Ticker vom Mittwoch (28.07.2021) zum Nachlesen

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Das Landesumweltamt (Lanuv) geht davon aus, dass der Rauch nach der Explosion im Chempark Leverkusen Dioxinverbindungen enthielt. Die Suche nach fünf Vermissten geht unterdessen weiter. Es gibt bislang zwei Todesopfer und 31 Verletzte.

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Im Chempark Leverkusen im Stadtteil Bürrig hat es am Dienstagmorgen eine schwere Explosion gegeben. Im Entsorgungszentrum des Unternehmens Currenta war ein Tanklager mit chlorierten Lösungsmitteln in Brand geraten. Es gibt nach Angaben des Unternehmens bislang zwei Tote, fünf Vermisste und 31 Verletzte. Die Rauchwolke enthielt nach Aussagen des Landesumweltamtes (Lanuv) Dioxinverbindungen, die in hoher Konzentration als krebserregend gelten. Die Untersuchungen hierzu dauern noch an - Ergebnisse werden am Freitag erwartet. Alle aktuellen Entwicklungen hier im Live-Ticker.

Hotlines für die Bevölkerung

Für die Bevölkerung in Leverkusen gibt es eine Hotline, die unter folgender Telefonnummer zu erreichen ist: Leverkusen 0214-2605 99333.

Rußniederschlag bitte an eine weitere Bürgerhotline der Stadt Leverkusen melden: 0214-4063333.

20.12 Uhr: Fußballer legen Schweigeminute ein

Das Testspiel des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen gegen FC Utrecht stand im Zeichen der Explosion in Leverkusen. Vor dem Anpfiff gedachten Spieler, Trainer und Betreuer beider Teams in einer Schweigeminute der Opfer des schweren Unglücks mit zwei Toten und 31 Verletzten. Alle Spieler trugen Trauerflor.

16.52 Uhr: Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf

Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung eingeleitet. Zudem werde wegen fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion ermittelt, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Der Vorwurf richte sich gegen unbekannt. Ein Sprecher sagte, es gehe darum, zu prüfen, ob menschliches Fehlversagen zu der Detonation geführt haben könnte. Bei der Kölner Polizei wurde dafür auch eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Das Betreten des Schadensortes ist für Rettungskräfte und Brandermittler weiterhin nur stark eingeschränkt möglich. Die Suche nach den Vermissten hat Priorität, so der Sprecher weiter. Um sich einen Überblick von den noch nicht betretbaren Bereichen zu machen, setzten die Einsatzkräfte Drohnen ein. Mehrere Sachverständige unterstützen die Ermittlungen. Der Einsatz von Feuerwehr und Polizei am Brandort wird aller Voraussicht nach noch mehrere Tage andauern.

15.04 Uhr: Umweltamt geht nach Explosion von Dioxinverbindungen in Rauch aus

Das nordrhein-westfälische Landesumweltamt (Lanuv) geht nach der Explosion im Leverkusener Chempark von "Dioxin,- PCB- und Furanverbindungen" aus, die über die Rauchwolke in umliegende Wohngebiete getragen wurden. Nach Informationen des Amtes hätten in den betroffenen Tanks unter anderem auch chlorierte Lösungsmittel gelagert, teilte ein Sprecher mit.

"Daher gehen wir derzeit davon aus, dass über die Rauchwolke Dioxin,- PCB- und Furanverbindungen in die umliegenden Wohngebiete getragen wurden", hieß es.

Die genannten Stoffe entstehen bei jedem Verbrennungsprozess mit Chlorverbindungen, erläuterte Wilhelm Deitermann vom Lanuv dem WDR. Sie gelten in hoher Konzentration als krebserregend. Entscheidend sei dabei die Frage der Konzentration. Dies werde aber aktuell noch untersucht. Die Untersuchungen seien recht aufwendig. Die Ergebnisse werden am Freitag erwartet.

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14.15 Uhr: Kaum noch Hoffnung für vermisste Menschen

Für die fünf Vermissten in Leverkusen besteht laut des Chempark-Betreibers Currenta kaum noch Hoffnung. "Wir müssen davon ausgehen, dass wir die fünf Vermissten nicht mehr lebend finden werden", sagte Geschäftsführer Frank Hyldmar auf einer Pressekonferenz am Nachmittag. Dabei handele es sich um vier Mitarbeiter von Currenta und um einen Beschäftigten einer externen Firma. Mehr Informationen könne man momentan nicht geben, da es sich bei dem Unfallort immer noch um eine Einsatzstelle handele.

Die Feuerwehr setzt bei der Suche nach den Vermissten auch hochauflösende Kamera-Drohnen ein. "Das ist ein Einsatz, der auch gestandenen Feuerwehrleuten nahe geht", sagte Hermann Greven von der Feuerwehr Leverkusen. Es seien zudem Bodenproben genommen worden, Ergebnisse vom Landesumweltamt lägen aber noch nicht vor. Die Rußniederschläge seien nicht gefährlich, solange sich alle Bürger an die Handlungsempfehlungen halten würden.

10.21 Uhr: Schwierige Suche nach vermissten Mitarbeitern

Die ganze Nacht über haben Einsatzkräfte der Feuerwehr im Chempark nach den bislang vermissten Mitarbeitern gesucht und den Brandort nachgelöscht. Rund 360 Feuerwehrleute waren allein gestern vor Ort im Einsatz. Ein schwieriger Einsatz - auch wegen der großen Hitzeentwicklung durch das Feuer. "Bis da Klarheit herrscht, das wird noch dauern" sagte Hermann Greven , Leiter der Feuerwehr Leverkusen im WDR2 Interview.

