Das Kalush Orchestra aus der Ukraine jubelt über den Gewinn des Eurovision Song Contest (ESC).

ESC 2023 findet nicht beim Sieger Ukraine statt

Stand: 17.06.2022, 13:27 Uhr

Der nächste Eurovision Song Contest findet wegen des russischen Angriffskriegs nicht beim diesjährigen Sieger Ukraine statt. Als Ersatz ist Großbritannien im Gespräch.

Der nächste Eurovision Song Contest (ESC) findet wegen des russischen Angriffskriegs nicht beim diesjährigen Sieger Ukraine statt. Das teilte die Europäische Rundfunkunion (EBU) am Freitag in Genf mit. Stattdessen wolle man Gespräche mit der BBC führen, ob der ESC 2023 in Großbritannien ausgerichtet werden könne. Auch der Norddeutsche Rundfunk (NDR) bestätigte die Entscheidung der EBU.

Mitte Mai hatte das Kalush Orchestra mit dem Hiphop-Lied "Stefania" in Turin gewonnen. Damit erfüllten sich Erwartungen vieler Beobachter, dass das Fernsehpublikum ein Zeichen der Solidarität inmitten des russischen Angriffskriegs setzen würde. Die Ukrainer erhielten beim Zuschauer-Voting aus fast allen teilnehmenden Ländern die Höchstwertung 12 Punkte - der Mittelwert lag bei 11,3. Russland hingegen war vom ESC ausgeschlossen worden.

Laut ESC-Tradition ist der Sieger eigentlich als nächster Gastgeber gesetzt

Viele Ukrainer feierten den ESC-Sieg begeistert. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte im Nachrichtenkanal Telegram mit: "Unser Mut beeindruckt die Welt, unsere Musik erobert Europa! Im nächsten Jahr empfängt die Ukraine den Eurovision! Zum dritten Mal in unserer Geschichte." Denn mit dem Erfolg in Turin wäre das Land der ESC-Tradition zufolge eigentlich als Gastgeber des Wettbewerbs im Folgejahr gesetzt gewesen.

Doch daraus wird nun nichts. Angesichts des anhaltenden Kriegs seit dem russischen Einmarsch in das diesjährige Gewinnerland hat sich die EBU nach eigenen Angaben die Zeit genommen, um mit dem ukrainischen Rundfunksender UA:PBC und weiteren Akteuren zu überprüfen, wie machbar die Durchführung des ESC 2023 in der Ukraine ist. Dabei ging es auch um Sicherheitsaspekte.

Gespräche mit der BBC über Verlegung nach Großbritannien

Mit tiefem Bedauern sei man zu dem Schluss gekommen, dass der Sender die Sicherheits- und Betriebsgarantien unter den aktuellen Umständen nicht gewährleisten könne, erklärte die Rundfunkunion. Damit könnte nun Großbritannien als Zweitplatzierter von Turin als Gastgeber nachrücken. Diskussionen mit der BBC über eine mögliche Ausrichtung des Wettbewerbs im Vereinigten Königreich werde man jetzt einleiten, teilte die EBU mit. Der Sieg der Ukraine beim ESC 2022 solle sich aber in den Shows widerspiegeln.

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