Störung bei Facebook, Instagram und WhatsApp - das war der Grund

 Auf dem Bildschirm eines Smartphones sind die Icons von Instagram, Facebook und WhatsApp zu sehen.

Störung bei Facebook, Instagram und WhatsApp - das war der Grund

Facebook hat seinen Totalausfall nach mehr als sechs Stunden in den Griff bekommen. Gegen Mitternacht waren die Dienste wie der Messenger, Instagram und WhatsApp wieder am Netz.

Die Nachricht wird einfach nicht gesendet, der Feed lädt nicht mehr – dieses Erlebnis hatten zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer. Bei einem weltweiten Totalausfall waren alle Dienste des Facebook-Konzerns zwischen 17.40 Uhr deutscher Zeit und nach Mitternacht vom Netz gegangen.

Der stundenlange Ausfall wurde dem Online-Netzwerk zufolge durch eine "fehlerhafte Konfigurationsänderung" ausgelöst. Der Fehler sei auf den Routern passiert, die den Datenverkehr zwischen Facebooks Rechenzentren koordinierten. Als Folge sei die Kommunikation zwischen den Rechenzentren unterbrochen worden. Dies habe zum Ausfall der Dienste geführt.

Da dabei auch interne Systeme und Software-Werkzeuge gestört gewesen seien, sei es schwieriger gewesen, das Problem schnell zu diagnostizieren und zu lösen. Offen ist noch, wer diese Änderung durchgeführt hat und ob sie geplant war. Im Konzern war sie offenbar nicht so kommuniziert, dass es bei der Problemanalyse sofort auffiel.

Nutzerdaten nicht einsehbar

Die Unterbrechung des Datenverkehrs habe "kaskadenartige Auswirkungen auf die Kommunikation zwischen unseren Rechenzentren gehabt", erklärte der zuständige Chef für die Netzwerk-Infrastruktur, Santosh Janardhan. Er entschuldigte sich in einer ersten Reaktion für die "Unannehmlichkeiten". Er betonte, Nutzerdaten seien während des Ausfalls weder abgegriffen noch einsehbar gewesen. Insgesamt waren 3,5 Milliarden Nutzer betroffen.

Dieses Element beinhaltet Daten von Instagram. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Die Datenübertragungsrechner sind das Herzstück, um den Verkehr auf den Datenautobahnen zwischen Netzwerken und Systemen am Laufen zu halten. Die Störung war so schwer in den Griff zu bekommen, dass Facebook der "New York Times" zufolge ein Team in sein Rechenzentrum im kalifornischen Santa Clara schicken musste – damit sie manuell den Reset-Knopf bei den Servern drücken.

Dieses Element beinhaltet Daten von Facebook. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Folgen für Personal und Einnahmen

Offenbar sorgte die Störung auch dafür, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Facebook Konferenzräume nicht betreten können. Der Zugang sei mit dem Internet verbunden, schrieb NBC-Reporter Kevin Collier auf Twitter.

"Facebook hat seine Schlüssel im Auto eingeschlossen", twitterte Experte Jonathan Zittrain, Direktor des Berkman Klein Center für Internet und Gesellschaft in Harvard. Andere sprachen von einem "unbeabsichtigten technischen Suizid".

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Der finanzielle Schaden geht für Facebook in die Millionen: Laut dem Werbeunternehmen Standard Media Index verdient Facebook pro Stunde allein in den USA etwa 545.000 US-Dollar an Werbeeinnahmen.

Twitter statt Facebook

Während die Facebook-Dienste brachlagen, tauschten sich Nutzerinnen und Nutzer via Twitter über den Stillstand aus. "Ist auch mal ganz schön ohne den Kram", war zu lesen – andere waren verblüfft, die SMS-Funktion wiederentdeckt zu haben. Auch Twitter selbst freute sich über so viel Aufmerksamkeit und schrieb: "Hallo an buchstäblich alle."

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Stand: 05.10.2021, 17:17

Aktuelle TV-Sendungen