Bisher weiß die Feuerwehr, dass Lösemittel gebrannt haben. Luftmessungen hätten zu keinem Ergebnis geführt. Von der Einsatzstelle selbst gehe keine Gefahr mehr aus. Hermann Greven warnte aber Anwohner davor, mögliche Schmutzpartikel, die durch den Brand entstanden sind, mit ins Haus zu tragen. Man sollte vorsorglich die Schuhe am Eingang ausziehen.

8.33 Uhr: Brandermittler kommen erst morgen

Die Polizei will erst am Donnerstag mit den Untersuchungen zur Ursache des Unglücks beginnen. Nach Angaben eines Polizeisprechers hat zunächst die Suche nach den fünf vermissten Mitarbeitern des Entsorgungszentrums höchste Priorität.

Morgen sollen sich dann Brandermittler der Kölner Kriminalpolizei gemeinsam mit einem Gutachter und Mitarbeitern des Unternehmens Currenta am Unglücksort ein erstes Bild von dem Schaden machen. Bisher ist vollkommen unklar, wodurch die schwere Explosion gestern Vormittag in dem Entsorgungszentrum im Leverkusener Stadtteil Bürrig ausgelöst wurde.

Bilder zur Explosion in Leverkusen

Im Chempark Leverkusen hat es eine schwere Explosion gegeben. Dabei ist im Entsorgungszentrum der Betreiberfirma Currenta ein Tanklager in Brand geraten.

Rußteile im Gras in einem Garten in Leverkusen-Bürrig

Das Landesumweltamt erklärte, dass in den Rußrückständen nach dem Brand im Chempark Leverkusen bisher keine Rückstände von Dioxin festgestellt worden sind. Die Ermittlungen, welche weiteren Stoffe ausgetreten sind, dauern noch an

Das Landesumweltamt erklärte, dass in den Rußrückständen nach dem Brand im Chempark Leverkusen bisher keine Rückstände von Dioxin festgestellt worden sind. Die Ermittlungen, welche weiteren Stoffe ausgetreten sind, dauern noch an

In Leverkusen und den angrenzenden Bereiche von Leichlingen und Opladen sollen die Menschen weiterhin auf den Verzehr von Obst und Gemüse aus dem Garten verzichten.

Derzeit läuft in Leverkusen die Ursachenforschung für die Explosion.

Einsatzkräfte der Feuerwehr sind mit Löscharbeiten im Chempark beschäftigt.

Durch die Explosion beschädigtes Gebäude im Chempark Leverkusen.

Nach ersten Informationen der Polizei wurden bei dem Brand und der anschließenden Explosion mehrere Menschen verletzt.

Werksfeuerwehr und Feuerwehr Leverkusen werden von den Kameraden aus Köln unterstützt.

Die Polizei sperrte mehrere Straßen und Autobahnen im Bereich des Chemparks.

Eine riesige Rauchsäule baute sich über Leverkusen auf.

Nach der Detonation, die bis Leichlingen zu hören war, zog ein erst weißer dann schwarzer Rauchpilz hunderte Meter nach oben.

Der Knall der Explosion erschütterte das ganze Stadtgebiet und war sogar im weit entfernten Bergisch Gladbach zu hören.

Infolge der Explosion wurde die Warn-App Nina ausgelöst. Die Feuerwehr weist die Anwohner daraufhin, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Noch immer ist diese Rauchsäule kilometerweit zu sehen und zieht ins Bergische Land.

Ein Rettungshubschrauber startet nahe des Chemparks.

7.04 Uhr: Warnung vor Ruß

Der Leiter des Chemparks sagt, dass die Menschen in Leverkusen aufmerksam sein sollen - wenn sie im Garten oder auf der Straße Ruß-Teile finden. Die könnten nach der Explosion in der Müllverbrennungsanlage giftig sein. Der Ruß soll deshalb nicht angefasst werden. Proben werden noch untersucht.

Nach wie vor gelten zudem vorsorglich folgende Handlungsempfehlungen:

  • Nahrungsmittel aus dem Garten nicht verzehren.
  • Keine Spielplätze, Spielgeräte, Gartenmöbel, Pools etc. nutzen, auf denen Ruß niedergegangen ist.
  • Keine Reinigung der verschmutzten Gegenstände vornehmen, da eine erhöhte Schadstoffkonzentration bislang nicht ausgeschlossen werden kann.
  • Bei nicht aufschiebbaren Arbeiten im Garten Handschuhe tragen.

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6.10 Uhr: Ursache immer noch unklar

Die Rauchwolke resultierend aus einer Explosion in Leverkusen über einer Wohngegend.

Rauschschwaden über Leverkusen.

Was die Explosion ausgelöst hat, ist auch einen Tag nach der Explosion noch nicht bekannt. Infolge der Explosion wurde die Warn-App Nina ausgelöst. Die zuständigen Behörden vor Ort in Leverkusen bzw. in den angrenzenden Nachbarkreisen hatten das Ereignis in die Warnstufe "Extreme Gefahr" eingeordnet. (Korrektur: In einer früheren Version hier im Ticker hieß es, dass das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe das Ereignis in die Warnstufe "Extreme Gefahr" eingeordnet habe.)

6.00 Uhr: Suche nach Vermissten geht weiter

In Leverkusen suchen die Helfer nach der gestrigen Explosion im Chempark heute weiter nach fünf Vermissten. Nach Angaben des Betreibers gibt es wenig Hoffnung, sie lebend zu finden. Bei dem Unglück in einer Müllverbrennungsanlage für Chemie-Abfälle waren gestern mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. 31 Menschen wurden in Leverkusen verletzt.

Stand: 28.07.2021, 20:16

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