Erzbistum Paderborn hält an Weihnachtsgottesdiensten fest

Kirchenbänke aus der Vogelperspektive, Menschen sitzen mit Abstand

Erzbistum Paderborn hält an Weihnachtsgottesdiensten fest

Das Erzbistum Paderborn will weiterhin Weihnachtsgottesdienste in Präsenz, doch immer mehr Gemeinden verzichten freiwillig darauf. Evangelische Kirchenverbände in OWL raten von Präsenzgottesdiensten ab.

Laut des Erzbistums würden die Weihnachtsgottesdienste unter verschärften Bedingungen stattfinden. Die Gesundheit der Teilnehmenden solle geschützt werden, deshalb gebe es in den Gemeinden Hygienekonzepte.

Zeichen der Solidarität

Man wolle den Menschen mit den Weihnachtsgottesdiensten Halt, Trost und Zuversicht geben, begründet das Erzbistum die Entscheidung. Gerade in Corona-Zeiten seien sie ein wichtiges Zeichen der Solidarität.

Gottesdienste in Lübbecke und Rahden geplant

In den Kreisen Höxter und Paderborn, wo die Inzidenzwerte nicht so hoch seien, würde es überwiegend Präsenz-Gottesdienste mit Anmeldung geben. Auch im Kreis Minden-Lübbecke, wo die Corona-Infektionen weiter steigen, plant die katholische Kirche noch Weihnachtsgottesdienste in Lübbecke oder Rahden.

Viele freiwillige Absagen

Allerdings verzichten immer mehr katholische Gemeinden kurzfristig nun doch auf Präsenzgottesdienste. Der Pastoralverbund Salzkotten im Kreis Paderborn hat entsprechende Konsequenzen gezogen. Auch in Löhne, Vlotho und Exter stehen Seelsorger und Seelsorgerinnen nur für Einzelgespräche zur Verfügung.

Abgesagt sind Gottesdienste auch in Espelkamp, Bielefeld sowie im Kreis Lippe. Und auch im Kreis Gütersloh finden viele Messen nur online statt.

Evangelische Kirchen raten ab

Die Evangelische Kirche von Westfalen hatte am vergangenen Dienstag ihren 465 Kirchengemeinden hingegen empfohlen, keine Präsenzgottesdienste zu veranstalten. Die Lippische Landeskirche zog am Tag darauf nach. Auch sie empfiehlt, bis zum 10. Januar keine Gottesdienste zu veranstalten. Das gilt sowohl für Feiern in der Kirche als auch draußen.

Die Evangelische Kirche von Westfalen halte es trotz der Hygienekonzepte "für ein Gebot der Vernunft, auf Versammlungen von Menschen möglichst zu verzichten, um Menschen nicht zu gefährden". Ähnlich sieht das die Lippische Landeskirche. Es sei ein Zeichen der Nächstenliebe, Kontakte auch in den Kirchen zu reduzieren, hieß es.

Strenge Regeln für Gottesdienste

Der Besuch von Gottesdiensten ist unter strengen Auflagen erlaubt. Dazu gehören die vorherige Anmeldung, die Einhaltung von Mindestabständen, die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung und das Verbot des gemeinsamen Gesangs. Das hatten Bund und Länder bei den Beratungen am vergangenen Sonntag festgelegt. Die Kirchen hatten sich zuvor mit dem Bundesinnenministerium verständigt.

Präses Kurschus: Viel Verunsicherung

Die Kirchen hatten in den vergangenen Wochen intensiv über die Frage der Weihnachtsgottesdienste diskutiert. Angesichts der hohen Infektionszahlen sei die Entscheidung schweren Herzens getroffen worden.

Präses Annette Kurschus äußerte sich gegenüber dem WDR: "Es ist viel Verunsicherung in den Gemeinden, und deshalb hoffen wir, dass diese Botschaft jetzt nicht als eine Negativbotschaft verstanden wird, sondern in dem positiven Sinne aufgegriffen wird, dass wir versuchen, den Menschen ein Gefühl von Sicherheit zu geben und deshalb genau auf Präsenzgottesdienste zu verzichten."

Die großen Kirchen geben jetzt Empfehlungen, das letzte Wort haben aber die Gemeinden selbst.

Digitale Gottesdienste

Der Kirchenverband verwies in seiner Mitteilung auf Gottesdienste im Internet sowie im Fernsehen und im Radio. Diese Ausspielwege seien, so Kurschus "längst entwickelt" und eine gute Möglichkeit, um "die Menschen anzusprechen und Menschen nicht alleine zu lassen und die Weihnachtsbotschaft in die Welt zu tragen".

Stand: 22.12.2020, 07:01

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