Extinction Rebellion: Wenn Fridays for Future nicht mehr reicht

"Extinction Rebellion" in Berlin

Extinction Rebellion: Wenn Fridays for Future nicht mehr reicht

  • Rund 1.000 Klimaschützer blockieren Straßen in Berlin
  • Mit dabei: Umweltaktivist Thomas Pfeiffer aus Köln
  • Fridays for Future reiche nicht mehr aus

Mehr als 1.000 Menschen haben sich am Montagmorgen (07.10.2019) rund um die Siegessäule in Berlin versammelt. Die Aktivisten von "Extinction Rebellion" wollen auf das dramatische Artensterben aufmerksam machen, das mit dem Klimawandel eingesetzt hat. Mit dabei ist auch Thomas Pfeiffer aus Köln. Der 36-Jährige ist mit einer ganzen Gruppe aus NRW angereist.

WDR: Herr Pfeiffer, wie ist die Lage gerade?

Thomas Pfeiffer: Die Stimmung ist sehr gut hier. Ich schaue gerade auf eine Menschenkette, die sich singend und tanzend um die Siegessäule herum bewegt. Der Verkehr ist blockiert, die Polizei leitet die Autos ab. Wir bauen jetzt gerade eine Arche aus Holz auf, die das Bewahren von Arten symbolisieren soll. Mit der Polizei zusammen haben wir dafür einen Platz gefunden.

WDR: Sie sind in Köln auch regelmäßig für Fridays for Future auf der Straße. Reichte das nicht aus?

Pfeiffer: Die meisten von uns sind bei den FFF-Demos dabei. Aber wir demonstrieren jetzt seit mehr als einem halben Jahr, und es passiert einfach nichts. Die Regierung sagt, sie finden das eine "gute Sache", aber dann wird ein Klimapaket angekündigt, bei dem selbst viele Wissenschaftler sagen, dass das weit unter den Möglichkeiten liegt.

WDR: Warum demonstrieren Sie heute nicht in NRW?

Aktivist Thomas Pfeiffer bei "Extinction Rebellion" in Berlin

Aktivist Thomas Pfeiffer in Berlin

Pfeiffer: Für diese Woche ist ja die Idee, dass in 60 Städten der Welt demonstriert wird, und zwar jeweils in den Hauptstädten, direkt vor den Augen der jeweiligen Staatsregierungen. Deswegen sind wir diesmal alle in Berlin. Was aber nicht heißt, dass es nicht noch weitere Aktionen in NRW geben wird.

In Köln haben wir eine ziemlich große Ortsgruppe. Dort gab es schon viele kleinere Aktionen, bei denen zum Beispiel Leute wie tot umfallen, um das Aussterben zu demonstrieren. Im Juli haben wir die Deutzer Brücke blockiert. Alles in Abstimmung mit der Polizei.

WDR: Heute morgen gab es Berichte, wonach die GroKo das Klimapaket nochmal abgeschwächt hat.

Pfeiffer: Das hat sich hier auch sehr schnell verbreitet. Und es bestätigt uns eigentliche alle darin, dass das, was wir hier tun, absolut notwendig ist. Und es motiviert uns, weiter Druck zu machen , weil solche Rückschritte einfach nicht tragbar sind.

Anmerkung der Redaktion: Über eine Abschwächung des Klimapakets hatte zuerst Spiegel online berichtet. Die Bundesregierung dementierte diese Behauptungen mittlerweile.

Das Interview führte Nina Magoley.

Wie weit darf Widerstand gehen?

WDR 5 Tagesgespräch 07.10.2019 43:16 Min. Verfügbar bis 06.10.2020 WDR 5

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Stand: 07.10.2019, 13:27

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