EU will Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen

Viele Ein- und Zwei-Cent-Münzen liegen in der Hand

EU will Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen

  • Ein- und Zwei-Cent-Münzen droht das Aus
  • Zahlreiche Länder praktizieren das schon
  • Auch in Deutschland gab es bereits Versuche

Die EU-Kommission will die Ein- und Zwei-Cent-Münzen im Euroraum abschaffen. Das steht in einem Plan, den die Kommission am morgigen Mittwoch (29.01.2020) in Brüssel vorstellen will. Durch die Abschaffung solle das Leben der Menschen in der EU einfacher werden. Außerdem seien die Herstellungs- und Transportkosten für die Kupfermünzen zu hoch.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" zuerst berichtete, sollen künftig Beträge beim Einkaufen auf volle fünf Cent gerundet werden. Laut EU-Kommissionpräsidentin Ursula von der Leyen würden das ohnehin immer mehr Euro-Staaten praktizieren, beispielsweise die Niederlande oder Belgien. Laut Umfragen wolle in keinem EU-Land die Mehrheit die Münzen behalten.

2018 wurde in Kleve gerundet

Auch in Deutschland gab es bereits entsprechende Versuche: In Kleve hatten sich 2018 rund 80 Geschäfte an einem Modellversuch beteiligt. Viele hatten sich aber nach wenigen Monaten aus dem Versuch verabschiedet. Das Runden habe für Probleme mit den Kassensystemen gesorgt, zudem sei es aufwendig gewesen, Kunden die Idee immer wieder zu erklären.

Die Hochschule Rhein-Waal hat das System damals wissenschaftlich begleitet, durch Beobachtungen, Berechnungen und Labortests. Ihr aktuelles Ergebnis: Das gleichmäßige Auf- und Abrunden bleibt gerecht. "Eine Angst, die wir nehmen können, ist, dass solche Regelungen nicht signifikant zu inflationären Effekten, also versteckten Preiserhöhungen, führen würden", sagt Jörn Sickmann, Wirtschaftswissenschaftler an der Hochschule Rhein-Waal.

Wie Kleve versucht hat, das Kleingeld abzuschaffen

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 29.01.2020 02:12 Min. Verfügbar bis 27.01.2021 WDR 5 Von Ludger Kazmierczak

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Stand: 29.01.2020, 19:36

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