. Dennoch an alle neulinge viele grüße und viel Erfolg!

  • 11 Winterwind 16.05.2018, 15:28 Uhr

    Ist schon interessant - Mannis Aussage, wonach Fahrlehrer nicht die hellsten Kerzen auf der Torte seien bleibt vom WDR unwidersprochen, die Aussage von Beate G., wonach mangelnde Deutschkenntnisse zugewanderter und eine andere Kultur des Autofahrens eine Ursache des Problems sein könnten wird moniert. Man muss die Augen offensichtlich nur fest genug zu machen, dann existiert das Problem nicht mehr. Für den WDR jedenfalls. Ich jedenfalls habe mir in Südfrankreich das Blinken abgewöhnt und teile deshalb tendenziell die Meinung Beates.

  • 10 Notorischer Nichtblinker 16.05.2018, 13:32 Uhr

    Könnte es sein, dass Beate G. diesen Beitrag im Hinterkopf hatte? https://www1.wdr.de/nachrichten/fahrschueler-fallen-durch-pruefung-100.html

  • 9 John_Doe 16.05.2018, 12:52 Uhr

    Ich glaube das Hauptproblem ist, dass viele Jugendliche Ihren Führerschein von den Eltern in den Allerwertesten geschoben bekommen, obwohl die eigentlich gar keinen Bock drauf haben. Dadurch kommt dann das Desinteresse an der Fahrausbildung und die daraus resultierende schlechte Fahrpraxis. Wer selbst seinen Führerschein bezahlt und ihn für den Beruf braucht, der erlaubt sich keine Fehler.

  • 8 Der Horst 16.05.2018, 12:49 Uhr

    Was mir bei den jüngeren Autofahrern in den letzten Jahren immer mehr auffällt: Die Mädels haben in Punkto rüpelhaftem Verhalten und riskantem Tiefflug ihre männlichen Kollegen eingeholt, wenn nicht sogar bereits überholt. Die Vorfahrtsregeln sind ein Mythos und mit 60 durch die 30er-Zone ist cool.

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