Hintergründe zur Explosion in Leverkusen: Behörden stellen Ergebnisse vor

WDR aktuell 30.07.2021 01:05:30 Std. Verfügbar bis 30.07.2022 WDR

Ticker von Freitag (30.07.2021) zum Nachlesen

Stand: 30.07.2021, 17:15 Uhr

Die Ruß- und Staubrückstände nach der Explosion im Chempark Leverkusen waren höchstwahrscheinlich nicht gefährlich. Das teilten Stadt und Landesumweltamt am Freitag mit.

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Im Chempark Leverkusen im Stadtteil Bürrig hat es am Dienstagmorgen eine schwere Explosion gegeben. Im Entsorgungszentrum des Unternehmens Currenta war ein Tanklager mit chlorierten Lösungsmitteln in Brand geraten. Es gibt nach Angaben des Unternehmens bislang fünf Tote und 31 Verletzte. Zwei Menschen werden noch vermisst.

Hotlines für die Bevölkerung

Für die Bevölkerung in Leverkusen gibt es eine Hotline, die unter folgender Telefonnummer zu erreichen ist: Leverkusen 0214-2605 99333.

Rußniederschlag bitte an eine weitere Bürgerhotline der Stadt Leverkusen melden: 0214-4063333.

Nach wie vor gelten zudem vorsorglich folgende Handlungsempfehlungen:

  • Nahrungsmittel aus dem Garten nicht verzehren.
  • Keine Spielplätze, Spielgeräte, Gartenmöbel, Pools etc. nutzen, auf denen Ruß niedergegangen ist.
  • Keine Reinigung der verschmutzten Gegenstände vornehmen, da eine erhöhte Schadstoffkonzentration bislang nicht ausgeschlossen werden kann.
  • Bei nicht aufschiebbaren Arbeiten im Garten Handschuhe tragen.

Keine erhöhten Schadstoffbelastungen festgestellt

Die Untersuchungen der Ruß- und Staubrückstände, die nach dem Brand in der Müllverbrennung des Chemieparks Leverkusen in den umliegenden Wohngebieten niedergingen, haben nach Angaben des Landesumweltamtes nur eine geringe Schadstoffbelastung ergeben. Es seien keine Rückstände von Dioxin und dioxinähnlichen Stoffen in den Rußpartikeln festgestellt worden, teilten Vertreter von Stadt und LANUV heute mit.

Bei den Polychlorierten Biphenylen (PCB) und den Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) seien sehr geringe Werte gemessen worden, die die Bewertungsgrenzen unterschritten. Die Ergebnisse deuteten bisher darauf hin, dass die beim Brand freigesetzten Stoffe nur ein geringes Dioxin-Bildungspotential gehabt hätten. Die Ermittlungen, welche weiteren Stoffe bei dem Unfall beteiligt waren, dauerten noch an.

Die Vorsichtsmaßnahmen für die Anwohner bleiben allerdings vorerst bestehen.

Die Tickereinträge zur Pressekonferenz zum Nachlesen:

15.20 Uhr: Vorläufiges Ergebnis beruht auf Stichproben

Gesundheitamtsleiter Martin Oehler erklärt, dass das vorläufige Ergebnis der Untersuchung der Partikel auf Stichproben beruht, die aber nach aller Voraussicht repräsentativ für alle Niederschläge sind.

15.19 Uhr: Endgültiger Bericht kommt nächste Woche

Angelika Notthoff vom LANUV erklärt, dass der abschließende Bericht zu den Schadstoffbelastungen am Wochenende fertiggestellt werden soll und dann Anfang der Woche im Internet veröffentlicht werden soll. Wenn die Ergebnisse so bleiben wie bisher, könne dann wohl Entwarnung gegeben werden.

15.14 Uhr: Aufruf an die Bevölkerung

Hans Gennen von der Firma Currenta berichtet über den Stand der Aufräumarbeiten. Derzeit habe die Suche nach den zwei vermissten Kollegen noch oberste Priorität. Er erneuerte den Aufruf an die Bevölkerung, sich unter der geschalteten Hotline zu melden, wenn sie etwas Ungewöhnliches in ihrem Umfeld entdecken.

15.09 Uhr: Niedrige Konzentration von Schadstoffen

Gesundheitsamtsleiter Martin Oehler betont ebenfalls, dass derzeit nichts auf eine besondere Gefahr durch Dioxine hinweist. Wenn doch noch Schadstoffbefunde ermittelt werden, sollte die Konzentration so gering sein, dass eine Gefährdung der Bevölkerung so gut wie ausgeschlossen ist.

15.04 Uhr: Vorsichtsmaßnahmen bleiben vorerst

Angelika Notthoff vom LANUV ergänzt, dass auch bei den Polychlorierten Biphenylen (PCB) und den Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) nur sehr geringe Werte gemessen wurden. Allerdings rate das LANUV dazu, alle Vorsichtsmaßnahmen aufrecht zu erhalten, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind. Die Menschen sollten weiterhin auf den Verzehr von Obst und Gemüse aus dem Garten verzichten.

14.56 Uhr: LANUV: "Messungen unauffällig"

"Die Messungen waren alle unauffällig" erklärt Ulrich Quaß vom LANUV über die Luftuntersuchungen am Tag des Unglücks. Allerdings habe es auffällige Partikelniederschläge im Umfeld des Chemparks gegeben. Bei der Analyse dieser Stoffe habe es aber keine beunruhigenden Ergebnisse gegeben. "Das ist erfreulich." Die Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

11.10 Uhr: Rheinisch-Bergischer-Kreis ruft zur Vorsicht auf

Der Rheinisch-Bergische-Kreis ruft zusammen mit der Stadt Leichlingen zur Vorsicht im Umgang mit Rußpartikeln auf. Nach der schweren Explosion im Chempark Leverkusen hatten auch Leichlinger Rußpartikel gefunden und sich bei den Behörden gemeldet. Der Kreis empfiehlt deshalb, Obst und Gemüse aus dem Garten vorerst nicht zu verzehren, außerdem sollten Schuhe vor dem Gang in die Wohnung ausgezogen werden. Die Stadt Leichlingen hat vorläufig die Spielplätze geschlossen. Jeder Fund sollte an den Chempark gemeldet werden.

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7.07 Uhr: Polizei sucht weiter nach Vermissten

Auch die Suche nach den zwei noch immer vermissten Personen soll heute weitergehen, wie die Polizei mitteilte. Die Hoffnung, die Vermissten noch lebend zu finden, war bereits gestern verschwindend gering gewesen. Bislang wurden vier Menschen tot aufgefunden. Ein Schwerverletzter starb zudem im Krankenhaus.

6.17 Uhr: Ursachensuche geht weiter

Auch heute untersuchen Experten weiterhin das Gelände, auf dem es am Dienstag zu der Explosion kam. Das nordrhein-westfälische Landesumweltamt (LANUV) arbeitet an einer Analyse der Stoffe und hatte Ergebnisse für Ende der Woche in Aussicht gestellt. Es wird erwartet, dass sich die Behörden heute äußern wollen und erste Ergebnisse zur Ursache der Explosion vorstellen.

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